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Viele romanische Sprachen sprechen

Individueller Polyglottismus als Paradigma der Mehrsprachigkeitsforschung

von Christian Koch (Autor:in)
Dissertation 502 Seiten

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • 1 Einleitung
  • 2 Definition von Polyglottismus
  • 2.1 Funktion des Kapitels
  • 2.2 Die Parameter der Quantität und der Qualität
  • 2.3 Polyglott ist multilingual ist vielsprachig?
  • 2.4 Hybridisierungen des Sprachbegriffs
  • 2.5 Romanischer Sprachfamilienpolyglottismus und Romanistik als polyglottes Fach
  • 2.6 Terminologische Konventionen in dieser Arbeit
  • 3 Forschungsüberblick
  • 3.1 Gliederung des Forschungsdiskurses
  • 3.2 Explizite Polyglottismus-Forschung
  • 3.2.1 Historische Orientierung
  • 3.2.1.1 Von den Lebenden und den Toten
  • 3.2.1.2 Mithridates und andere antike Persönlichkeiten
  • 3.2.1.3 Giuseppe Mezzofanti
  • 3.2.1.4 Heinrich Schliemann
  • 3.2.1.5 Georg Sauerwein
  • 3.2.1.6 Emil Krebs
  • 3.2.2 Psycho- und neurolinguistische Orientierung
  • 3.2.2.1 Postume medizinische Untersuchungen
  • 3.2.2.2 Beobachtungen zu Persönlichkeitsmerkmalen
  • 3.2.2.3 Befragungen
  • 3.2.2.4 Fallstudien
  • 3.2.3 Didaktische Orientierung
  • 3.2.3.1 Der runde Tisch der Polyglotten (Lomb)
  • 3.2.3.2 Polyglotte Linguisten (Weydt)
  • 3.2.3.3 Polyglotte Lerner im Internet (Sankó)
  • 3.3 Implizite Polyglottismus-Forschung
  • 3.3.1 Psycho- und neurolinguistische Orientierung
  • 3.3.1.1 Von der L2 zur L3
  • 3.3.1.2 Neurolinguistische Forschung
  • 3.3.1.3 Psycholinguistische Hypothesen, Modelle und Konzepte
  • 3.3.2 Didaktische Orientierung
  • 3.3.2.1 Lernstrategien
  • 3.3.2.2 Weitere Forschungsinteressen
  • 3.4 Mehrsprachigkeitsdidaktik
  • 3.4.1 Einführung
  • 3.4.2 Mehrsprachigkeitsdidaktik als Anti-Polyglottismus
  • 3.4.3 Comenius als Initiator der Mehrsprachigkeitsdidaktik?
  • 3.4.4 Interkomprehensionsdidaktik
  • 3.4.4.1 Definitionen von Interkomprehension
  • 3.4.4.2 Romanistische Studien zur Interkomprehension
  • 3.4.4.3 Interkomprehensionsdidaktische Projekte und Materialien
  • 3.4.4.4 Kritik am Interkomprehensionskonzept
  • 3.4.5 Neue Wege der Mehrsprachigkeitsdidaktik
  • 3.5 Forschungsdesiderate
  • 4 Literarische Zugänge zum Polyglottismus
  • 4.1 Funktion und Inhalt des Kapitels
  • 4.2 Vorromanische Vielsprachigkeit
  • 4.3 Zeugnisse des Mittelalters und der frühen Neuzeit
  • 4.3.1 Polyglotte Lyrik als Spiel mit Sprachen
  • 4.3.2 Rabelais’ Figur Panurge
  • 4.3.3 Polyglotte Komik in dramatischen Texten des 15. und frühen 17. Jahrhunderts
  • 4.4 Die Bedeutung von Vielsprachigkeit in der Literatur der Moderne
  • 4.4.1 Absenz von Polyglottismus im 17. bis 19. Jahrhundert
  • 4.4.2 Sprachliche Entgrenzung bei Apollinaire
  • 4.4.3 Viele Sprachen in einer Figur bei Calvino und Eco
  • 4.4.4 Präventiver Polyglottismus bei Thúy und Pennac
  • 4.4.5 Intellektueller Polygottismus bei Butor
  • 4.4.6 Ausblick
  • 4.5 Zusammenfassung
  • 5 Polyglottismus als Laiendidaktik
  • 5.1 Inhalt und Methodik des Kapitels
  • 5.2 Von der Laienlinguistik zur Laiendidaktik
  • 5.3 Ratgeberliteratur
  • 5.3.1 Nicht-polyglotte Sprachlernratgeber
  • 5.3.2 Lombs subjektive Perspektive
  • 5.3.3 Farber wider jegliche Bescheidenheit
  • 5.3.4 Lewis’ Drei-Monats-Rezept
  • 5.4 Das Medienphänomen des Recent Polyglot Hype
  • 5.4.1 Vorzeichen eines Hypes
  • 5.4.2 Multimediale Initiation des Hypes
  • 5.4.3 Institutionalisierung durch Konferenzen
  • 5.4.4 Institutionalisierung durch Verbände
  • 5.5 Fazit: Prinzipien des medialen Polyglottismus als Laiendidaktik
  • 6 Konzeption der empirischen Studie
  • 6.1 Vorüberlegungen
  • 6.1.1 Erkenntnisinteressen
  • 6.1.2 Profile potenzieller Probanden
  • 6.1.3 Fokussierung auf das Sprechen236
  • 6.2 Datenerhebung
  • 6.2.1 Sprachlernbiographie
