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Deutsche Sprache im Wandel

Kleine Schriften zur Sprachgeschichte

Werner Besch

In seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn hat sich Werner Besch immer wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven und unter immer neuen Fragestellungen mit strukturellen und soziolinguistischen Aspekten von Variation und Wandel der deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Zu seinem 75. Geburtstag versammelt der vorliegende Band 25 seiner wichtigsten Aufsätze aus diesem zentralen Themenbereich, mit denen er der germanistischen Sprachwissenschaft seit den 60er Jahren Wege gewiesen hat.

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Regionalität - Überregionalität. Sprachlicher Wandel zu Beginn der Neuzeit. Mit 9 Karten (1993) 309

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Regionalitat - Oberregionalitat * Sprachlicher Wandel zu Beginn der Neuzeit Mit 9 Karten I. Hinfohrung; Behandlung einiger Grundfragen Sprachlicher Wandel ist natiirlich nicht auf bestimmte Zeitabschnitte be- schrankt, etwa auf den Beginn der Neuzeit. Wandel, Veranderung ist ein durchge- hendes Wesenselement menschlicher Sprache. Sprache unterliegt dem Faktor Zeit, wie alles im menschlichen Leben, und mit dem Zeitablauf ist unabdingbar Veriinde- rung verbunden. Das Phiinomen Sprachwandel ist also zujeder Zeit gegeben, viel- fach unmerklich, manchmal deutlich spurbar. Wenn wires mit einem Epochenein- schnitt verbinden, so ist das nur berechtigt, wenn die Art und die Dynamik des Wandels besonders auffallig erscheinen und einen markierenden Einschnitt im Kon- tinuum unmerklicher Veriinderungen zu erlauben scheinen. Dies ist eindeutig der Fall zu Be ginn der Neuzeit. Wir haben es sozusagen mit einer neuen 'Qualitat' sprachlichen Wandels zu tun. Das hangt mit der Oberregionalitat zusarnmen. Die Oberregionalitiit setzt gewissermaBen bisherige Grundbedingungen von Sprache partiell auBer Kraft. 'Sprache ist Absprached, so hates Ferdinand de Saussure, einer der Vater des Strukturalismus, formuliert. Absprache einer Gemeinschaft, welche Lautzeichenket- ten mit welcher Bedeutung gekoppelt werden. Die Wahl der Lautzeichen ist beliebig (arbitrar). Lateinisch heiBt es etwa arbor, deutsch Baum, englisch tree. Ganz unter- schiedliche Lautketten, wie man sieht. Wichtig ist nur, daB in den betreffenden Sprachgemeinschaften Obereinkunft besteht, diese spezielle Lautkette moge die Be- deutung 'Baum' haben. Absprache, Obereinkunft, Konvention - so stabilisiert( e) sich die Sprache einer Gemeinschaft. Absprache setzt Kontakt, Umgang miteinander voraus. So konnte die dialektgeographische Schule (Wrede, Frings) von einem ganz anderen Ansatz her zu einer iihnlichen,...

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