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Kooperation in der Schule

Eine Untersuchung der Orientierungs- und Handlungsmuster von Lehrern

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Sabine Schütt

«Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer!» – so lautet der bildungstheoretisch und bildungspolitisch formulierte Anspruch an die Lehrerschaft. Kooperation ist mittlerweile zu einem zentralen Element guter Schule erklärt. Die Praxis sieht jedoch vielerorts anders aus. Diese qualitative Untersuchung geht der Frage nach, welches Bedingungsgefüge vorhanden sein muss, damit Kooperation gelingen kann. Dazu wurden die Formen professioneller Handlungs- und Orientierungsmuster von Lehrern vor dem Hintergrund organisationsspezifischer Einflussparameter untersucht. Entstanden ist eine Typologie der Kooperationshabitus von Lehrern. Diese gibt Hinweise darauf, welch unterschiedliche Maßnahmen zur Förderung und Steuerung des kooperativen Handelns von Lehrern notwendig sind.

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1 Theoretische Grundlagen und Forschungsstand

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1.1 Grundlagen zum Kooperationsbegriff Ursprünglich wurde unter Kooperation Mitwirkung verstanden und der Begriff zu- nächst in der Theologie verwandt, wo er einerseits als „die Beteiligung an einem sünd- haften Vergehen eines anderen, andererseits aber auch als das Zusammenwirken von menschlichem Willen und göttlicher Gnade in Heilsakten aufgefasst“ (RITTER, 2007, S. 1091) wurde. Später wurde er in die Ökonomie eingeführt, dort ursprünglich als „Gegensatzbegriff zum Konkurrenzprinzip des ökonomischen Liberalismus gemeint“ (ebd.). Während zunächst nur ein bestimmter Aspekt der Arbeitsteilung als Kooperati- on verstanden wurde, definiert J. S. MILL 1848 Kooperation als das „gemeinsame Handeln einer Anzahl für die Steigerung der Produktivität der Arbeit und damit der rationalen Gestaltung der Arbeitsorganisation“ (ebd.). Später folgen weitere Definitio- nen, etwa von MARX, der im Kapital schreibt: „planmäßig neben- und miteinander arbeiten heißt Kooperation“ (ebd.). In der Soziologie wurde der Begriff weiter spezifi- ziert und von POPITZ als „technisch bedingte Zusammenarbeit von Arbeitskräften“ definiert, bei der die Arbeit des Einzelnen „unmittelbar durch andere bedingt und auf diese ausgerichtet“ (ebd.) ist. Heute wird in wirtschaftswissenschaftlichen Zusammen- hängen unter Kooperation vorwiegend die temporäre, zwischenbetriebliche Zusam- menarbeit selbständiger Unternehmen verstanden. Der Kooperationsbegriff ist zuneh- mend auch auf andere Wissenschaftsdisziplinen und Anwendungsfelder übertragen und entsprechend spezifiziert worden. Es lassen sich Definitionen mit einem sehr weiten, allgemeinen Begriffsver- ständnis, das eher einen deskriptiven Charakter hat, von engen, sehr spezifischen und oftmals normativen Definitionen unterscheiden. So wird im allgemeinen Sprachge- brauch unter...

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