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Kriegstaumel und Pazifismus

Jüdische Intellektuelle im Ersten Weltkrieg

von Hans Richard Brittnacher (Band-Herausgeber:in) Irmela von der Lühe (Band-Herausgeber:in)
Konferenzband 428 Seiten

Zusammenfassung

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde von der überwiegenden Zahl der deutschen Intellektuellen und Schriftsteller emphatisch begrüßt – auch von den deutschen Juden, die im Kampf fürs Vaterland eine Möglichkeit sahen, ihren Patriotismus und ihre gelungene Assimilation unter Beweis zu stellen. Diese Ansicht hat lange die Forschung dominiert. Die im vorliegenden Band versammelten Beiträge überprüfen aus interdisziplinärer Sicht diese These und gelangen bei der Lektüre und Analyse von Schriften, Briefen, Dichtungen und Dokumenten tonangebender jüdischer Intellektueller zu einem komplexeren Befund, der zwischen Kriegsbegeisterung und -skepsis, Duldung und Protest oszilliert.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis
  • Vorwort
  • I. Im Herzen des Habsburgerreiches: Reflexionen zum Krieg in Wien
  • Barbara Beßlich (Heidelberg) - Der Sommer 1914 in Felix Saltens Kriegspublizistik und in seiner Leutnantsnovelle Abschied im Sturm (1915)
  • Marijan Bobinac (Zagreb) - Schnitzlers Pazifismus und das Medardus-Drama
  • Joanna Jabłkowska (Łódź) - Sprachsatire, Pazifismus und Ohnmacht. Karl Kraus’ und der Erste Weltkrieg
  • Jacques Le Rider (Paris) - (Un)zeitgemäßes zum Krieg: Freud – Schnitzler – Kraus
  • Rolf-Peter Janz (Berlin) - „Am Rande des Blutmeers trauerlustwandelnd“. (Alfred Polgar) Über den Ästhetizismus im Krieg.
  • Hans Richard Brittnacher (Berlin) - Hofmannsthals Kriegspublizistik
  • II. Der Krieg an der Peripherie des Imperiums
  • Janusz Golec (Lublin) - Über die Sinnlosigkeit der Existenz zwischen Lublin und Kowel. Ernst Weiß’ Haltung zum Krieg in den Briefen an Rahel Sanzara und im Roman Mensch gegen Mensch.
  • Jörg Jungmayr (Berlin) - Max Brod im Ersten Weltkrieg
  • Marek Jakubów (Lublin) - Zwischen Pragmatik und Utopie. Die Publizistik von Herman Lieberman und Wilhelm Feldman angesichts des Ersten Weltkriegs
  • III. Der Krieg als Herausforderung des Denkens – Die Intellektuellen und der Erste Weltkrieg
  • Daniel Weidner (Berlin) - Innere Wandlung und Selbstmord Europas: Georg Simmel im Ersten Weltkrieg
  • Günter Häntzschel (München) - „Juden, die wie Imitationen wirkten, so echt sahen sie aus.“ Jüdische Figuren in Siegfried Kracauers Roman Ginster. Von ihm selbst geschrieben.
  • Bastian Schlüter (Berlin) - „Besserung des Loses der Menschheit“. Zu Magnus Hirschfelds und Kurt Hillers Schriften während des Ersten Weltkrieges
  • Dorothee Gelhard (Regensburg) - Cassirer und der Erste Weltkrieg
  • Yael Kupferberg (Berlin) - „Jetzt aber sollten die Menschen begreifen“ – Max Horkheimer und der Erste Weltkrieg.
  • Angelika Ebrecht-Laermann (Berlin) - Von der Kriegsneurosen- zur Antisemitismusforschung. Ernst Simmel und die Diskussion um die Psychoanalyse der Kriegsneurosen im Ersten Weltkrieg.
  • Alexander Honold (Basel) - Propaganda, Aberglaube, Schlangentanz – magische Kriegspraktiken bei Aby Warburg
  • Irmela von der Lühe (Berlin) - „Ein Riss ging plötzlich durch die Welt.“ Margarete Susman im Ersten Weltkrieg
  • IV. Zionismus/Antisemitismus/ Historische und Genderperspektive
  • Hermann Simon (Berlin) - Feldrabbiner im Ersten Weltkrieg
  • Micha Brumlik (Berlin) - Franz Rosenzweig und der Erste Weltkrieg
  • Chana Schütz (Berlin) - Manifest einer Schicksalsgemeinschaft. Das Ehrenfeld für die Gefallenen des Weltkrieges auf dem Friedhof der Berliner Jüdischen Gemeinde in Berlin-Weißensee
  • Hiltrud Häntzschel (München) - Kriegskritik im Konfliktfeld von Weiblich-, Deutsch- und Jüdischsein.
  • Moshe Zimmermann (Jerusalem) - Die Kriegsbegeisterung der deutschen Zionisten
  • V. Der Krieg als Herausforderung von Roman und Dichtung
  • Ievgeniia Voloshchuk (Kiew, Frankfurt/O.) - Vaterland, Heimat und Theater: Topoi der Theaterkritik im autobiografischen Roman Da geht ein Mensch von Alexander Granach
  • Hanni Mittelmann (Jerusalem) - Albert Ehrenstein: „Es hat die Seele keinen Bosporus, noch Vogesen“. Ehrensteins Lyrik im Ersten Weltkrieg.
  • Gesa Dane (Berlin) - Schreiben im Krieg. Else Lasker-Schüler
  • Jürgen Brokoff (Berlin) - „Kriegslieder“ deutsch-jüdischer Autoren im Kontext intellektueller Debatten über Deutschtum und Judentum
  • Petro Rychlo (Czernowitz) - „Wirf über alle uns Dein Totenlaken“: Uriel Birnbaums Gedichtband In Gottes Krieg als Ausdruck seiner messianischen Sehnsucht
  • Beiträgerinnen und Beiträger

