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Realpolitik oder antibolschewistischer Kreuzzug?

Zum Zusammenhang von Rußlandbild und Rußlandpolitik der deutschen Zentrumspartei 1917-1933

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Ulrich Kaiser

Obgleich das bolschewistische Rußland durch den mit brutaler Gewalt durchgesetzten Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung in den bürgerlichen Kreisen Europas Abscheu und Angst erregte, suchte das unter dem Druck der Versailler Friedensbedingungen stehende Deutschland schon bald den friedlichen Ausgleich mit dem Sowjetstaat. Auch die Zentrumspartei unterstützte diese Politik. Anhand von zeitgenössischen Quellen werden die politischen Analysen und Debatten im deutschen Katholizismus nachgezeichnet, vor deren Hintergrund dem Zentrum – trotz zunehmender Kritik aus kirchlichen Kreisen – für lange Zeit die Kooperation mit einem System möglich war, dem man in unüberbrückbarer ideologischer Feindschaft gegenüberstand.
Aus dem Inhalt: Zum Revolutionsbegriff des politischen Katholizismus – Das Rußlandbild des deutschen Katholizismus bis zum Ersten Weltkrieg – Zentrum und Außenpolitik im Kaiserreich – Die Ära Erzberger: Das bolschewistische Rußland im Zeichen der Revolution – Die Ära Wirth/Marx: Das bolschewistische Rußland im Zeichen der Evolution – Die Ära Brüning: Das bolschewistische Rußland im Zeichen der Ideologie – Form und Funktion der antibolschewistischen Kampagne zu Beginn der dreißiger Jahre in einzelnen Gruppen und Organisationen des Deutschen Katholizismus: Die Geistlichen – Der Wirtschaftsflügel der Zentrumspartei – Die katholischen Arbeitervereine – Das Generalsekretariat der Zentrumspartei – Die Christlichen Gewerkschaften.