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Linguistik und Kulturwissenschaft

Zu ihrem Verhältnis aus der Perspektive des Faches Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und anderer Disziplinen

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Edited By Michael Dobstadt, Christian Fandrych and Renate Riedner

Die Beiträge des vorliegenden Bandes zu einer 2013 am Herder-Institut der Universität Leipzig veranstalteten Tagung dokumentieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der linguistischen und kulturwissenschaftlichen Forschung an der Schnittstelle von Sprache und Kultur. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Dieses ist von seiner Aufgabenstellung her in besonderer Weise prädestiniert, das Verhältnis von Sprache und Kultur zu reflektieren und mit Blick auf Prozesse des Spracherwerbs und der Sprachvermittlung unter den Bedingungen von Fremd- und Mehrsprachigkeit zu konzeptualisieren.
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Sprache/Kultur – Kultur/Sprache. Annäherungen an einen komplexen Zusammenhang aus der Sicht der Kulturstudien im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache: Claus Altmayer

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1.Einleitung

Dass zwischen Sprache und Kultur ein enger, ja unauflöslicher Zusammenhang besteht, gehört von je her zu den Grundüberzeugungen der Fremdsprachenwissenschaften im Allgemeinen und des Faches Deutsch als Fremdsprache im Besonderen. Vor allem im Rahmen einer sich ‚interkulturell‘ orientierenden Fremdsprachendidaktik wurde und wird nicht nur die Einheit von Sprache und Kultur immer wieder betont, vielmehr wird (fremd)sprachliches Lernen in umfassendere Zusammenhänge von ‚interkulturellem Lernen‘ und der Entwicklung interkultureller Kommunikationsfähigkeit integriert. So heißt es beispielsweise in einem programmatischen Aufsatz von Hans-Jürgen Krumm aus den 90er Jahren: „Fremdsprachenlernen heißt: Zugang zu einer anderen Kultur suchen. Unterricht in einer Zweit- und Fremdsprache ist daher notwendig interkulturell“ (Krumm 1994, 28). Und in einer zur selben Zeit erschienenen Einführung in das Fach Deutsch als Fremdsprache liest man: „Da Sprache nicht ohne Inhalte gelernt werden kann, ist jeder FU von Anfang an zugleich auch Kultur- und Landeskunde“ (Rösler 1994, 64). Und noch in dem vielleicht einflussreichsten fremdsprachendidaktischen und sprachenpolitischen Dokument der letzten Jahrzehnte, dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen, wird der Zusammenhang offenbar so eng gedacht, dass ‚Sprache‘ und ‚Kultur‘ ohne weitere Erläuterung in einem Atemzug genannt werden, z.B. in Formulierungen wie dieser: „Weder endet die muttersprachliche und kulturelle Kompetenz mit dem Erwerb einer zweiten oder fremden Sprache und Kultur, noch besteht die neue Kompetenz unabhängig von der alten“ (Trim / North et al 2001, 51; Hervorhebungen C.A.).

Auf der anderen Seite markiert gerade der Gemeinsame europ...

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