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Berufliche Arbeit macht krank

Literaturdidaktische Reflexionen über das Verhältnis von Beruf und Privatsphäre in den Romanen von Martin Walser

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Hilmar Grundmann

Unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen (Fehl-)Entwicklungen ragt eine heraus: Damit ist die Erscheinung gemeint, dass auf der einen Seite der Beruf für den Einzelnen das zweifellos wichtigste Feld der Selbstverwirklichung und der personalen Sinnfindung ist, auf der anderen Seite aber genau dies die Arbeits- und Berufswelt immer weniger zulässt. Mehr noch: Die Rigidität der in dieser Welt geltenden Werte, Bewusstseinsstrukturen und Deutungsmuster und ihr Fortwirken bis in die privatesten Lebensverhältnisse sind auch der Grund dafür, dass es für die Berufstätigen selbst in der Privatsphäre immer schwieriger wird, Ich-Identität auszubilden bzw. ausreichend Lebenssinn zu erfahren. Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? Für Walser schon, d.h. er zeigt in seinen ‘Angestelltenbüchern’, was Berufstätige tun können, damit ihr berufliches und privates Leben zumindest aushaltbar wird.
Aus dem Inhalt: Arbeitswelt: (K)ein Gegenstand der Literatur? – Literaturdidaktische Begründung für die Auseinandersetzung mit literarisch vermittelten sozialen Deutungsmustern – Die individuellen Identitätskonflikte Berufstätiger – Folge übertriebener Ichsucht oder Resultat gesellschaftlicher Widersprüche? – Walsers Angebote zur Lösung gesellschaftlicher und ins Individuum verlagerter Widersprüche in seinen ‘Angestelltenbüchern’ von den ‘Ehen in Philippsburg’ bis zu ‘Seelenarbeit’.