  • 6.2.2 Polyglottes Erzählen einer Bildergeschichte
  • 6.2.3 Interview
  • 6.2.3.1 Mit polyglotten Menschen über Sprache sprechen
  • 6.2.3.2 Leitfragen des Interviews
  • 6.3 Datenauswertung
  • 6.3.1 Sprachdaten
  • 6.3.1.1 Feststellung der fluency260
  • 6.3.1.2 Ebenen der sprachlichen Analyse
  • 6.3.2 Interviewdaten
  • 6.3.3 Triangulation
  • 6.4 Datenaufbereitung
  • 6.4.1 Transkription
  • 6.4.1.1 Sprachdaten
  • 6.4.1.2 Metasprachliche Daten
  • 6.4.2 Annotation
  • 7 Korpusübersicht
  • 7.1 Grunddaten
  • 7.2 Profilbeschreibung
  • 7.3 Bemerkungen zur Erhebung
  • 7.4 Kodierungslisten
  • 8 Analyse des Zusammenwirkens der Sprachen im polyglotten Sprechen
  • 8.1 Fokus auf Tertiärsprachen
  • 8.1.1 Tertiärsprache Italienisch
  • 8.1.1.1 Fachdiskurs vs. Korpus
  • 8.1.1.2 Transfererscheinungen ins Italienische
  • 8.1.1.3 Zwischenfazit: Kontrastive Linguistik und empirische Überprüfung
  • 8.1.2 Tertiärsprache Portugiesisch
  • 8.1.2.1 Der Abstand des Portugiesischen
  • 8.1.2.2 Die Varietätenfrage bei den polyglotten Sprechern
  • 8.1.2.3 Transfererscheinungen ins Portugiesische
  • 8.1.2.4 Zwischenfazit: Ein Hypothesenmodell zum Transfer zwischen Tertiärsprachen
  • 8.1.3 Tertiärsprache Katalanisch
  • 8.1.3.1 Transfer ins Katalanische: Erst- vs. Fremdsprache
  • 8.1.3.2 Transfererscheinungen ins Katalanische
  • 8.1.3.3 Zwischenfazit: Ein Hypothesenmodell zur Relativierung von L2 und L3
  • 8.1.4 Tertiärsprache Französisch
  • 8.1.4.1 Tertiärsprachendidaktik Französisch – ein Desiderat
  • 8.1.4.2 Transfererscheinungen ins Französische
  • 8.1.4.3 Zwischenfazit
  • 8.1.5 Die weiteren Sprachen
  • 8.1.5.1 Spanisch
  • 8.1.5.2 Rumänisch
  • 8.1.5.3 Galicisch
  • 8.1.5.4 Okzitanisch
  • 8.1.5.5 Vallader
  • 8.1.5.6 Latein
  • 8.1.6 Sprachübergreifende Betrachtung
  • 8.1.6.1 Transferaffine Strukturen
  • 8.1.6.2 Transferrichtungen
  • 8.1.6.3 Ausgewählte Transferprofile
  • 8.2 Diskursmarker im polyglotten Sprechen
  • 8.2.1 Polyglottes Sprechen als Beitrag zur Fremdsprachenforschung über Diskursmarker
  • 8.2.2 Methode
  • 8.2.3 Ergebnisse
  • 8.2.3.1 Zusammenschau der verwendeten Diskursmarker
  • 8.2.3.2 Individuelles Diskursmarker-Repertoire
  • 8.2.3.3 Sprecherroutinen
  • 8.2.3.4 Tag switching
  • 8.2.3.5 Sprachspezifische Diskursmarker
  • 8.2.4 Fazit
  • 8.3 Bildung und Verwendung der Vergangenheitstempora363
  • 8.3.1 Vergangenheitstempora als Indikator für Sprachkompetenz
  • 8.3.2 Methode
  • 8.3.3 Ergebnisse
  • 8.3.3.1 Metasprachliche Kommentare
  • 8.3.3.2 Interferenz in der Formenbildung
  • 8.3.3.3 Nicht durch Interferenz bedingte Kongruenzfehler
  • 8.3.3.4 Fehler in der Tempusverwendung
  • 8.3.3.5 Quantitative Analyse der Tempusverwendung
  • 8.3.4 Fazit
  • 9 Analyse polyglotter Strategien und Haltungen
  • 9.1 Sprachen differenzieren
  • 9.1.1 Interferenzgefahren
  • 9.1.2 Mit Interferenzen umgehen
  • 9.1.3 Weitere Diskriminationsstrategien
  • 9.2 Bedeutung sprachlicher Korrektheit
  • 9.2.1 Antwortspektrum
  • 9.2.2 Triangulation
  • 9.3 Romanische Sprachen jenseits der Sprechkompetenz
  • 9.4 Strategien zum Erlernen romanischer Sprachen
  • 9.4.1 Konventionelle und besondere Techniken
  • 9.4.2 Die Rolle der sprachlichen Mittel im polyglotten Fremdsprachenlernen
  • 9.4.2.1 Aussprache in Perfektion
  • 9.4.2.2 Grammatik als Grundgerüst
  • 9.4.2.3 Wortschatzvernetzung und die Bedeutung von Latein
  • 9.5 Strategien zum Bewahren der Sprachkenntnisse
  • 9.5.1 Zur Flüchtigkeit von Sprachkenntnissen
  • 9.5.2 Polyglotte Praktiken
  • 10 Schluss
  • 10.1 Fazit I: Von der Interdependenz zur Autonomie der Sprachen
  • 10.2 Fazit II: Erfüllte und unerfüllte Desiderate
  • 10.3 Ausblick: Polyglottismus und schulisches Fremdsprachenlernen
  • Abbildungsverzeichnis
  • Tabellenverzeichnis
  • Verzeichnis der Übersichtskästen
  • Bibliographie
  • Reihenübersicht