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Abbildungsverzeichnis

Die beiden Liebermann-Bilder (das Frontispiz zu dem Band Kriegsbriefe gefallener deutscher Juden auf dem Umschlag unseres Bandes sowie das Gedenkblatt Den Müttern der Zwölftausend, das dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten gewidmet war, im Beitrag von Chana Schütz auf S. 315) werden mit freundlichem Einverständnis der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum sowie von Herrn Prof. Dr. Julius Schoeps, Potsdam, abgedruckt.

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Vorwort

Der vorliegende Band versammelt die Beiträge einer internationalen Tagung, die im Dezember 2014 an der FU Berlin stattgefunden hat und die aus literatur-, kultur- und geschichtswissenschaftlicher Sicht Fragen nach dem Verhältnis von Kriegseuphorie und pazifistischer Ernüchterung stellte. Es mögen dies alte Fragen gewesen sein, freilich wurden sie an entweder anhand wenig beachteter Texte oder aus wenig genutzter Perspektive behandelt.

Kaum überraschend und forschungsgeschichtlich auch nicht völlig neu ist der Umstand, dass Intellektuelle, Dichter und Denker im Mittelpunkt stehen; freilich geht es vordringlich um jüdische Intellektuelle und damit um Semantik und Funktion eines Kriegstaumels, der sich aus besonderen Hoffnungen speiste und zu nicht minder heftigen Enttäuschungen führte. Hatte doch nicht nur der „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ (CV) den Ausbruch des Krieges als Chance für die deutschen Juden begrüßt, ihren Patriotismus, ihr vorbehaltloses Deutschtum emphatisch unter Beweis stellen. Gegen das fortbestehende antisemitische Ressentiment – so die offen artikulierte Erwartung – würden sich die deutschen Juden der seit 1871 bestehenden verfassungsrechtlichen Gleichstellung damit endgültig als würdig erweisen können. Parallel zu solch patriotisch-assimilatorischen Kalkulationen aktivierte der Kriegsausbruch unter den Repräsentanten der „Jüdischen Renaissance“ die zeittypische Sehnsucht nach „Tat“ und „Erlebnis“, während im Kreise der Zionisten die kriegerische Tradition der Makkabäer aufgerufen wurde. Martin Buber hat in einem Brief vom 10. September 1914 ausgerufen: „Die Zeit ist freilich wunderschön, mit der Gewalt ihrer Wirklichkeit und mit dieser ihrer Forderung an jeden von uns“,1 während Franz Rosenzweig einen Tag zuvor seinen Eltern aus Berlin geschrieben hatte: „Ich habe nie gewusst, wie ganz und gar nicht ich mich als Deutscher fühle wie seit dem Kriegsausbruch“. Er wisse gar nicht, fährt Rosenzweig fort, „warum ich gerade den Deutschen, Österreichern und Türken den Sieg wünschen sollte und nicht den Franzosen, Russen und Japanern. Wie widerwärtig mir die ganze Menschenschlächterei überhaupt ist, kann ich gar nicht sagen.“2

← 11 | 12 →Rosenzweig hatte sich zwar freiwillig, aber nicht „enthusiastisch“ zum Kriegsdienst gemeldet und die zitierte Passage stammt denn auch aus einem privaten Brief. Anders als Albert Einstein und Ernst Bloch, Gustav Landauer und Gershom Scholem haben zahlreiche jüdische Intellektuelle sowie Teile des assimilierten jüdischen Bürgertums gehofft, dass im tapferen Kampf und ggfs. auch Tod für das Vaterland – insgesamt 100.000 Juden gehörten den Streitkräften des Ersten Weltkriegs an – der Nachweis echter Vaterlandsliebe erbracht und dem Antisemitismus endlich der Boden würde entzogen werden können: In Manifesten und öffentlichen Erklärungen, in Tagebüchern und Briefen haben sich Schriftsteller und Gelehrte zum Krieg selbst und zu seiner integrativen Wirkung positiv, ja pathetisch geäußert. Dabei spielten naturgemäß weltmachtpolitische Visionen oder hegemoniales geostrategisches Kalkül eine weitaus geringere Rolle als die modernetypischen, zivilisationskritischen Konzepte einer spirituellen und/ oder ästhetisch-erotischen Erneuerung, von Katharsis und Apokalypse, Umkehr zu echtem Volkstum oder Rückkehr in wahres Judentum.

