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Tendenzen der Gegenwartsliteratur

Literaturwissenschaftliche und literaturdidaktische Perspektiven

von Marijana Jeleč (Band-Herausgeber:in)
Sammelband 358 Seiten

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Title Page
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Literaturwissenschaftliche Perspektivierungen
  • Elin Nesje Vestli: Erich Hackls Am Seil. Eine Heldengeschichte (2018). Ein literarischer Stolperstein
  • Lisa-Marie Strehle: Das Dorf als literarischer Seismograph der Gegenwart? Juli Zehs Unterleuten (2016) und Lukas Rietzschels Mit der Faust in die Welt schlagen (2018)
  • Milka Car: Geschichte im Kriminalroman? Veit Heinichens Kriminalroman Totentanz
  • Marijana Jeleč: Geschichtswissen und Familienwissen. Zum „rekonstruktiven“ Generationenroman in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur
  • Monika Riedel: Doppelte Heimaten. Artur Becker als Sprach- und Kulturvermittler?
  • Radwa Imam: Die syrische Heimat als Heterotopie – Suleman Taufiqs Café Dunya. Ein Tag in Damaskus und Rafik Schamis Sophia oder der Anfang aller Geschichten
  • Literaturdidaktische Perspektivierungen
  • Sebastian Bernhardt: Transgender in der Kinder- und Jugendliteratur – Analysen und literaturdidaktische Perspektiven
  • Goran Lovrić: Nora Krugs Graphic Novel Heimat – Ein deutsches Familienalbum im Literaturunterricht der Auslandsgermanistik
  • Leonie Silber: „Unser Land! Unsere Beute!“ – Erzählungen von abenteuerlichen Reisen im Deutschunterricht
  • Lee Teodora Gušić: Kontextuell-analytische Reflexionen und didaktisch-methodische Anregungen zum literarischen und historischen Lernen. Melinda Nadj Abonjis Schildkrötensoldat
  • Julia von Dall’Armi: Julya Rabinowichs Adoleszenzroman Dazwischen: Ich (2016) – kulturdidaktische Lektüren eines jugendliterarischen Interkulturalitätsromans
  • Karina Becker: Interkulturelles Lernen im Deutschunterricht. Hybridität und Diversität in der gegenwärtigen Kinder- und Jugendliteratur
  • Marijana Jeleč: Didaktisch-methodische Wege zur interkulturellen deutschsprachigen Gegenwartslyrik
  • Nils Bernstein: Zum Stellenwert von Literaturdidaktik im DaF- und DaZ-Unterricht am Beispiel von Slam Poetry. Eine Standpunkterörterung mit didaktischen Vorschlägen
  • Nils Lehnert: Gesellschaftsrelevant, aber nicht offen „engagiert“. Zum didaktischen wie ästhetischen Potenzial von Dea Lohers Theatertexten Diebe (2010), Am Schwarzen See (2012) und Gaunerstück (2015)
  • Nikolina Miletić: Literaturbezogene Übungstypen in ausgewählten kroatischen DaF- Lehrwerken. Bestandsaufnahme und Analyse
  • Angaben zu den Autorinnen und Autoren
  • Abbildungsverzeichnis

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Elin Nesje Vestli

Erich Hackls Am Seil. Eine Heldengeschichte (2018).
Ein literarischer Stolperstein

Abstract: Der Beitrag setzt sich mit Erich Hackls Am Seil. Eine Heldengeschichte (2018) auseinander. In Am Seil wird nachgespürt, wie Reinhold Duschka, Kunstschmied und Bergsteiger, während der NS-Zeit in Wien das Leben von Regina Steinig und ihrer Tochter Lucia vor der Deportation rettete, indem er die beiden in seiner Werkstatt versteckte. Es bleiben allerdings Lücken, weil Lucia, inzwischen 90 Jahre alt, sich nicht mehr an alles erinnert, und weil Reinhold Duschka sich kaum dazu geäußert hat. Im folgenden Beitrag wird – vor dem Hintergrund von Erich Hackls Poetik – untersucht, wie Hackl in diesem Text die Rolle des Chronisten anlegt und wie er die herangezogenen Quellen literarisiert. In einem abschließenden Teil wird Am Seil als Unterrichtsgegenstand in der Auslandsgermanistik vorgeschlagen.