1 Einleitung

daß folglich der Polyglottismus, neben seinem vielen mittelbaren Nutzen, auch ein direktes Bildungsmittel des Geistes ist

Arthur Schopenhauer: Ueber Sprache und Worte (1988, 491)

Menschen, die viele Sprachen sprechen, können uns faszinieren. Sie sind imstande, nicht nur zwischen zwei oder drei, sondern einer sehr viel höheren Zahl von Sprachen hin- und herzuwechseln. Dahinter stecken zumeist extensive Lernprozesse, die diese Personen1 zur erfolgreichen Bewältigung von Kommunikationssituationen in vielen Sprachen durchlaufen haben, bei denen wir uns nach dem Warum und dem Wie fragen mögen. Die Beschäftigung mit diesen Menschen ist Gegenstand dieser Arbeit.

Es muss jedoch gleich zu Beginn darauf hingewiesen werden, dass dieses Vorhaben in den sprachlichen Grenzen des Faches Romanistik angelegt ist, sodass der allgemeine Anspruch, den man an die Untersuchung von Polyglottismus stellen kann, hier auf einen Teilbereich des Komplexes beschränkt bleibt. Gleichzeitig ermöglicht diese sprachliche Beschränkung und sprachspezifische Fokussierung aber auch die Anknüpfbarkeit an die Mehrsprachigkeitsforschung in den Disziplinen der Sprachwissenschaft und der Didaktik der romanischen Sprachen.

Schon dem Wort nach konzentriert sich die überaus intensiv betriebene Mehrsprachigkeitsforschung einschließlich der Mehrsprachigkeitsdidaktik auf den Gebrauch von mehr als einer Sprache, thematisiert aber selten mehr als drei Sprachen in einem Individuum, und noch seltener rücken vielsprachige Personen in den Vordergrund. Dies ist in Anbetracht der Seltenheit des Phänomens von Polyglottismus legitim, wirft jedoch auch die Frage auf, was wäre, wenn man eben genau diese selteneren Fälle betrachtet und die Beobachtungen mit den Kenntnissen über mehrsprachige Menschen in Verbindung bringt. Hierdurch erhält die Mehrsprachigkeitsforschung ein Paradigma mit einer potenziellen ←15 | 16→Eigendynamik, das nicht in der Mehrsprachigkeitsforschung in den konventionellen Größenordnungen rein implizit mitverhandelt werden kann.

Daraus leitet sich die ganz allgemeine und in den folgenden Kapiteln zu präzisierende Forschungsfrage ab: Welchen Beitrag leistet Polyglottismus als Paradigma für die Mehrsprachigkeitsforschung? Das ist eine sehr grob gestellte Frage nach Besonderheiten und Andersartigkeiten. Es ist eine explorative Frage, für deren Präzisierung man sich über verschiedene Wege und nach und nach durch Konkretisierung der Begrifflichkeit nähern muss (↗Abs. 3.5; 6.1.1). Polyglottismus ist zunächst kein exakt definiertes Konzept. Die Forschung beschäftigte sich lange nicht mit diesem Phänomen, gleichwohl es jahrtausendalte Belege dafür gibt. Wachsendes Interesse wird dem Polyglottismus zuteil, seitdem polyglotte Personen medial verstärkt Aufmerksamkeit auf sich ziehen und sich so etwas wie eine durch polyglotte Sprecher konstituierte Laienfremdsprachendidaktik konstituiert. Diesen Aspekten sind die ersten vier Hauptkapitel gewidmet (Fig. 1.1).

