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Feurige Dichtkunst

Die Lyrik von Andreas Gryphius und Friedrich von Spee im Spannungsfeld der Feuertheorien des 17. Jahrhunderts

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Young-Hee Yu

Andreas Gryphius, der bedeutendste Autor des deutschsprachig-protestantischen Barock-Humanismus, und Friedrich von Spee, der bekannteste deutschsprachige Vertreter der machtvollen römisch-katholischen Gegenkultur, galten bislang als nicht vergleichbare Autoren. Diese Arbeit weist dagegen in detaillierten Interpretationen weitreichende weltanschauliche Gemeinsamkeiten zwischen Gryphius’ Gedichten, vor allem den Sonetten, und Spees Liederzyklus Trvtz-Nachtigal nach. Als Hauptmotiv ihrer Werke, das zugleich deren zyklische Gestaltung durchsichtig macht, erweist sich das Feuer. Dieses steht zugleich im Zentrum theologischer, hermetischer, medizinischer und physikalischer Diskussionen der Zeit. In deren Verarbeitung entzünden beide Autoren ein poetisches Feuer-Werk, das aus der theologischen Überzeugung vom Gott der Liebe das Feuer der Mit-Menschlichkeit und damit auch der Überwindung der Glaubensspaltung anzufachen sucht.
Aus dem Inhalt: Das Feuer im Brennpunkt der Forschung: Gott als Feuer, das Feuer in der Alchimie, in der Astrologie, in der Physik, in der Medizin – Der Heilsweg durch das Licht und Feuer bei Gryphius: Feuer als Kompositionsprinzip der Sonettsammlung; Gottes Feuer, das Feuer im Buch der Natur und in der menschlichen Natur als Nächstenliebe – Die Schöpfungserneuerung durch das Feuer bei Spee: das innergöttliche Liebesfeuer, Christi Menschenliebe, das Liebesfeuer der sponsa, die Schöpfungserneuerung im Feuer der Nächstenliebe.