Schlüsselwörter: Erich Hackl, Am Seil, Reinhold Duschka, NS-Zeit, Wien, Erinnerungsliteratur, Dokumentarliteratur, Widerstand, 

Abstract: This essay examines Erich Hackl’s Am Seil. Eine Heldengeschichte (2018). Here the Austrian author traces the story of how Reinhold Duschka, a metalsmith and mountaineer, saved the lives of Regina Steinig and her daughter Lucia from deportation during the Nazi regime in Vienna, by hiding them in his workshop. However, the attempted reconstruction of the narrative reveals gaps. This is partly because Lucia, now 90 years old, struggles with remembering the traumatic events of long ago, and partly because Duschka himself told very few people in post-war Vienna about his feat. The essay explores – against the background of Hackl’s poetics – how the author develops the role of the chronicler, a term Hackl uses throughout his work to describe his narrators, and his strategies for transforming facts and assumptions into a fictionalized account. In a concluding part, the extent to which Am Seil may be included in the curriculum of German Studies is discussed.

Keywords: Erich Hackl, Am Seil, Reinhold Duschka, Nazi Era, Vienna, remembrance, testimonial literature, documentary literature, resistance, 

Einleitung

Nach Ansicht von Erinnerungstheoretikern dauere das kommunikative Gedächtnis etwa 80 Jahre an, schreibt Erich Hackl, danach seien wir „auf historische ←15 | 16→und literarische Quellen angewiesen“ (Hackl 2014: 9). Dieses Dilemma veranschaulicht der österreichische Autor in nahezu jedem seiner Texte, so auch in seinem jüngsten Buch, Am Seil. Eine Heldengeschichte (2018). Hier wird erzählt, wie Reinhold Duschka, Kunstschmied und Bergsteiger, während der NS-Zeit in Wien das Leben von Regina Steinig und ihrer Tochter Lucia vor der Deportation rettete, indem er Mutter und Tochter versteckte, zuerst in seiner Werkstatt, später in einem Schrebergarten. Der genaue Verlauf der Ereignisse lässt sich heute, d.h. in der Schreibgegenwart des Autors, nicht mehr gänzlich rekonstruieren. Denn die Erinnerungen von Lucia (heute Lucia Heilman), inzwischen 90 Jahre alt, sind brüchig, und Duschka, der 1993 verstarb, hat in der Nachkriegszeit darüber weitgehend geschwiegen. Hackls Chronisten, der die Geschichte rekonstruieren will, bleibt nichts anderes übrig, als die Erinnerungslücken durch historische Recherchen zu komplettieren und die Leerstellen durch Vermutungen zu ergänzen. Was bleibt, ist ein literarischer Stolperstein,1 der trotz – oder gerade wegen– Leerstellen das Schicksal der Betroffenen vor dem Vergessen bewahrt. Der Text, wie der Stolperstein, weist auf eine Lücke in der öffentlichen Tradierung hin. Im Folgenden wird, vor dem Hintergrund vor Erich Hackls Poetik, Am Seil näher untersucht. Besonders interessiert, wie Hackl in diesem Text die Rolle des Chronisten anlegt und wie er die in diesem Fall herangezogenen Quellen literarisiert. In einem abschließenden Teil wird Am Seil als Unterrichtsgegenstand im Rahmen der Auslandsgermanistik vorgeschlagen.