Die zweite Hälfte des Buches beinhaltet eine empirische Studie, in der romanisch-polyglotte Sprecherinnen und Sprecher untersucht werden. Über die Erhebung sprachlicher und metasprachlicher Daten werden weitere Dimensionen angesprochen, welche Polyglottismus als eigenständiges Paradigma durch weitere Argumentationsgrundlagen rechtfertigen sollen (Fig. 1.2).

←16 | 17→

Da es sich um eine Arbeit im Fach Romanistik handelt, werden romanischsprachige Zitate in aller Regel nicht übersetzt, stattdessen wird auf die Interkomprehensionskompetenz (↗Abs. 3.4.4) der Leserschaft gesetzt, sofern diese nicht selbst polyglott ist und ohnehin alles verstehen kann. Alle anderen Sprachen jenseits von Deutsch und Englisch sind mit Ausnahme der Untersuchung von Latein als gesprochener Sprache (↗Abs. 8.1.5.6) in Fußnoten übersetzt. Die intratextuellen Verweise, die durch den Pfeil ↗ angezeigt sind, sollen der Arbeit – über die Gliederung hinaus – eine zusätzliche innere Ordnung geben (cf. Blanchard/Olsen 2002), die allzu häufige Wiederholung von Inhalten zwecks Aktualisierung zu späteren Zeitpunkten vermeiden und bei halbfertigen Gedanken dorthin verweisen möge, wo die Gedankenführung fortgesetzt wird.

←17 | 18→←18 | 19→

1 In dieser vermeintlich trivialsten aller Fußnoten, die so vielen Arbeiten vorangeht, sei darauf hingewiesen, dass maskuline Pluralformen generisch zu verstehen sind. Auf die explizite Nennung femininer und ggf. gegenderter Formen wird zwar nicht grundsätzlich, aber doch an vielen Stellen, wo mir keine ökonomisch elegante Lösung einfällt, verzichtet. Tatsächlich werden wir aber auch noch sehen, dass das Phänomen des Polyglottismus ein dominant männliches ist (↗Abs. 3.2.2.2).

2 Definition von Polyglottismus

μὴ σὺν φθόνῳ τε καὶ πολυγλώσσῳ βοῇ

σπείρῃ ματαίαν βάξιν εἰς πᾶσαν πόλιν2

Sophokles: Elektra, V. 641sq. (2013, 58)

2.1 Funktion des Kapitels

Der Terminus Polyglottismus ist nicht eindeutig definiert, vielmehr finden wir zahlreiche „Bedeutungs- und Bezeichnungskonkurrenzen“ (Hermanns 2007, 202) nah verwandter Termini. Bei der oben zitierten Stelle in Sophokles’ Elektra ist die Zusammenfügung von πολύϛ (‚viel‘) und γλῶσσα bzw. attisch γλῶττα (‚Zunge‘, ‚Mund‘, ‚Sprache‘ etc.) bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. belegt.3 Allerdings klagt Klytaimnestra an dieser Stelle keinesfalls darüber, dass ihre Tochter Elektra in vielen Sprachen spreche, sondern dass ihre Klage stimmgewaltig erfolge.4 Die Bedeutungsalternative, dass es statt um viele Sprachen um viel Sprache gehen könnte, hat der Gräzismus in modernen europäischen Sprachen nicht erhalten. Die Vielfalt der Verwendungen des Terminus eint immer, dass es um mehr als eine Sprache geht, besteht aber in der undeutlichen Kategorie der Vielheit fort, die als Komplement zum Wenigen oder zum Durchschnittlichen definiert werden muss. Dies ist das Problem der Quantität. Als qualitatives Problem erweist sich die Frage danach, was Sprache ist und ob bzw. wie Sprachen – v.a. auch im Hinblick auf Lernersprachen – zählbar sind. Um die Parameter von Quantität und Qualität wird es in Abs. 2.2 gehen. Es folgen eine semantische Analyse verwandter, z.T. (quasi-)synonymer Termini (↗Abs. 2.3), komplementäre Definitionen einer Hybridisierung der vermeintlichen terminologischen Präzision (↗Abs. 2.4), spezifische Auslegungen des Polyglottismus in Anwendung auf Sprachfamilien (↗Abs. 2.5) und eine abschließende Übersicht über terminologische Konventionen in dieser Arbeit (↗Abs. 2.6).

←19 | 20→

Bereits ausgeschlossen werden kann für die Definition in diesem Kapitel die Bezeichnung polyglott in Bezug auf Texte, insbesondere auf mehrsprachige Bibelausgaben.5 Es wird nahezu ausschließlich – mit einigen Ausnahmen in Kap. 46 – um die Anwendung der Begrifflichkeit auf Personen gehen.

