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Die Neubestimmung des öffentlichen und privaten Interesses auf Kapitalmärkten

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Stephan Abée

Die zunehmende Veränderung der wirtschaftlichen Umwelt führt zu einer Neubestimmung des Verhältnisses von staatlichen und privaten Akteuren in der Erbringung gesamtgesellschaftlicher Wohlfahrt. Anhand von Länderstudien aus der OECD-Welt wird untersucht, wie sich die Schutzmechanismen für Eigenkapitalgeber im internationalen Vergleich verändert haben. Dabei wird erforscht, ob der Wandel von Staatlichkeit im Bereich von Kapitalmärkten einem allgemeinen Veränderungstrend unterliegt, woher der gegebenenfalls vorhandene Anpassungsdruck stammt und wie sich diese Veränderungsprozesse auswirken. Die Ergebnisse zeigen auf, dass der Staat weiterhin politische Steuerungsfähigkeit besitzt, durch die Reduktion der Varianz staatlicher Regulierungsmodelle jedoch an Handlungsspielraum verliert.

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5 Zusammenfassung und Fazit

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Die Entwicklung der globalen Finanz- und Kapitalmärkte ist eine der zentralen Herausforderungen nationaler Politik des 21. Jahrhunderts. Seit den 1970er Jah- ren haben sich die Voraussetzungen und Spielregeln in mehrfacher Hinsicht ver- ändert.709 Kapitalmärkte überwinden heute nationalstaatliche Grenzen, beein- flussen die Handlungsfähigkeit staatlicher Politik und verändern soziale und ökonomische Strukturen. Der rasante und tiefgreifende Wandel wirft eine Viel- zahl politischer, oftmals brisanter, Fragen auf. Dennoch ist die Untersuchung über die "neue" Rolle des Staates bzw. seiner politischen Steuerungsfähigkeit ein vernachlässigtes Forschungsfeld. Dabei müsste diese geringe Aufmerksamkeit eigentlich verwundern, schließlich sind es nicht die Märkte selbst, die den Wandel herbeiführen. Viel- mehr sind es Handlungen der Akteure, die das von der Institution Markt vorge- gebene Rahmenwerk nutzen. Aus der Summe der Interessen und Handlungen von Unternehmen, Individuen und Organisationen ergeben sich wiederum die Regeln, nach denen Märkte funktionieren, so dass Institutionen und Akteure in einer permanenten Wechselwirkung stehen.��� Demnach kann der Markt selbst keineswegs als Akteur verstanden werden. Stattdessen stellt der Kapitalmarkt die Arena für konkurrierende kollektive und individuelle Akteure dar, die im Wettbewerb um für sie jeweils günstige Regeln stehen.��� Gerade auf dem Kapi- talmarkt besteht ein enger Zusammenhang zwischen Marktmacht und politischer Macht. Den Akteuren wie etwa Banken und großen institutionellen Investoren fällt es mit zunehmenden (Macht-)Ressourcen leichter, neben der Stärkung ihrer Marktposition auch die Kontrolle über die Regelsetzung zu übernehmen. Regu- lierung und anstehende Reformen müssen daher auch immer...

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