Geschichte und Poetik

Hackl betrachtet sein Schreiben als dokumentarische Arbeit (vgl. Hackl 2016: 62), keine „platt kalkulierte[n]; Tatsachenberichte“ mit agitatorischer Wirkungsabsicht (vgl. Hackl 2016: 62), sondern Texte, die „Erinnerungen und Fakten“ (Hackl 2016: 62) verbinden, indem aus „den gesammelten Materialien dann eine Erzählung oder Chronik“ (Hackl 2016: 63) entwickelt wird.2 Er schreibt „keine Romane“ (Hackl 2016: 79), sondern spürt in seinem Werk Geschichte(n) nach. Seine „Fallstudien“ (Klüger 1997: 177) entspringen geschichtlichem Unrecht, ausgetragen in faschistischen Diktaturen, vor allem während des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus, aber auch während des ←16 | 17→Franco-Regimes in Spanien und in Diktaturen in Südamerika.3 Er sieht sich den Opfern der Diktatur und der Verfolgung verpflichtet: den Opfern der Schoah, den Widerstandskämpfern in Österreich und Deutschland, den deutschen und österreichischen Spanienkämpfern und den südamerikanischen „desparecido“. Aber seine Texte erzählen ebenfalls über Menschen, die sich gegen den Zeitgeist stellen, die sich selbst gefährden, um anderen zu helfen. Dadurch zeigt er, dass die Zivilcourage des Einzelnen Menschenleben retten kann, und dass das Aufbegehren zur rechten Zeit etwas bewirkt. Darauf verweist er ausdrücklich schon in Abschied von Sidonie (1989), in dem der Chronist am Ende der Erzählung einen Fall hervorhebt, der – im Gegensatz zum Schicksal von Sidonie – gut ausgegangen ist, nämlich den Fall Margit. Margit ist, wie Sidonie, eine Roma, die aber dank der Hilfe von mutigen Mitmenschen die NS-Zeit überlebte: „kein Buch muß an ihr Schicksal erinnern, weil zur rechten Zeit Menschen ihrer gedachten“ (Hackl 1989: 128). Seine Texte spüren demnach nicht nur dem in vielen Fällen unabwendbaren Schicksal nach, sondern deuten eine konjunktivische Möglichkeit an: Wie hätte die Geschichte ausgehen können, falls jemand für die Verfolgten aufgestanden wäre und ihnen geholfen hätte? Es handelt sich um engagierte Literatur mit einem moralischen Impetus. Allerdings, so argumentiert er in seinen Vorlesungen im Rahmen der Brüder-Grimm-Professur (2006, erst 2016 veröffentlicht), versteht er sich nicht als Verfechter einer operativen bzw. eingreifenden Literatur, die die Gesellschaft ändern will, sondern er sieht sich vor allem den „Hütern“ (Hackl 2016: 74) der Geschichte verpflichtet: Wenn seine Recherchen es möglich machen, den Menschen oder den Familien, mit deren Schicksal er sich beschäftigt, Gewissheit zu geben (vgl. Hackl 2016: 74), wie in Abschied von Sidonie, Die Hochzeit von Auschwitz (2002) oder auch in Am Seil, hat die Arbeit einen Sinn. Die Spurensuche geht bis in die eigene Schreibgegenwart, wodurch eine transgenerationale Perspektive entsteht, die sowohl die Herausforderungen der Tradierung als auch die Spätwirkungen der direkt Betroffenen und deren Nachkommen thematisiert.

Hackl ist, davon zeugen sowohl seine Texte als auch zahlreiche Interviews und Essays, ein beharrlicher Frager. Er ist – so Ruth Klüger – „ein Geschichtenerzähler, der sich mit der Geschichte nicht zufriedengibt“ (Klüger 1997: 177), jemand, der nachhakt, nachbohrt, in Frage stellt und – dort wo die Fakten nicht ausreichen – Vermutungen anstellt, allerdings nur unter von selbst auferlegten ←17 | 18→strengen Voraussetzungen: „Nur da, wo es keine Fakten gibt, darf ich behutsam meine Fantasie einsetzen. Erfinden ist Freiheit, in meinem Fall aber auch Not“ (Mader 2014). Der Text findet seine Form in einem „Ineinander von Konjunktiv und Indikativ, von Wirklichkeit und Möglichkeit“ (Klüger 1997: 182). Klüger sieht darin den ästhetischen wie ethischen Anspruch des Textes (vgl. Klüger 1997: 182), Hackl findet dafür den Ausdruck „die innere Wahrheit des Erzählten“ (Hackl 1995: 30). Für diese Schreibhaltung, durch die der Schriftsteller „die literarischen Erfordernisse mit […] Dokumenten […] verbindet“ (Hackl 1995: 29), wählt er den Begriff des „Chronisten“. Sein Selbstverständnis als Chronist, die er unter anderem im Essay „Geschichte erzählen? Anmerkungen zur Arbeit des Chronisten“ (1995) entwickelt, geht teils mit der üblichen Auslegung des Begriffs – „jemand, der ein Geschehen verfolgt, beobachtet und darüber berichtet“ (Duden 2018), der Fakten sammelt und diese möglichst objektiv wiedergibt – einher, teils aber – und damit geht er über die traditionelle Chronistenrolle hinaus – lässt er Emotionalität, sogar Wut, zu, die durch Erzählerkommentare und unmissverständliche Wertungen zur Sprache kommen. Besonders deutlich ist dies in Abschied von Sidonie, als der Chronist „seine ohnmächtige Wut hinausschreien“ (Hackl 1989: 100) will und sich das Recht vorbehält, „sich nicht länger hinter Fakten und Mutmaßungen [zu] verbergen“ (Hackl 1989: 100). Aber auch in anderen Texten, wie in Am Seil, lässt er Wertungen zu, die er als Verantwortung und Anteilnahme gegenüber den Betroffenen versteht (vgl. Hackl 1995: 43). Ruth Klüger attestiert Hackl gerade wegen seiner Vermutungen und seiner manchmal hervorgehobenen Ratlosigkeit und Emotionalität die Fähigkeit zur Wahrheitsfindung. Dort, wo die Grenze zwischen Historiker und Schriftsteller überschritten wird, sei man der Wahrheit am nächsten: Denn Tatsachen und Möglichkeiten „kommen […] der Wahrheit näher als die Tatsache allein“ (Klüger 1997: 182).