2.2 Die Parameter der Quantität und der Qualität

Wenn Polyglottismus die Beherrschung vieler Sprachen bezeichnet, könnte eine Hilfsdefinition ex negativo das Wenige fokussieren. Allerdings wäre das Wenige eine ebenso unklare und nicht objektivierbare Kategorie. Einen deutlicheren Kontrast liefert das Eine. Nehmen wir zunächst einmal an, dass Sprachen zählbare Objekte sind – dafür spricht der gemeinsprachliche Umgang mit Quantifikatoren (cf. Vater 2005, 110sqq,) im Zusammenhang mit Sprachen7, so ist Monoglottismus, oder häufiger Monolinguismus, als der Umgang mit nur einer Sprache im Hinblick auf die Quantität leicht zu fassen. Verwendet wird der Terminus monolingual zumeist als soziales Faktum, etwa wenn Ingrid Gogolin (1994) vom monolingualen Habitus spricht. Gemeint ist dabei nicht die Begrenzung der Sprachbeherrschung, sondern die der Sprachverwendung auf nur eine Sprache. Monoglossie als evolutionäre Unterdrückung der Mehrsprachigkeit (cf. Franceschini 2011, 345) war besonders in der Herausbildung von Nationalstaaten ein Zeichen des Fortschritts (cf. Cordesse 2009, 13) oder wie Joëlle Cordesse (ibid., 160) es zugespitzt formuliert: „Plus un peuple est éduqué, moins il est polyglotte.“ Monolinguismus auf Individuen bezogen findet man beispielsweise im mittellateinischen Konzept des idiota: „the uneducated is characterized by his knowledge of only one language, which is not Latin or Greek, the ←20 | 21→learned languages of the educated elite“ (Wilton/Wochele 2011, 56). Eingehend beschäftigt sich Jacques Derrida (1996) mit dem monolingualen Individuum in seinem Essay Le monolinguisme de l’autre, in dem Monolinguismus u.a. als Solipsismus bezeichnet wird (ibid., 14), also hier etwa im Sinne einer Begrenzung des eigenen Lebensraums auf die Grenzen der eigenen Sprache. Interessant für die Zählweise von Sprachen ist seine Bezeichnung der Mutter- bzw. Erstsprache als „avant-première langue“ (ibid., 118), womit angedeutet wird, dass man erst mit der Erfahrung einer Fremdsprache damit beginne, Bezeichnungen und Bedeutungen metasprachlich zu analysieren. Monolinguismus wäre dann ein quasi-außersprachlicher Umgang mit sprachlichen Zeichen, da diese als selbstverständlich, nicht jedoch als arbiträr wahrgenommen würden.8

Der erste Teil einer Definition ex negativo über den Weg des Monolinguismus eröffnet Perspektiven für die Merkmale des Polyglottismus, die Frage nach der Vielheit bleibt dadurch jedoch trivial, wenn die einzige Erkenntnis ist, dass es um mehr als eine Sprache gehen muss. Michel Paradis (1997, 332) grenzt etwa auf Englisch polyglots von bilinguals ab, bezeichnet mit dem Terminus also die Zahl von drei und mehr Sprachen, ebenso wie das Polyglot Speaking Model von Williams/Hammarberg (1998). Auch für das Französische finden wir bei Adelheid Hu (2008, 86) die Abgrenzung „élèves bilingues ou polyglottes“, die fr. polyglotte für die Zahl von drei oder mehr Sprachen nahelegt. Gegen diese Abgrenzung spricht auf Ebene der signifiants eine ausdifferenziertere Terminologie, wenn man an mehrsprachig oder plurilingual denkt. Diese Ebene müsste noch dazwischenliegen und wird uns in Abs. 2.2 beschäftigen. Vorerst soll es aber um die Frage des Konzepts von Vielheit gehen.

Wenn man sagt, jemand spreche viele Sprachen, liegt dies bis zu einem gewissen Grad im subjektiven Ermessen des Betrachters, in Relation zu sich selbst und zu anderen. Spricht also jemand nur eine Sprache, mag er einen Dreisprachigen für polyglott halten, während ein Sechssprachiger das anders sieht, und ein Zehnsprachiger mag den Sechssprachigen als nicht-polyglott bezeichnen. Zehn Sprachen wiederum dürften wohl intersubjektiv als viel gelten, drei Sprachen eher nicht, also müsste der intuitive Grad von Vielheit irgendwo dazwischenliegen. Wollte man sich auf eine Zahl festlegen, so träte die Paradoxie des Haufens – das sog. Sorites-Argument (cf. Pfister 2013, 167) – ein, d.h. ein solider ←21 | 22→polyglotter Sprecher, wäre vermutlich immer noch polyglott, wenn man ihm eine Sprache aberkennen würde.

