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Das Erbe der Slawenapostel im 21. Jahrhundert / The Legacy of the Apostles of the Slavs in the 21st Century

Nationale und europäische Perspektiven / National and European Perspectives

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Edited By Thede Kahl and Aleksandra Salamurović

Die Heiligen Kyrill und Method spielen durch ihre Bibelübersetzung und die Schaffung eines slawischen (glagolitischen) Alphabets eine herausragende Rolle für die religiöse, kulturelle und nationale Identität der Slawen. Die Beiträge dieses Bandes aus Kultur-, Literatur- und Sprachwissenschaft setzen sich mit dem geistigen Erbe der Slawenapostel im 21. Jahrhundert auseinander. Dabei stehen Erinnerungsdiskurse und die Schriftfrage im Mittelpunkt des Interesses. Die zahlreichen Funktionen ihres Erbes – Integration, Emanzipation und Abgrenzung – zeigen eine durchgehende Dynamik zwischen südslawischen, allgemein slawischen und europäischen Entwicklungslinien, die bis ins das 21. Jahrhundert wirken. Somit ist die Auseinandersetzung mit ihrem kulturellen Erbe noch lange nicht erschöpft.
The saints Cyril and Methodius play a prominent role for the religious, cultural and national aspects of Slavic identity owing to their translation of the Bible and the creation of a Slavic (Glagolitic) alphabet. The contributions to this volume, from the fields of cultural, literary and linguistic studies, discuss the spiritual legacy of the Slavic Apostles in the 21 st century. The countless roles of their legacy (integration, emancipation, differentiation) demonstrate continuous dynamics between south Slavic, general Slavic and European lines of development that continue to operate in the 21 st century. Thus, the debate on their cultural legacy has not yet been fully exhausted.
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Boris Minkov (Sofia) - Der Diskurs um die lateinische Schrift in der bulgarischen Literatur der Gegenwart

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Boris Minkov (Sofia)

Der Diskurs um die lateinische Schrift in der bulgarischen Literatur der Gegenwart

Während der sogenannten bulgarischen Wiedergeburtszeit (ca. 1760 bis 1880) wurde die kyrillische Schrift als ein Wert a priori postuliert. Die mit der orthodox-christlichen Tradition verbundenen „slawischen“ Buchstaben behandelte die Ideologie der Nationalbewegung mit nahezu magischem Respekt. Im Wertesystem der Bulgaren verkörpert die kyrillische Schrift bis heute das Eigene, das es ständig gegenüber dem Fremden zu verteidigen gilt. Dies führte dazu, dass innerhalb der bulgarischen Kultur noch immer keine konstruktive Auseinandersetzung mit der Ideologie der Wiedergeburtszeit stattgefunden hat, im Unterschied zu anderen südslawischen Kulturen (KRLEŽA 1919). Hierin ist ein Grund für das „ungesunde“ Aussehen der gegenwärtigen bulgarischen Kultur zu sehen, die ihren fieberhaften Zustand seit der Wiedergeburtszeit noch immer nicht überwunden hat.

Doch wie verändert sich nun die Ansicht über die Unantastbarkeit der „slawischen“ Buchstaben im Laufe eines Jahrhunderts, und wie interpretiert die neuere bulgarische Literatur die Verwendung der Schriften? Integrieren die bulgarischen Schriftsteller die Lateinschrift in ihren Werken, polemisieren sie mit der Schrift oder ihren Trägern oder gar mit der Idee der „heiligen slawischen Buchstaben“?

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