Am Seil: Fakten

Bei Hackl stehen authentische Biografien im Mittelpunkt, nicht die der schon vielfach ausgeforschten Persönlichkeiten, sondern deren, die noch offene Fragen aufweisen und zu Vermutungen anregen. Dies gilt auch für Am Seil, in dem ausgerechnet der Hintergrund „des Helden“, nämlich Reinhold Duschkas, viele Leerstellen aufweist.

Der Kunstschmied und Bergsteiger Reinhold Duschka (1900–1993), ursprünglich aus Berlin, seit 1924 in Wien wohnhaft, war mit Reginas damaligem Lebensgefährten und Lucias Vater, Rudolf Kraus, eng befreundet. Als Rudolf Österreich verließ, um in Teheran eine Stelle anzunehmen (später wurde ←18 | 19→er als „feindlicher Ausländer“ nach Australien verschickt), blieben Reinhold und Regina in Kontakt. Im Herbst 1941, als die Mehrheit der Wiener Juden in Sammelwohnungen untergebracht war, bot er Regina seine Hilfe an, indem er sie und ihre zwölfjährige Tochter in einem Versteck in seiner Werkstatt in der Mollardgasse 65a wohnen ließ. 1944 wurde die Werkstatt bei einem Bombenangriff schwer beschädigt. Kurzfristig brachte er sie in seinem Schrebergarten am Wiener Wolfersberg unter, später in einem neuen Versteck in der Stadt. Nicht nur ermöglichte er den beiden fast vier Jahre lang das Überleben, er bemühte sich auch, ihren Alltag so weit möglich sinnvoll zu organisieren, etwa dadurch, dass sie Aufgaben in der Werkstatt übernehmen durften, dass er ihnen Bücher besorgte und sogar mit Lucia kurze Ausflüge unternahm. Nach Kriegsende verschwieg er jahrzehntelang seine Hilfeleistung, wohl nicht nur aus Bescheidenheit, sondern wegen der Befürchtung „ein öffentliches Bekenntnis, zwei Jüdinnen das Leben gerettet zu haben, könnte eine Reduktion seines Kundenstocks zur Folge haben“ (Karny 2018, vgl. auch Hackl 2018: 93). Als er Rentner wurde, reichte Lucia den Vorschlag bei Yad Vashem ein, Duschka als „Gerechter unter den Völkern“ auszuzeichnen, was 1990 erfolgte.