Repräsentative statistische Erhebungen über Sprachenzahlen liefert die Europäische Union, so im Spezial-Eurobarometer 386 „Die europäischen Bürger und ihre Sprachen“ (Europäische Kommission 2012). Dort wird als Maximalzahl allerdings nur angegeben, wie viele Bürger sich in mindestens drei Fremdsprachen unterhalten können: 10% im EU-Schnitt, 8% in Deutschland. Spitzenreiter ist Luxemburg mit 61% (cf. ibid., 18), was in einem Land mit vitaler Triglossie und bei einer Statistik, die nur eine Sprache als Muttersprache zählt, nicht verwundert.9 Das intersubjektive Urteil steht somit auch in Abhängigkeit der Poly- bzw. Monoglossie der Gesellschaft. Claudia Maria Riehl (2014, 72) nennt folgende Zahlen für mehrsprachig aufwachsende Kinder in Deutschland:

Die Summe aller mehrsprachigen Kinder (alltags- und familiär bedingt) beträgt 56,4 %. 46 % der Kinder wachsen mit zwei Sprachen auf und 13,9 % mit drei verschiedenen Sprachen. Weitere 2,5 % sind viersprachig und 0,5 % sogar fünfsprachig!10

Diese Zahlen erklären sich natürlich nur geringfügig durch regionale Minderheitensprachen wie Friesisch oder Dänisch oder durch frühkindliche Immersion in einer Fremdsprache, sondern eher durch migrationsbedingte Konstellationen, in denen Deutsch zusammen mit mehrsprachigen, womöglich verschiedensprachigen Elternteilen zu bis zu fünf Sprachen führen. Für polyglotte Gesellschaften weltweit wird die Zahl von fünf Sprachen als Maximum gesehen, worauf begründend Richard Hudson (22012, 104) als Definition für ein polyglottes Individuum, das er in Abgrenzung anderer Verwendungen von polyglot als ←22 | 23→„hyperpolyglot“ bezeichnet, ein Minimum von sechs Sprachen annimmt: „one who can speak six or more languages fluently“. Zwar ist die Begründung, dass es irgendwo auf der Welt Menschen gibt, die im natürlichen Umfeld fünf Sprachen erworben haben und dann erst durch das Erlernen einer weiteren Sprache polyglott werden können, fragwürdig, aber für die Zahl 6 sprechen sicherlich noch andere Faktoren. So ist es etwa im deutschen Gymnasialcurriculum denkbar, im Laufe der Jahre bis zu vier Fremdsprachen zu belegen. Entsprechend kommt ein monolingual aufwachsendes Kind durch schulische Bildung auf maximal fünf Sprachen. Hochschulstudien, etwa in der Romanistik – sofern wir hier auch von Deutschland ausgehen – verlangen neben Deutsch und Englisch kaum mehr als aktive Kenntnisse in drei romanischen Sprachen. Durch solche Argumente wird die Zahl von sechs Sprachen für die Definition von Polyglottismus zwar nicht von ihrer Willkür befreit, aber doch ein wenig untermauert.

Gemäß dem logischen Quadrat (cf. Pfister 2013, 157sq.) können wir über den Polyglottismus P von einem Sprecher S von sechs oder mehr Sprachen zu vier Urteilen kommen (Fig. 2.1).

Die denkbaren Urteile lauten:

1. Universal bejahendes Urteil (A): Alle Sprecher mit ≥ 6 Sprachen sind polyglott. Das ausschlaggebende quantitative Minimum ist erreicht.

2. Universal verneinendes Urteil (E): Kein Sprecher mit ≥ 6 Sprachen ist polyglott. Das quantitative Minimum ist nicht erreicht.

←23 | 24→

3. Partikulär bejahendes Urteil (I): Einige Sprecher mit ≥ 6 Sprachen sind polyglott. Die Quantität allein ist nicht ausschlaggebend.

4. Partikulär verneinendes Urteil (O): Einige Sprecher mit ≥ 6 Sprachen sind nicht polyglott. Die Quantität allein ist nicht ausschlaggebend.

Während das Urteil (E) denen zugestanden sei, die für ein höheres Minimum als sechs Sprachen argumentieren wollen12, modifizieren die Urteile (I) und (O) die pauschal quantitative Annahme des Urteils (A) und führen uns zum zweiten wesentlichen Parameter, dem der Qualität.

Es geht um die Frage der Beherrschung einer Sprache, bei der zwischen Ja und Nein ein großer Ermessensspielraum liegt, in dem je nach Auswahl der Kriterien ganz unterschiedliche Urteile gefällt werden könnten. Da wäre zunächst der hohe Anspruch einer muttersprachenartigen Perfektion, wie man ihn bei Schopenhauer (1988, 490) liest:

Vollkommen inne aber hat man eine Sprache erst, wenn man fähig ist, nicht etwa Bücher, sondern sich selbst in sie zu übersetzen; so daß man, ohne einen Verlust an seiner Individualität zu erleiden, sich unmittelbar in ihr mitzutheilen vermag, also Ausländern jetzt eben so genießbar ist, wie Landsleuten.