Ob freilich die Zustimmung zum Krieg unter jüdischen Intellektuellen und insgesamt unter den deutschen Juden so unisono ausfiel, wie lange geglaubt wurde, ob nicht auch schon in Kreisen des gut assimilierten Judentums, das sich keineswegs genötigt fühlte, seine Staatstreue unter Beweis zu stellen, Bedenken gegen den Chauvinismus laut wurden, bleibt durch eine gründliche Auswertung von Zeugnissen jüdischer Schriftsteller und Publizisten zu überprüfen; Ulrich Sieg hat in seinen Forschungen zur Rolle der jüdischen Intellektuellen im Ersten Weltkrieg die These vertreten, dass schon zu Beginn des Krieges unter maßgeblichen jüdischen Intellektuellen auch Skepsis gegenüber dem deutschen Nationalismus verbreitet war, die sich mit der schmerzhaft-irritierenden Einsicht, dass man in Polen und Russland gegen Glaubensbrüder würde kämpfen müssen, noch verfestigte.3 Diese in der Geschichtswissenschaft intensiv diskutierte These sollte – so ein weiteres Anliegen der Beiträge dieses Bandes – durch eine Prüfung literarischer Dokumente bestätigt, modifiziert oder falsifiziert werden.

Die gleichsam leitmotivische Antithetik von Kriegstaumel und Pazifismus liefert aber auch den Rahmen zur Rekonstruktion diskurs-und ideengeschichtlicher Entwicklungen, die lange vor dem Ersten Weltkrieg einsetzten und über ihn hinaus wirkten. Dies betrifft zum einen die schon vor 1914 entbrannte innerjüdische Debatte über „Deutschtum und Judentum„4; sie wurde während des Krieges ← 12 | 13 →fortgeführt und spitzte sich in der Kontroverse zwischen Hermann Cohen und Martin Buber weiter zu. Der Krieg brachte zudem für viele jüdische Frontsoldaten in Polen, Litauen und Lettland den ersten Kontakt mit dem Ostjudentum. Die bald einsetzende Glorifizierung ostjüdischer Frömmigkeit insbesondere bei jüdischen Intellektuellen gehört ebenfalls in diesen paradoxen Kontext.

Spätestens mit der im Oktober 1916 durch das Kriegsministerium verordneten „Judenzählung“5 erwiesen sich alle Hoffnungen der deutschen Juden als Illusion; das Ministerium reagierte mit der schikanösen „Zählung“ auf einen neu aufflammenden Antisemitismus, der nach Schuldigen für das Kriegsdebakel suchte und in den angeblich kriegsunwilligen Juden auch fand. Die Briefe, Tagebücher und Memoiren, die Auskunft über das Schockerlebnis geben, das der „Zensus“ des Jahres 1916 für die jüdischen Frontkämpfer bedeutete, sind noch nicht angemessen in der literarhistorischen Auswertung des Ersten Weltkrieges reflektiert worden.6

Schließlich wird nach den Konsequenzen gefragt, die der Kriegs-Antisemitismus einerseits für das diasporische Selbstverständnis des Judentums, andererseits für die Entwicklung des Zionismus gehabt hat. Dass die Kriegsbegeisterung so vieler deutscher Juden und der „Tod im Felde“ der vielen vaterlandsfreudigen jüdischen Frontsoldaten den fortdauernden und mit der Dolchstoßlegende sich weiter radikalisierenden Antisemitismus nicht verhindern konnten, hat die Assimilationstheoretiker in erhebliche Erklärungsnot gebracht. Offenkundig hat die patriotische Begeisterung der deutschen Juden den Antisemitismus eher stimuliert als nivelliert oder wohl gar negiert; das Gegenteil scheint der Fall: in der Dolchstoßlegende, in der Polemik gegen die „Novemberverbrecher“ und die „Erfüllungspolitiker“ wird eine Kontinuität antisemitischer Diskurs-und Deutungsmuster erkennbar, die sich völlig unbeeindruckt zeigt gegenüber jedweder Bekundung chauvinistisch-patriotischer oder pazifistisch-demokratischer Gesinnung auf Seiten der deutschen Juden.