Die aus Trembowla in der Ukraine stammende Regina Steinig lebte mit ihren Eltern in Wien, als sie Rudolf Kraus kennenlernte und mit ihm 1929 eine Tochter, Lucia, bekam. Nach dem sogenannten Anschluss veränderte sich das Leben von Mutter und Tochter schnell: Im März 1938 verlor die promovierte Chemikerin ihre Anstellung im Lainzer Krankenhaus, Lucia musste in eine Schule für jüdische Kinder wechseln, im September wurde der Großvater mütterlicherseits nach Buchenwald deportiert. 1941 mussten Mutter und Tochter aus ihrer Wohnung in der Berggasse 29,4 unweit der ehemaligen Praxis von Sigmund Freud, in eine Sammelwohnung übersiedeln, wenige Monate später fanden sie in Duschkas Werkstatt Unterschlupf. Nach dem Krieg blieben sie, abgesehen von einem Aufenthalt Lucias bei ihrem Vater in Australien, in Wien, wo Lucia Medizin studierte und eine eigene Familie gründete. Erst 1994 gab Lucia zum ersten Mal ihre Geschichte in der Öffentlichkeit preis (vgl. Eckstein 2012). Seitdem tritt sie als Zeitzeugin in zum Beispiel Schulen auf; 2013 nahm sie an der vielfach ausgezeichneten Produktion des Wiener Burgtheaters Die letzten Zeugen teil, einem Zeitzeugenprojekt vom Autor und Historiker Doron Rabinovici in der Regie von Matthias Hartmann.

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Der Chronist, die Quellen und der „Mut zur Lücke“

Hackl bezeichnet seinen Erzähler gern als Chronisten. Dadurch schafft er eine Erzählfigur, die Authentizität, Zuverlässigkeit und Objektivität signalisiert. Allerdings ist der Chronist kein Historiker, sondern ein „Geschichts-Erzähler“ (Hackl 1995: 25), wie es der Autor in „Geschichte erzählen? Anmerkungen zur Arbeit des Chronisten“ formuliert, jemand, der Tatsachen „literarisch evoziert“ (Hackl 1995: 29). Der Chronist ist natürlich per se eine Konstruktion, eine Fiktionalisierung, allerdings macht Hackl mehrfach deutlich (vgl. zum Beispiel Hackl 1995, Hackl 2016), dass es eine große Nähe zwischen Autor und Erzähler gibt. Wie Hackls „Heldinnen und Helden […] auch außerhalb der Erzählung [existieren]; was ihnen zustößt, stößt ihnen auch im wirklichen Leben zu“ (Hackl 1995: 42), scheint auch der Erzähler „im wirklichen Leben“ verortet zu sein. Diese besondere Erzählperspektive kann als „metafiktionales Erzählen“ eingestuft werden, bei dem der Autor „sich in der und für die Öffentlichkeit in besonderer Weise“ (Neuhaus 2018: 149) inszeniert. Die metafiktionale Erzählhaltung tritt bei Hackl jedoch weder als Selbstzweck noch als schillernde Autorinszenierung in Erscheinung, sondern trägt dazu bei, die Authentizität des Textes zu unterstreichen, indem die Recherchen als Ergebnisse der Arbeit des Chronisten dargestellt werden und der Arbeitsprozess offengelegt wird.

Im Gegensatz zu Auroras Anlaß (1987), Abschied von Sidonie, Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick (1999) und Die Hochzeit von Auschwitz, basiert Am Seil auf verhältnismäßig wenigen Quellen mündlicher Art, vor allem auf Interviews mit Lucia Heilman, die sich an Erich Hackl gewandt hat, mit der Bitte, dass er die Geschichte von Duschka erzählt (vgl. Pollak 2018). Davon zeugt das vorangestellte Zitat von Lucia: „Reinhold ist der Held meiner Geschichte. Nur seinetwegen erzähle ich sie“ (Hackl 2018: 5). Ergänzt werden die Erinnerungen Lucias durch Gespräche mit Leo Graf, einem Angestellten Duschkas in der Nachkriegszeit, mit Duschkas Tochter Hellgard Janous und seinem Enkel Gerald. So entsteht ein polyperspektivisches Stimmgeflecht, in dem Lucias Stimme heraussticht, dass aber auch andere Perspektiven, zum Teil kontradiktorische, einbezieht. Hier werden unterschiedliche Facetten, auch Widersprüche, zum Vorschein gebracht, historisch kontextualisiert, eine lückenlose Rekonstruktion bleibt aus. Authentische Dokumente, die als Bausteine der Rekonstruktion verwendet werden können, sind in Am Seil kaum vorhanden. Erwähnt werden ein Foto, eine Postkarte, ein Telegramm aus Buchenwald, die aber für das Nachbilden der Ereignisse kaum eine Rolle spielen. Anders als in vielen anderen Texten, wo Hackl zum Teil schwer zugängliche Quellen heranzieht, sind für den zeitgeschichtlichen Hintergrund zu Am Seil weitaus weniger spezifische Recherchen ←20 | 21→erforderlich gewesen. In erster Linie handelt es sich um historisches Wissen, um Lucias fragmentarische Erinnerungen zeitlich zu fixieren. So wird zum Beispiel das von Lucia vergessene Datum einer Berlinreise mit ihrer Mutter mithilfe vom Stichtag der Einführung des Judensterns eruiert (vgl. Hackl 2018: 23). Auch den Zeitpunkt ihres Umzugs in die Mollardgasse hat Lucia vergessen; die Fragen des Chronisten nach Wetter oder Kleidung helfen nicht weiter, aber durch eine in Lucias Gedächtnis haften gebliebene Radionachricht gelingt es dem Chronisten schließlich das Untertauchen auf den November 1941 festzulegen (vgl. Hackl 2018: 36).