In Zeiten der Kompetenzorientierung und Standardisierung fremdsprachlicher Niveaustufen sind die Parameter für Einzelsprachen besser beschreibbar als je zuvor. Mit Werkzeugen wie dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GeR; Europarat 2001) sind Teilkompetenzen beschreib- und zuordenbar. Für zahlreiche Sprachen existieren validierte Testformate. Diese sind jedoch zur Feststellung, ob jemand polyglott ist oder nicht, aufgrund ihres Umfangs für jede Einzelsprache kaum praktikabel. Ferner bedarf es einer willkürlichen Festlegung, wo die Schwelle liegt. Der Referenzrahmen selbst bezeichnet das Niveau B1 als threshold level (cf. Vogt 22017, 101), welches den Beginn einer selbstständigen, d.h. nicht mehr rein reproduktiven, Sprachverwendung einleitet. Neben rein kommunikativen Aspekten könnte natürlich auch die Idee der fremdsprachlichen Identitätsentwicklung (cf. De Florio-Hansen 2015, 88sq.) eine Rolle spielen, die sich jedoch primär an der Ausbildung in einzelnen Sprachen orientiert und für polyglotte Sprachkonstellationen möglicherweise als überkomplex erweist.

Ein qualitativer Zugang kann über das Selbstkonzept erfolgen. Wer bezeichnet sich selbst als polyglott und wie begründet er es? Gudula List (2004, 135) benennt ←24 | 25→etwa „polyglottes sprachliches Handlungspotential“ als einen Faktor für das bei ihr so bezeichnete Selbstkonzept der „Quersprachigkeit“ (↗Abs. 2.4), also die Frage der Kommunikationsfähigkeit in verschiedenen Sprachen. Die selbstkonzeptuelle Auslegung von Sprachkompetenz kann jedoch völlig unterschiedlich erfolgen, wie Barry Farber (1991, 98) es in seinem humorvollen Sprachlernratgeber How to Learn Any Language. Quickly, Easily, Inexpensively, Enjoyably, and On Your Own (↗Abs. 5.3.3) stereotyp formuliert: „An American may master a foreign language to the point where he considers himself fluent. A European, however, who speaks a language equally well and no better will often deny he speaks it at all.“ Eine Urteilsbildung darüber, was polyglott ist, wird sich nicht allein auf eine Selbstbeurteilung stützen können, sondern bedarf weiterer äußerer Beurteilungskomponenten. Ein bekanntes Beispiel einer Dekonstruktion ist die Testung des mit 58 Sprachen bis zu jenem Auftritt im Guinness-Buch eingetragen Rekordhalters Ziad Fazah im chilenischen Fernsehen im Juli 1997. Tatsächlich beruhte die Angabe zur Zahl von Sprachen ausschließlich auf seinem eigenen Urteil, weshalb der Rekord im Anschluss an die Sendung gestrichen wurde. Es waren eine Reihe von Muttersprachlern aus den Auslandsvertretungen in Chile in die Sendung eingeladen, die nach einem kurzen Gespräch mit Fazah Auskunft darüber geben sollten, ob die Kommunikation funktioniert hat. Kurzum konnte Fazah jenseits seiner Muttersprache Arabisch und seinen Alltagssprachen Portugiesisch und Spanisch elementarste Dialoge nicht bewältigen, wozu er an einer Stelle der Sendung eine Erklärung versucht (Canal 13, 2015, 15’24’’-15’43’’):13

(2.1) 

1 - Fazah: Una cosa, una cosa.

2 – Mod.: A ver.

3 - Fazah: Esos idiomas, en verdad/ el croata/ el/ el/ el eh/ porque en verdad no me avisaron (en cuanto a la) selección, que habría esos idiomas aquí,

4 - Mod: Ya.

5 - Fazah: porque si me hubiese avis(ad)o (de pronto de la) selección, yo los eh/ yo/ yo me habría preparado, porque hace más (que/de) veinte años que no estoy practicándolos.