Avi Primor, der frühere Botschafter Israels in der Bundesrepublik, hat im Jahre 2013 einen auf historischen Quellen und Materialien basierenden Roman vorgelegt; unter dem Titel „Süß und ehrenvoll“ rekonstruiert er die Geschichte eines deutschen und eines französischen jüdischen Soldaten, die als Kriegsfreiwillige ← 13 | 14 →ihrem jeweiligen Vaterland endlich dankbar zurückgeben möchten, was sie von ihm erfahren haben. Der Dank fürs Vaterland erzwingt den Kampf Juden gegen Juden: eine ebenso fatale wie paradoxe Konstellation, die Avi Primor freilich nicht der Paradoxie wegen, sondern im Horizont historischer Entwicklungen erzählt, der immer neue Verwerfungen bereit hält. Der Roman verweist denn auch am Ende auf eine Geschichte, die Saul Friedländer in seinem großen Buch Das Dritte Reich und die Juden (2008) erzählt hatte; die jüdische Mutter dreier Söhne, die alle im Ersten Weltkrieg gefallen bzw. schwer verwundet worden waren und deren einzige Tochter ihren Verlobten in den ersten Kriegstagen verloren hatte, schreibt am 28. Februar 1933 an den Reichspräsidenten Hindenburg und protestiert mit Verweis auf ihr Opfer für das Deutsche Reiche gegen die Judenhetze der Nationalsozialisten.7

Kurz vor seinem Tod am 8.Februar 1935 hatte Max Liebermann für die im gleichen Jahr erschienene Veröffentlichung des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten“ mit „Kriegsbriefen gefallener Deutscher Juden“ das Frontispiz geliefert. Es zeigt eine trauernde Mutter an einem Sarg in einer weiten Landschaft; wie in einem Zelt wird die Frau von der schwarz-weiß-roten Fahne des Kaiserreichs umgeben, die Fahne endet auf dem Sarg selbst.

Bereits für Plakat und Flyer unserer Tagung und nun auch für die Dokumentation der Vorträge konnten wir diese Zeichnung Liebermanns verwenden; dafür danken die Herausgeber insbesondere dem Centrum Judaicum bzw. der Ursula Lachnit –Fixson –Stiftung. Für eine großzügige Förderung danken wir außerdem der DFG, dem Außenamt der FU, der Ernst-Reuter-Gesellschaft sowie der Alumnivereinigung des Instituts für Deutsche und Niederländische Philologie der FU. Und schließlich sei Jennifer Pötzsche für ihre Hilfe bei der Einrichtung der Manuskripte gedankt.

Hans Richard Brittnacher, Irmela von der Lühe


1 Martin Buber: Briefwechsel aus sieben Jahrzehnten. 3 Bände. Hg. von Grete Schrader. Heidelberg 171–1975; hier Band 1, S. 365.

2 Franz Rosenzweig: Feldpostbriefe. Die Korrespondenz mit den Eltern (1914–1917). Hg. von W. Herzfeld. Freiburg, München 2013, S. 44f.

3 Vgl. Ulrich Sieg: Jüdische Intellektuelle im Ersten Weltkrieg. Kriegserfahrungen, weltanschauliche Debatten und kulturelle Neuentwürfe. Berlin 2008².

4 Christoph Schulte (Hg.): Deutschtum und Judentum. Ein Disput unter Juden aus Deutschland. Stuttgart 1993.

5 Volker Ullrich: Die Judenzählung im deutschen Heer 1916. In: Fünf Schüsse auf Bismarck. Historische Reportagen 1789–1945. München 2002, S. 108–129; Jacob Rosenthal: Die Ehre des jüdischen Soldaten. Die Judenzählung im Ersten Weltkrieg und ihre Folgen. Frankfurt a. M., New York 2007.

6 Vgl. dazu Felix A. Theilhaber: Die Juden im Weltkrieg. Berlin 1936. Vgl. außerdem Sabine Hank, Hermann Simon (Hg.): Feldpostbriefe jüdischer Soldaten 1914–1918. Zwei Bände, Berlin 2002.

7 Avi Primor: Süß und ehrenvoll. Roman. Berlin 2013. S. 378.

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I.   Im Herzen des Habsburgerreiches: Reflexionen zum Krieg in Wien

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Barbara Beßlich (Heidelberg)

Der Sommer 1914 in Felix Saltens Kriegspublizistik und in seiner Leutnantsnovelle Abschied im Sturm (1915)