In einem ersten Teil wird Reginas familiäres Umfeld und Leben bis etwa März 1938 skizziert; ab dem Zeitpunkt ist Lucia alt genug, um eigene Erinnerungen zu haben. Dann folgt die umfangreiche Rekonstruktion der Zeit im Versteck, basierend auf Lucias Erinnerungen und vom Chronisten historisch kontextualisiert. Das abschließende Kapitel, „Geleit“, wirft sowohl neue als auch nicht zu beantwortende Fragen auf und gibt gleichzeitig, achtzig Jahre später, Lucia Gewissheit über den Todeszeitpunkt ihrer Kindheitsfreundin Erna.

Der Chronist in Am Seil ist, wenn man ihn mit dem Chronisten in Abschied von Sidonie vergleicht, ein zurückhaltender Chronist, ein „stiller Erzähler“ (Schmitz 2018), in dem Sinne, dass seine Emotionen nur vereinzelt zur Sprache gebracht werden. Einleitend taucht einmal ein „ich“ auf: „stelle ich mir vor“ (Hackl 2018: 7), meist zieht er sich zurück hinter Fakten und Vermutungen. Seine Einschätzungen sind durch kurze Einschübe gekennzeichnet, die auf den hypothetischen, aber plausiblen, Charakter der darauffolgenden Behauptungen verweisen: „Gut möglich“ (Hackl 2018: 8), „Anzunehmen“ (Hackl 2018: 10), „Angenommen“ (Hackl 2018: 12) und „Denkbar“ (Hackl 2018: 13), konjunktivische Konstruktionen, wie „das würde erklären“ (Hackl 2018: 12) und „sei es, weil“ (ebd.), sowie unsichere Zeitangaben, „Irgendwann“ (ebd.). Die Gefühle und die subjektiven Überlegungen der geschilderten Personen werden durch die vielen Einschränkungen und Vermutungen relativiert und bleiben offen für Interpretationen. Durch diese herantastende Erzählweise, die nicht zu viel in die Personen hineinprojiziert und nur ganz behutsam individuelle Gedanken und Beweggründe andeutet, wird auch eine exemplarische jüdische Familiengeschichte entworfen, in der sich jüdische Zugehörigkeit, Assimilation und die für viele Familien aus den ehemaligen Kronländern gemachte Erfahrung der Übersiedlung nach Wien vermischen.

Im Gegensatz zu diesem ersten Teil des Textes, in dem der Chronist die Familiengeschichte und die ersten Lebensjahre von Lucia zusammenfasst, basiert die Darstellung der Ereignisse zwischen 1938 und 1945 auf Lucia Heilmans Erinnerungen etwa achtzig Jahre später. Eingeleitet wird dieses Mittelstück durch ←21 | 22→eine Auflistung der ersten Kindheitserinnerungen, etwa an eine Puppe, an den Vater, an den Großvater und an die beste Freundin (vgl. Hackl 2018: 14–17). Die episodische, aneinandergereihte Erinnerungsstruktur wiederholt sich wenige Seiten später, nämlich als Lucia die Deportation ihres Großvaters im September 1939 in Gedanken nochmals erlebt. Die fragmentarischen Erinnerungsbilder – „Wie er einen kleinen Koffer packt und den schweren Wintermantel anzieht. Wie hinter ihm die Tür ins Schloß fällt. Wie sie zum Fenster läuft und ihn im Dämmerlicht zwischen den kräftigen breitschultrigen Männern durch den Hof gehen sieht, klein und gebeugt und mit schleppenden Schritten, bis er im Durchgang des Vorderhauses verschwindet“ (Hackl 2018: 20) – ergänzt der Chronist durch sein historisches Wissen: „Mit über tausend anderen, von den Nazibehörden als polnischstämmige staatenlose Juden erkannten Männern wurde er im Wiener Stadion eingeschlossen“ (Hackl 2018: 20f.), bis Lucias Erinnerungen daran, dass sie und ihre Mutter ein paar Tage später versuchen, ihm warme Kleidung zu bringen und dabei zusammen mit anderen jüdischen Angehörigen geschlagen werden (vgl. Hackl 2018: 21), wieder einsetzen.5