Das Problem der Konservierung scheint ganz wesentlich zu sein. Es ist vielleicht weniger besonders, eine größere Zahl von Sprachen im Laufe des Lebens bis zu ←25 | 26→einem höheren Niveau zu erlernen. Sehr viel schwieriger ist dagegen, die Kenntnisse aufrechtzuerhalten und jederzeit abzurufen. In diesem Sinne ist Polyglottismus nicht statisch jederzeit präsent, sondern großer Dynamik ausgesetzt. Schaut man sich den ganzen über 20-minütigen Auftritt Fazahs an, könnte man zu dem Schluss kommen, dass er de facto von den getesteten Sprachen praktisch gar keine beherrscht. Die kommunikativen Fehlleistungen konzentrieren sich auf die sprachlichen Fertigkeiten des Hörverstehens und des interagierenden Sprechens. Verborgen bleibt dagegen, inwieweit Fazah über sprachliche Mittel in den verschiedenen Sprachen verfügt, die er womöglich in der spontanen Kommunikation nicht zur Anwendung bringen kann.14 Es bleibt aber der Eindruck, dass hier ein Sprachgenie am Ende vieles, nichts jedoch richtig beherrsche, oder wie Jürgen Quetz (2004) es formuliert: „Polyglott oder Kauderwelsch?“15

Die Annahme, dass die Sprachkompetenz eines Individuums in mehreren Sprachen ausgewogen oder symmetrisch sein könne, wird schon in zweisprachigen Konstellationen bezweifelt (cf. Bausch 62016, 287). Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich polyglotte Sprachkompetenz immer asymmetrisch mit Dominanzen und einer Reihe deutlich geringer ausgebildeter Sprachen darstellt, kurzum als Konstrukt, das wie jenes der Zwei- und Mehrsprachigkeit bei Bausch (ibid., 286) „durch kontinuierliche Instabilität gekennzeichnet“ ist. Für meine Untersuchung polyglotter Sprecher muss dieses Problem aufgegriffen und die Frage nach der Qualität in der Sprachstandserhebung argumentativ validiert werden, was uns in Kap. 6 zur Konzeption der empirischen Studie noch beschäftigen wird.

Abschließend zum Parameter der Qualität sei noch auf einen anderen Aspekt hingewiesen, der in diesem Zusammenhang anzusprechen ist: die Frage, ob Polyglottismus gleichermaßen auf das gesteuerte Erlernen von Sprachen wie auf biographiebedingte Erwerbsformen, etwa durch häufige Umzüge in verschiedene Länder, zu beziehen ist. Der Terminus bilingual wird prototypisch eher mit dem Aufwachsen in zwei Sprachen assoziiert und daher nicht ohne Weiteres auf Personen angewendet, die eine Sprache erlernt haben (cf. Riehl 2014, 11). Elisabeth Pelzl (2013, 1) verweist auf französische Termini:

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Im Französischen hat sich die Unterscheidung zwischen dem polylingue, demjenigen, der von Geburt an mehrere Sprachen erlernt, und dem polyglotte, der erst nach der Ausbildung eines sprachlich-spekulativen Denkens in einer Muttersprache eine andere Sprache erlernt, durchgesetzt. [Hervorhebungen im Original]

Kenneth Hyltenstam (2018, 171) schlägt postpubertäres Erlernen neuer Sprachen als Kriterium von Polyglottismus vor (↗Abs. 2.6; Abs. 3.2.2.3). Oben haben wir bereits über die Polyglossie als eine natürliche Aneignung16 verschiedener Sprachen und der mutmaßlichen Maximalzahl von fünf auf diese Weise erwerbbaren Sprachen innerhalb eines Raumes gesprochen. Beim Wechsel des sprachlichen Raumes wäre die ungesteuert erwerbbare Sprachenzahl potenziell unbegrenzt. Prototypisch kann man annehmen, dass die Disposition zur Kommunikation in sechs oder mehr Sprachen – zumindest in Teilen – aus intendiertem Lernen von Sprachen resultiert, während der mehr oder minder zufällige, auch zirkumstanzielle, Erwerb von Sprachen in so hoher Zahl wohl eher die Ausnahme darstellt. Definitorisch muss dies nicht unbedingt voneinander abgegrenzt werden, sehr wohl aber im Hinblick auf Forschungsinteressen, die für die verschiedenen Wege zum Polyglottismus ganz und gar unterschiedlich sein dürften.

2.3 Polyglott ist multilingual ist vielsprachig?

Etymologisch betrachtet identisch, trennen sich die Bezeichnungen polyglott, multilingual und vielsprachig durch unterschiedliche Verwendungen. Dass wir im Deutschen neben germanischstämmigen Wörtern Latinismen, Gräzismen und häufig auch Anglizismen verwenden können17, erlaubt nicht nur stilistische Vielfalt, sondern birgt auch das Potenzial einer präzisen terminologischen Differenzierung. Hierfür ist jedoch eine Konventionalisierung erforderlich, die wiederum kaum punktuell festgesetzt werden kann, sondern sich durch ←27 | 28→kontinuierliche Verwendung der Termini mit verschiedenen Bedeutungspräferenzen und durch Terminologiekritik etabliert.

Biographische Angaben

Christian Koch (Autor:in)

Christian Koch studierte in Kiel die Fächer Französisch, Spanisch und Italienisch auf Lehramt und ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter für angewandte Sprachwissenschaft und Didaktik der romanischen Sprachen an der Universität Siegen tätig.

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Titel: Viele romanische Sprachen sprechen