Als die Donaumonarchie am 28. Juli 1914 Serbien den Krieg erklärte, war Felix Salten (1869–1945) ein erfolgreicher 44-jähriger Journalist, der sich in den Jahren zuvor einen enormen sozialen Aufstieg erarbeitet hatte. Während der Sohn eines verarmten ungarischen jüdischen Ingenieurs in den 1890er Jahren noch gegenüber seinen großbürgerlichen Wiener Freunden Schnitzler und Hofmannsthal oft finanziell in die Bredouille geraten war, hatte er sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewiesen, dass er sich mit dem Journalismus einen aufwendigen Lebensstil finanzieren konnte. Salten schrieb für die Wiener Neue Freie Presse und den Pester Lloyd, die deutschsprachige Zeitung Budapests.1 Während des Ersten Weltkriegs avancierte er als verantwortlicher Redakteur zum eigentlichen Chef der Zeitung des österreichischen Außenministeriums, dem Fremdenblatt, das er maßgeblich mitgestaltete. Salten begleitete aber nicht nur innerhalb der k.u.k. Doppelmonarchie das Kriegsgeschehen journalistisch, sondern er publizierte auch immer wieder als Korrespondent in reichsdeutschen Zeitungen. Im Berliner Tageblatt berichtete er den Deutschen am 27. Juli 1914 von der Stimmung am Entscheidungstag in Wien, als das österreichisch-ungarische Ultimatum gegenüber Serbien ablief.2

Dass ausgerechnet Salten die Aufgabe zuteilwurde, den Preußen die österreichische Befindlichkeit zwischen Julikrise und Mobilmachung zu erläutern, hat sicher auch mit seiner Berliner Vorgeschichte zu tun, denn Salten war 1905 für kurze Zeit als Chefredakteur der Ullsteiner Berliner Zeitung und der Morgenpost in die deutsche Hauptstadt übergesiedelt und hatte im S. Fischer Verlag eine Essaysammlung über Das österreichische Antlitz publiziert, in der er dem reichsdeutschen Publikum ← 17 | 18 →die kakanische Mentalität porträtierte.3 Während seiner Zeit als Berliner Redakteur hatte er auch immer wieder Artikel in der österreichischen Presse veröffentlicht, in denen er wiederum dem Wiener Publikum Berlin vorstellte als Die fremde Stadt. Thema mit Variationen.4 Salten präsentierte sich in Berlin als idealer Korrespondent für Wiener Belange und in Wien als intimer Kenner wilhelminischer Dispositionen, ein Wanderer zwischen den Hohenzollernschen und Habsburgischen Welten und eine wichtige Gestalt der Kontaktgeschichte zwischen der Berliner und Wiener Moderne, wie sie Peter Sprengel und Gregor Streim beschrieben haben.5 An diese eigene kulturvermittelnde Vergangenheit knüpfte Salten am 27. Juli 1914 an, als er den Berlinern die Stimmung in Wien auf den Straßen begreiflich zu machen suchte. Er ließ in acht kurzen Impressionen den Tag in Wien vom frühen Morgen bis zur Mitternacht Revue passieren und beschrieb die Atmosphäre auf den Straßen aus der Perspektive eines teilnehmenden Beobachters in einer wogenden Menge im Pluralis Modestiae. Den Übergang von angestrengter Spannung zu ekstatischer Begeisterung ebnet in diesen Skizzen immer wieder die Musik. Einer der ersten Abschnitte beschreibt die mittägliche Wachtparade vor der Hofburg, die eine „dichtgedrängte Menge“ lautlos betrachtet, bis die Fanfarenmelodie von „Prinz Eugen, der edle Ritter“ einsetzt. Sie fungiert als Fanal:

Dann brüllt die Menge hier auf wie ein Wettersturm und verschlingt das Reiterlied vom Prinzen Eugen. Und die Luft bebt bei diesem Ausbruch. Von der Musik hört man kaum mehr etwas als den rhythmischen Donner der großen Trommel und dann und wann den zerfetzten, blitzend hellen Klang der Flügelhörner. Unsere Nerven aber werfen sich gleichsam in dieses wilde Meer von Stimmen, tauchen darin unter, baden darin und erfrischen sich. Wir vergessen alle ruhigen Erwägungen, vergessen alles und schreien ← 18 | 19 →mit. Bald hören wir unsere Stimme allein, bald wieder unsere Stimme gar nicht, sondern nur die Brandung, die uns umtost. […] Die Menge rast, und das hat etwas Befreiendes.6

Ähnliches passiert, als die Hymne „Gott erhalte, Franz den Kaiser“ angestimmt wird, die normalerweise, so erläutert Salten den Berlinern gleich einem Cicerone, immer bei der Wachtparade gespielt wird,

wenn die abgelöste Kompagnie die Fahne übergibt. Jeden Tag wird sie von der ruhigen Gaffermenge ruhig angehört und reißt mitten in der Strophe ab, wenn die Fahne übergeben ist. Heute aber fallen Tausende Menschenstimmen mit ein. […] Die Regimentskapelle bricht ab wie sonst. Aber die Masse der Menschen singt weiter.7