Die durch Aufzählungen und syntaktische Wiederholungen strukturierten Erinnerungen, durch die Lucia zum ersten Mal als erinnerndes Subjekt in Erscheinung tritt, lenken die Aufmerksamkeit auf die Unzuverlässigkeit menschlicher Erinnerungen. So finden sich in der folgenden Rekonstruktion der Ereignisse – das Untertauchen, der Alltag im Versteck und das Kriegsende – leitmotivische Hinweise auf die fast unmögliche Aufgabe, Vorfälle, die etwa achtzig Jahre zurückliegen, chronologisch einzustufen und zwischen realen und nachträglich imaginierten Geschehnissen zu unterscheiden. Auch wird mehrfach veranschaulicht, wie erlittene Traumata zu Erinnerungslücken führen können. Durch die Wiedergabe von Lucias Erinnerungen wird das fragile Gewebe des Gedächtnisses immer wieder durch leitmotivische Einschübe angedeutet: Einzelheiten sind „ihrem Gedächtnis entschwunden“ (Hackl 2018: 23), etwa als Lucia und Regina in der Straßenbahn stehen, gleich nachdem sie durch Zufall die Deportation ehemaliger Nachbarn gesehen haben: „Was ihr dabei durch den Kopf geht, ←22 | 23→wird sie Jahrzehnte später vergessen haben“ (Hackl 2018: 27), als die Mutter im Versteck schwer krank war und man um ihr Leben fürchtete: „Lucia kann sich nicht erinnern, ob zumindest stundenweise, nur eben ohne ihre Mutter, das normale Arbeitsleben fortgeführt wurde. Ob Reinhold abends nach Hause ging oder aus Sorge um Regina in der Werkstatt übernachtete“ (Hackl 2018: 53) oder die ersten Stunden nach dem Bombenangriff auf die Werkstatt: „Erstaunlich, wie schnell Reinhold nach dem schweren Luftangriff zur Stelle war, den er wahrscheinlich aus der Ferne, während seiner Bergtour beobachtet hatte. Es fehlt die Erinnerung an das bang ersehnte Wiedersehen.“ (Hackl 2018: 64) Die Erinnerungen an das letzte Versteck, in der Gumpendorfer Straße, in dem sie die letzten fünf Kriegsmonate gehaust haben, sind spärlich (vgl. Hackl 2018: 71f.); der enorme psychische Druck lässt das Kind verstummen (vgl. Hackl 2018: 74, Eckstein 2012). Dafür aber bleiben Gerüche und Geräusche aus der damaligen Zeit tief gespeichert und können noch heute Angst (die Türglocke (vgl. Hackl 2018, 42)) oder Vertrautheit (der Geruch „nach Lötfett, Polierpaste und abgestandener Luft“ (Hackl 2018: 29)) auslösen. Der Chronist lässt die durch Verdrängung entstandenen Erinnerungslücken kommentarlos stehen, nur ausnahmsweise leistet sich der Chronist eine Erfindung, die gleich als eine solche markiert wird, etwa als Regina schwer krank im Versteck liegt und sie Duschka bittet, „ihre Leiche in der Werkstatt zu zerstückeln und in Reinholds Schrebergarten heimlich zu vergraben. Du wirst es tun, Reinhold. Versprich es mir. Und bitte bring sie durch: Letzter Satz, der nicht beglaubigt ist“ (Hackl 2018: 53). „So hätte es sein können“ (Hackl 1995: 29), denn „Wirklichkeit und Wahrheit stimmen nicht überein. Und selbst wenn sie […] zusammenfallen, kann zuviel [sic!] Realität die Qualität ihrer ästhetischen Erscheinungen mindern“ (Hackl 1995: 31).

