Show Less

Whistleblowing in Deutschland und Großbritannien

Ein Vergleich anhand der Umsetzung von Art. 11 Abs. 1 und 6 RL 89/391 EWG

Series:

Ulrich Beyer

Das Thema Whistleblowing ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Literatur und Rechtsprechung sowie der breiten Öffentlichkeit gerückt. Verantwortlich hierfür sind eine Reihe von Deutschland erschütternden Skandalen, wie das Zugunglück in Eschede, der Gammelfleischskandal oder die Schmiergeldaffäre bei Siemens. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass in letzter Zeit viel über Whistleblowing geschrieben worden ist, sowohl aus juristischer als auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Noch nicht eingehend untersucht wurde dabei eine der wenigen gesetzlichen Whistleblowingregelungen, die sich im deutschen Arbeitsschutzrecht finden lässt, nämlich der auf Art. 11 Abs. 1 und 6 RL 89/391 EWG zurückgehende § 17 Abs. 1 und 2 ArbSchG. Dem soll sich diese Arbeit widmen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

D Die britische Umsetzung von Art. 11 Abs. 1und 6 RL 89/391 EWG

Extract

55 D Die britische Umsetzung von Art. 11 Abs. 1 und 6 RL 89/391 EWG I. Einleitung Bevor auf die britische Umsetzung von Art. 11 Abs. 1 und 6 RL 89/391 EWG näher eingegangen wird, soll zunächst ein kurzer Einblick in die Eigenheiten des britischen Rechtssystems und den Gerichtsaufbau gegeben werden100, um im späteren Verlauf der Arbeit das Verständnis für die britischen Regelungen des Whistleblowing zu erleichtern. 1.) Die Besonderheiten der britischen Rechtssetzung Während die deutsche Rechtsordnung auf die von der Legislative geschaffenen Gesetzestexte abstellt und diese dann von den hiesigen Gerichten auf den jeweiligen Einzelfall bezogen angewendet werden, geht das Recht Großbritanniens einen anderen Weg. Es ist geprägt von früheren oft Jahrhunderte alten Gerichtsentscheidungen dem so genannten case law, welches in Gesetzeskraft erwachsen ist. Das daneben auch existierende Gesetzesrecht oder statutory law dient dagegen nur der Lückenfüllung und wird daher auch als Rechtsquelle zweiten Ranges betrachtet101. Es entsteht, wenn den Richtern eine Fortentwicklung des Rechts anhand des case law nicht möglich ist oder dieses der Ergänzung bedarf. Nur so erklärt sich, dass es, anders als in Deutschland, nur selten zusammenhängende Gesetzestexte gibt. Vielmehr wurde hauptsächlich eine Vielzahl von oft nur wenige Paragraphen umfassenden Einzelgesetzen erlassen, um festgestellte, ganz bestimmte Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Im Bereich des case law ist zwischen dem common law und der equity zu unterscheiden. Das common law entstand nach der normannischen Invasion, als Richter des Königs zu Pferd durch...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.