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Zwischen englischsprachigem Studium und landessprachigem Umfeld

Internationale Absolventen deutscher und dänischer Hochschulen

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Frauke Priegnitz

Die Arbeit untersucht die Integration und Bindung internationaler Absolventen englischsprachiger Studiengänge in Deutschland und Dänemark an ihr Gastland. Anhand von Interviews mit HR-Managern internationaler Unternehmen werden zunächst die sprachlichen Anforderungen und die Beschäftigungsfähigkeit von Alumni mit geringen Kenntnissen der Landessprache erhoben. Die anschließende Absolventenbefragung beleuchtet die frühere Sprachlernmotivation, die Studienbedingungen, den Sprachlernerfolg und die heutigen Bindungen der Absolventen. Die Retrospektive soll dabei helfen, die Nachhaltigkeit der sprachenpolitischen Entscheidungen an deutschen und dänischen Hochschulen zu bewerten. Die Arbeit schließt mit differenzierten Empfehlungen zur Förderung
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2. Der sprachliche Hintergrund

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Die Hochschulstandorte Deutschland und Dänemark stehen beide in unterschiedlichem Maße unter Druck, mit der Dominanz des Englischen als Globalsprache und Lingua Franca umzugehen. Um das Ausmaß der Spannungen nachvollziehbar zu machen, soll im Folgenden der allgemeine sprachliche Rahmen nachgezeichnet werden, in dem sich die Hochschulen heute bewegen. Dazu soll zunächst die Stellung der deutschen und dänischen Sprache im Vergleich zum Englischen beschrieben und die Charakteristika von Englisch als Lingua Franca zusammengefasst werden. Dass die englische Sprache neben den Landessprachen heute eine immer größere Rolle in der Forschung und Lehre einnimmt, hat nicht nur mit ihrer besonderen Stellung zu tun, sondern ist Ausdruck des aktuellen Selbstverständnisses der Hochschulen. Letztlich wird die Verbreitung des Englischen von Sorgen über einen anglo-amerikanischen Sprach- und Kulturimperialismus und Nachteile für die eigene Sprachgemeinschaft begleitet, die abschließend zusammengefasst werden.

Die Stellung einer Sprache kann anhand einer Reihe von Parametern gemessen werden (Kloss 1974; Ammon 1997; Ammon 2003a; 2003b; Ammon 2015). Ein Faktor ist die numerische Größe einer Sprache, die in der Regel an der Anzahl ihrer Sprecher abgelesen wird. Englisch wird heute von über 335 Millionen, Deutsch von über 83 Millionen und Dänisch von etwa 5,6 Millionen Menschen als Muttersprache (L1) gesprochen. Hinzu kommen noch Zweitsprachensprecher, die sich für das Englische auf etwa 430 Millionen beziffern lassen (vgl. Tabelle 1). Diese sind beispielsweise in Ländern wie Indien und Malawi anzutreffen, die durch die frühere britische Kolonialisierung ihre Englischsprachigkeit häufig in...

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