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Jenseits von Humboldt

Wissenschaft im Staat 1850-1990

Series:

Axel Hüntelmann and Michael Schneider

Jenseits von Humboldt: An diesen imaginären Ort sahen sich jene wissenschaftlichen Einrichtungen verwiesen, die nicht dem von Wilhelm von Humboldt entworfenen Ideal einer Einheit von wissenschaftlicher Ausbildung und wissenschaftlicher Forschung entsprachen. Dieser Band behandelt staatliche, halbstaatliche oder staatsnahe Einrichtungen außerhalb der Universität, an denen ebenfalls wissenschaftlich gearbeitet wurde. Die Spannbreite solcher Anstalten umfasste Institute, die direkt einem Ministerium unterstellt waren, deren Tätigkeit sich jedoch auf konkretes Zuarbeiten beschränkte. Auf der anderen Seite des Spektrums standen eigenständige, selbstverwaltete Organisationsformen, die Grundlagenforschung betreiben konnten. Anhand verschiedener Beispiele beleuchtet der Band Performanz und Konfliktlagen, die sich aus der spezifischen Verortung dieser «Wissenschaft im Staat» im 19. und 20. Jahrhundert ergaben.
Aus dem Inhalt: Axel C. Huntelmann/Michael C. Schneider: Einleitung. Wissenschaft im Staat jenseits von Humboldt 1850-1990 – Ulrike Thoms: Ressortforschung und Wissenschaft im 20. Jahrhundert. Das Beispiel der Reichs- und Bundesanstalten im Bereich der Ernährung – Ulrich Pfeil: Die Gründung des Deutschen Historischen Instituts in Paris im Jahre 1958 – Wilfried Rudloff: Der verlängerte Arm der Kultusministerien in der Bildungsforschung. Die staatsnahen Bildungsforschungsinstitute in den 1960er und 1970er Jahren – Rüdiger Hachtmann: Im Spannungsfeld zwischen Staat und Wissenschaft. Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus – Alexander von Schwerin: Die Deutsche Atomkommission. Eine biopolitische Institution der frühen Bundesrepublik und die Naturalisierung der Risikopolitik – Christoph Nensa: Die Alexander von Humboldt-Stiftung. Wissenschaftleraustausch im Spannungsfeld von Staat und Wissenschaft – Marion A. Hulverscheidt: Internationale Forschungslenkung. Malariaforschung im Rahmen des Malaria Eradication Programme der World Health Orgnisation 1955-1972 – Heinrich Hartmann: Die Produktion der Wehrbevölkerung. Militärmedizin und Demografie in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg – Johannes Platz: Die Entwicklung der Wehrpsychologe in Deutschland von 1914-1945 und die über die Entwicklung geführte Auseinandersetzung in der Nachkriegszeit – Axel C. Huntelmann: Eigenartige Sonderstellung in der Welt. Das königlich Preußische Institut für Experimentelle Therapie und das Georg Speyer-Haus im Deutschen Kaiserreich – Heiner Fangerau: Private Wissenschaft und staatliches Interesse? Forschung am Rockefeller Institute for Medical Research zwischen 1901 und 1925 – Gabriele Moser: Wissenschaft, Forschungsplanung und ‘unsichtbarer Staat’. Deutsche Krebsforschung vor und nach 1945 und die Vorgeschichte des Deutschen Krebsforschungszentrums – Nele Bracke: For State and Society? The production of official statistics in 19th-century Belgium – Michael C. Schneider: Das Preußische Statistische Bureau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Organisation der Wissensproduktion – Tobias Kaiser: Staat und Wissenschaft in der DDR. Zu den Organisationsformen von Forschung und Wissenschaft in einer modernen Diktatur – Johannes Raschka: Absolventenproduktion für die staatliche Planökonomie. Die Gründung von Spezialhochschulen in der DDR in den 1950er Jahren – Rüdiger Stutz: Großforschung im Staatssozialismus. Plan und Scheitern des Jenaer Kooperationsverbundes Wissenschaftlicher Gerätebau, 1968/1971 – Verena Witte: Das produktive Potential der Wissensgesellschaft. Überlegungen zur Historisierung eines soziologischen Begriffs.