Der Ausnahmezustand wird nicht nur akustisch untermalt, sondern realisiert sich überhaupt erst in der Musik. Speziell für das Publikum in Berlin fügt Salten dann noch eine weitere musikalische Szene am Nachmittag in Wien ein. Er lässt sich in der Menge treiben, „ganz ziellos, wie mir schien. Dann aber […] merke ich, dass diese Menge hier ein bestimmtes Ziel hat“8, und das ist die deutsche Botschaft, wo die Österreicher nun die deutsche Kaiserhymne „Heil Dir im Siegerkranz“ und die „Wacht am Rhein“ intonieren. Die Nibelungentreue zwischen Österreich und dem Deutschen Reich wird so suggestiv musikalisch beschworen, noch bevor Österreich und das Deutsche Reich den Krieg überhaupt erklärt haben. Die Mitternacht wird mit dem Radetzkymarsch eingeläutet, dem, so Salten, „genialsten, farbig fröhlichsten aller österreichischen Kriegsmärsche“.9 Abschließend reflektiert Salten über diesen eigentümlichen Schwebezustand zwischen Frieden und Krieg und bekennt sich zum begeisterten Überschwang der letzten Stunden, denn es gehört „zum besten Menschentum, in manchen Stunden solch gelassene Erwägung, solch ruhiges Philosophieren zu vergessen!“10

Während Salten so in seinem nach Berlin adressierten Wiener Stimmungsbild am 27. Juli 1914 die Kriegseuphorie auf der Straße als eine Verführung zum irrationalen Ausnahmezustand schildert, dem man sich guten Mutes hingeben könne, akzentuiert er die Situation zwei Tage später in der Wiener Neuen Freien Presse anders. Direkt auf der ersten Seite der Zeitung unterhalb des Kriegsmanifests des österreichischen Kaisers An meine Völker! ist Saltens Artikel Es muß sein platziert. Explizit bekennt er dort, „ach nein, wir sind in keinem Rausch“ und betont die Überlegtheit und den feierlichen Ernst, mit denen sich Österreich ← 19 | 20 →zum Krieg entschlossen habe.11 In kritischer Auseinandersetzung mit dem Nationalstereotyp von der österreichischen Leichtlebigkeit und Lässigkeit beschwört Salten eine Wende zu Seriosität („Wir sind auch nicht wie einst […] leichtfertig und übermütig“12) und durchzieht den Kommentar leitmotivisch mit der Sentenz „es muß sein“, mit der das staatstragende Feuilleton auch endet. Diese Formel „es muß sein“ nahm Karl Kraus als Aufhänger, um sich über Saltens patriotisches Pathos und seine affirmative Kriegspublizistik zu echauffieren. Kraus ärgerte sich über Salten,

der sich welthistorisch verstellt, Allerseelenstimmungen schreibt mit dem Refrain: ‚es muß sein‘ und der Überzeugung Ausdruck gibt, daß auch im Innern der trauernden Mütter, der Witwen und Waisen ‚wie eherner Glockenklang dies Wort schwingt, dem wir uns alle beugen.‘ Muß es auch sein, daß sie sich das von Herrn Salten, einem jetzt unbeschäftigten Librettisten sagen lassen? Braucht die Musik des Todes solchen Text?13

Kraus Unmut bezog sich dabei nicht nur auf diesen ersten kriegsbejahenden Artikel von Salten in der Neuen Freien Presse, sondern auf viele weitere, die in den nächsten Wochen und Monaten folgten.14 Mit seinen journalistischen Arbeiten im Herbst und Winter 1914 beteiligte sich Salten engagiert am Krieg der Geister, an der Konstruktion eines deutsch-österreichischen Kulturkriegs gegen eine westliche ← 20 | 21 →Zivilisation.15 Als Henri Bergson und Maurice Maeterlinck den Weltkrieg zu einem Kampf der Zivilisation gegen die deutsche Barbarei erklärten, schaltete sich Salten ein auf Ein Wort vom Barbarentum. Von einem Schriftsteller der Wiener Moderne mussten Maeterlincks Aussagen gegen die deutsch-österreichischen Barbaren als besonders schmerzlich empfunden werden, hatte Hermann Bahr 1891 doch Maeterlinck als Dichter eines nervösen Symbolismus den Jung-Wienern als Vorbild anempfohlen.16 Aus Saltens Feuilleton klingt dementsprechend auch eine große Enttäuschung heraus, dass das Idol der 1890er Jahre sich so schroff gegenüber den begeisterten Rezipienten von ehedem äußert. Salten nutzt die Kriegspublizistik, um die eigene ästhetische Vergangenheit umzuwerten und kritisch zu bilanzieren. Retrospektiv erscheint der französisch-belgisch-deutsche Kulturtransfer als ein Irrweg, wenn er klagt:

