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Pädagogische Führung

Geschichte – Grundlegung – Orientierung

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Meike Zellner

Obwohl die Pädagogische Führung einer der pädagogischen Grundbegriffe ist, wird sie in der aktuellen Forschungsliteratur kaum beachtet. Stattdessen wird der Begriff vermieden, substituiert und paraphrasiert. Der Pädagogischen Führung werden per se unpädagogische, unterdrückende oder beherrschende Momente zugesprochen. Die Autorin geht diesem Missverständnis problemgeschichtlich-systematisch nach und zeigt auf, dass kein Pädagoge « um des Führens willen» seiner Führungsaufgabe nachzukommen hat. Im Zentrum all seiner pädagogischen Reflexionen und Entscheidungen steht dementgegen stets der zu ermöglichende Selbstbildungsprozess des Schülers.
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4. Hilfe zur Selbstführung als pädagogische Führungsaufgabe

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„Stellt der Lehrende Aufgaben für den Schüler, dann ist er damit selbst nicht aufgabenfrei; er ist verantwortlich für den Weg zur Lösung und hat ihn auf alle Fälle so zu zeigen, daß der Schüler nicht ratlos bleibt. […] Der Lehrende bleibt für die Aufgabe verantwortlich von ihrem Anfangspunkt bis zum Endpunkt, das will sagen, er bleibt verantwortlich dafür, daß die Lösung als möglich vom Schüler in bestimmtem Wege gesehen werden kann!“ (Petzelt 1961a, S. 97f) – Dass sich der Mensch nur in Selbsttätigkeit und durch eigene Anstrengungen bilden kann, wurde im vorausgegangenen Kapitel betont und beleuchtet. Dennoch bedarf es im Bildungsprozess einen Lehrer, der die notwendigen Entscheidungen im Vorfeld sowie entlang des Unterrichts trifft, aufgrund derer sich die Selbstführung des Schülers überhaupt erst ereignen kann – es bedarf seiner Pädagogischen Führung. Er ist verantwortlich dafür, dass sich der Schüler anhand eines Unterrichtsgegenstands sowohl zur „[s]ubjektunabhängige[n] Geltung der Erkenntnis“ als auch zur „subjektbestimmte[n] Wertgeltung“, d.h. zu Wissen und Haltung, führen lernt (vgl. Pöppel 1974a, S. 70; vgl. Petzelt 1947, S. 17f). Der Lehrer nimmt dem Schüler dabei die Erkenntnisse, Wertungen und Entscheidungen nicht ab, doch fordert er vom Lernenden ein, „daß dieser seine Handlungen ordnen lernt, um sie vor dem eigenen Gewissen verantworten zu können“ (Petzelt 1947, S. 305). Dass dieser Weg hin zu einem sachlich wie sittlich gültigen Standort nicht immer einfach ist und...

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