Kein Talent hat auf Frankreichs […] Boden die Augen aufgeschlagen, dem wir nicht entgegengeeilt wären, um es zu begrüßen. […] Wir haben unsere eigenen Arbeiten beiseite geschoben, um für die anderen Aufmerksamkeit zu werben, wir haben unseren eigenen Kräften den Raum geschmälert, um den Fremden Platz zu schaffen. […] Wir haben das Wesen der Gallier […] studiert, haben vom Besten aufs Gute geschlossen und es unter uns verkündet. Und was haben wir dafür empfangen?17

Als sich in der französisch-englischen Kriegspublizistik die Vorstellung formierte, man wolle diesen Krieg als einen gegen den deutschen Militarismus, aber nicht gegen die deutsche Kultur verstanden wissen, meldete sich Salten wieder zu Wort. Nachdem Anatol France und George Bernhard Shaw metonymisch proklamiert hatten, dieser Krieg werde nicht gegen Goethe und Beethoven geführt, sondern dieser Krieg richte sich lediglich gegen Potsdam (als Inbegriff des preußischen Militarismus), veröffentlichte Salten in der Neuen Freien Presse eine zweiteilige Studie über Potsdam, die Arthur Schnitzler „vorzüglich“ fand.18 Hatte Salten Ende ← 21 | 22 →Juli 1914 den Berlinern vom Entscheidungstag in Wien berichtet, entwirft er den Wienern jetzt Potsdam nicht so sehr als Stätte eines martialischen Militarismus, sondern als Musterfall deutscher Kultur. Geschickt zitiert er Voltaires Sentenz, dass sich in Potsdam zugleich „Grenadiere und Musen, Kriegstrompeten und Geigen“ befänden und schließt mit einem flammenden Plädoyer für eine unteilbare deutsche Kultur, deren militärische Elemente sich nicht abkoppeln ließen:

Das großdeutsche Timbre, das Schiller und Schubert als Angehörige eines „Volks“ ausstellt und Weimar und Wien zusammenzieht, ist durchaus typisch für diese frühen Kriegsfeuilletons Saltens.20 Die erstaunliche imperialistische Schlussvolte, die gleich nach der „ganzen Welt“ ausgreift, und dies mit kultureller Hegemonie legitimiert, illustriert die Intensität seines kulturkriegerischen Engagements. Die vor allem in der französischen Kriegspublizistik ausgestaltete Idee, dass man es gegenwärtig mit zwei unterschiedlichen Deutschlands zu tun habe: einem zu verehrenden der Dichter und Denker und einem anderen zu bekämpfenden der Militaristen und Barbaren, wird immer wieder in der deutsch-österreichischen Kriegspublizistik kritisch diskutiert. Der jüdische Philosoph Karl Joël etwa rekapituliert, die Kriegsschriften der Franzosen „wollen den stillen Denker […] vor dem Damoklesschwert des Militarismus schützen; sie wollen den Engel Goethe vom Teufel Bismarck erlösen“. Gegen diese Vorstellung behaupten Joël und Salten gleichermaßen eine Übereinkunft von deutscher Kultur und deutschem Militarismus, ganz so, wie es in der deutschen sogenannten Erklärung an die Kulturwelt im ← 22 | 23 →Herbst 1914 formuliert und von 93 Wissenschaftlern und Künstlern unterzeichnet worden war. So fragt Joël suggestiv: Muss man denn erst zeigen, „wieviel Kantischer Pflichteifer im preußischen Unteroffizier, wieviel Hegelscher Ordnungssinn im preußischen Beamten lebt?“21

Während im Deutschen Reich der publizistische Einsatz vieler jüdischer Intellektueller im Kulturkrieg auch und vor allem von der Hoffnung getragen war, die Burgfriedensparole von Wilhelm II. auf das deutsch-jüdische Verhältnis auszudehnen,22 scheint eine vergleichbare Vorstellung beim Österreicher Salten nicht vorrangig zu sein. Die Belange speziell der jüdischen Bevölkerung spielen in seinen Kriegsfeuilletons eher selten eine Rolle.23 Auch wenn sich Salten vor 1914 und nach 1918 immer wieder zum Zionismus äußert und Theodor Herzl würdigt,24 so scheint ← 23 | 24 →doch während des Ersten Weltkriegs das Interesse an jüdischen Fragen zurückzutreten. Das mag auch mit der offiziösen Stellung Saltens zu tun haben, die er als leitender Redakteur der Zeitung des Außenministeriums einnahm, der einzigen Zeitung, die Kaiser Franz Joseph wirklich gelesen haben soll. Ab Juli 1916 gehörte Salten zur Literarischen Gruppe im Kriegsarchiv.25 Er rückte mit diesen Tätigkeiten nah ans Zentrum der Macht, und das schmeichelte ihm und provozierte den Spott von Karl Kraus über den „Hof- und Kammerfeuilletonisten“ Salten, der sich „welthistorisch verstellt“.26 Salten hatte Kontakt mit dem Außenminister Ottokar Graf Czernin und dem Ministerpräsidenten Ernst von Koerber. Als Kaiser Franz Joseph starb, vermittelte die Fürstin Metternich Salten die Gelegenheit, allein vor dem Sarg Franz Josephs in Schönbrunn zu stehen. Und voll Pathos beschrieb Salten auch das Staatsbegräbnis, worüber sich wiederum Karl Kraus in der Fackel erhitzte und Salten als „Trauergalaschmock“, „Schmock funèbre“, „rechtmäßige[n] Arrangeuer historischen Reichtums“ und als verkappte Hofschranze beschimpfte.27 In seinen unveröffentlichten Memoiren berichtet Salten davon, dass ihn Graf Galen als Öffentlichkeitsberater für Kaiser Karl, den Nachfolger von Franz Joseph, gewinnen wollte.28

Diese amtlichen Rollen, die Salten wohl auch gern ausfüllte, erklären zum Teil die Vehemenz der Kriegsfeuilletons. Aber diese staatstragenden Äußerungen sind nicht die einzigen Zeugnisse von Salten aus der Kriegszeit. In privaten Briefen und Gesprächen zeigt sich seine Haltung ambivalenter. Man findet zwar auch ← 24 | 25 →dort patriotischen Überschwang und Kriegsbejahung,29 aber auch schon früh immer wieder Zweifel am Sinn und Zweck dieses Krieges.30 Eine weitere Facette von Saltens Stellung zwischen Kriegstaumel und Pazifismus wird sichtbar, wenn man seine fiktionalen Texte hinzuzieht. Im Folgenden soll daher eine Erzählung von Salten vorgestellt werden, die zu Beginn des Ersten Weltkriegs entstand und 1915 in München im Albert Langen Verlag erschien in der Reihe Geschichten aus Deutschlands Kämpfen 1914/15.31 Arthur Schnitzler würdigte Saltens Text etwas gönnerhaft, aber durchaus anerkennend als „ganz hübsche Novelle“;32 und dass ihm der Text gefiel, mag auch damit zu tun haben, dass Personenkonstellation und Erzähltechnik Anleihen bei Schnitzlers Œuvre nehmen. ← 25 | 26 →

Saltens Novelle Abschied im Sturm erzählt eine Ehebruchsgeschichte in Zeiten der Mobilmachung, aus dem Hochsommer 1914. In einer namenlosen österreichischen Garnisonsstadt in der Nähe von Wien unterhält der junge Leutnant Ferdinand Rohnbach seit wenigen Wochen ein amouröses Verhältnis mit der reichen Fabrikantengattin Justine Bernhaber. Während die 31-jährige Justine für Ferdinand leidenschaftlich entflammt ist, fühlt sich der in der Liaison unwohl und zu der 17-jährigen Mathilde Hirschwanger hingezogen. Die österreichische Kriegserklärung an Serbien am 28. Juli 1914 und der Aufbruch des Leutnants in den Krieg (sein Abschied im Sturm) beenden das Verhältnis, von dem Justines Ehemann Eduard Bernhaber bereits wusste.33 Der Krieg erscheint hier als großer Verernstiger des Lebens. Er bewahrt Ferdinand Rohnbach zwar vor einem möglichen Duell mit dem betrogenen Ehemann, aber bringt ihn in die Todesgefahr der Front. Die Mobilmachung führt eine Zeit der Leichtlebigkeit zum Abschluss und markiert einen Epochenwechsel. Die Erzählung endet mit dem Auszug von Ferdinand Rohnbachs Dragonerregiment aus der Garnisonsstadt.34

Details

Seiten
428
ISBN (PDF)
9783653059038
ISBN (ePUB)
9783653952063
ISBN (MOBI)
9783653952056
ISBN (Hardcover)
9783631666043
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2016 (April)
Schlagworte
Judentum Antisemitismus Kriegspublizistik Pazifismus
Erschienen
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2016. 428 S., 1 s/w Abb.

Biographische Angaben

Hans Richard Brittnacher (Band-Herausgeber:in) Irmela von der Lühe (Band-Herausgeber:in)

Hans Richard Brittnacher lehrt am Institut für Deutsche Philologie der Freien Universität Berlin. Arbeitsschwerpunkte: Literaturgeschichte des Goethezeitalters und des Fin de siècle, Imagologie und Alteritätsforschung, Intermedialität des Phantastischen. Irmela von der Lühe lehrte bis zu ihrer Emeritierung am Institut für Deutsche Philologie der Freien Universität Berlin. Arbeitsschwerpunkte: Literatur des 18.–20. Jahrhunderts, Schriftstellerinnen der Moderne, deutsch-jüdische Literatur, Exil- und Holocaustliteratur.

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Titel: Kriegstaumel und Pazifismus