Auch wenn Duschka der unbestrittene Retter von Regina und Lucia ist, wäre seine Tat kaum möglich gewesen, wenn nicht andere geholfen oder im richtigen Moment weggeschaut hätten. Diese zum Teil anonymen Helfer und Helferinnen werden ebenfalls gewürdigt, etwa die ehemalige Nachbarin aus der Berggasse (vgl. Hackl 2018: 33) und Duschkas Bergkamerad, der während des Krieges „Revierinspektor oder Gestapounterläufel“ (Hackl 2018: 86) war und eine anonyme Anzeige gegen Duschka zerrissen hat (vgl. Hackl 2018: 86). Durch die Hervorhebung dieser damals gefährlichen Hilfeleistungen wird gezeigt, dass es sehr wohl Menschen gab, die Zivilcourage aufwiesen – und dass das Wegschauen nicht nur dazu beigetragen hat, den Nationalsozialismus zu fördern, sondern auch zu zersetzen.

In „Geleit“, dem abschließenden Kapitel, werden drei Menschen posthum gewürdigt: Dr. Rudolf Mader, ein unbekannter Widerstandskämpfer und Erna Danker. Während das Leben nach dem Krieg und das familiale Umfeld von ←23 | 24→Dr. Mader, ohne dessen Hilfe Duschka wahrscheinlich an die Front geschickt wäre, sich weitgehend rekonstruieren lassen (vgl. Hackl 2018: 115), vermag der Chronist nicht einmal den Namen des mit Regina befreundeten und später hingerichteten Widerstandskämpfers zu eruieren (vgl. Hackl 2018: 115). Dadurch wird exemplarisch eine historische Leerstelle angedeutet. Ganz zum Schluss wird das endgültige Schicksal von Erna Danker, Lucias bester Kindheitsfreundin, erzählt, das sich erst während der Schreibarbeit dokumentieren ließ, ein Schicksal, das der bisherigen Erinnerung Lucias widerspricht und dadurch ein indirekter Kommentar zu der Unzuverlässigkeit unserer Erinnerungen wird. Das kurze Leben von Erna Danker endete 1942 in der Gaskammer in Auschwitz. So starb das junge Mädchen den Tod, der auch für Lucia bestimmt war und dem sie entkam: „Hätte es ihn nicht gegeben, Reinhold Duschka.“ (Hackl 2018: 117) Denn Lucia, wie Margit in Abschied von Sidonie, „lebt heute noch“ (Hackl 1989: 127).

Der Held als Rätsel

Der Untertitel Eine Heldengeschichte irritiert zunächst, ist doch der Begriff des Helden ideologisch kontaminiert, nicht zuletzt in Zusammenhang mit der NS-Zeit. Doch Lucia verwendet den Begriff ohne negative Wertungen. Für sie ist ein Held jemand, der Außergewöhnliches leistet, großen Mut beweist und auch in der Gefahr standhaft bleibt: ein Held, der sich gegen die Übermacht stellt und das eigene Leben aufs Spiel setzt, um andere zu retten. Reinhold war jahrelang die Hauptperson in ihrem Leben, „der Held meiner Geschichte“ (Hackl 2018: 5), nicht nur, weil er das Leben von ihr und ihrer Mutter gerettet, sondern auch ihre Zeit im Versteck sinnvoll gestaltet und ihr, trotz der extremen Situation, ein Gefühl von Normalität und Geborgenheit vermittelt hat.

In dieser „Heldengeschichte“ bleibt paradoxerweise ausgerechnet der Held ein Rätsel. Über sein Leben vor Duschkas Ankunft in Wien gibt es keine Zeugnisse, auch selbst hat er nichts preisgegeben (vgl. Hackl 2018: 105). Lucia weiß wenig über sein Leben außerhalb der Werkstatt (vgl. Hackl 2018: 44); nur Regina gegenüber scheint er wenigstens ansatzweise Persönliches anzudeuten (vgl. Hackl 2018: 82). Die Gespräche mit Leo Graf und Hellgard Janous komplettieren das Bild von Duschka als einem schweigsamen, auf sich gestellten und zurückhaltenden Mann, der über seine Beweggründe nicht spricht. Mitte der 70er Jahre, als Regina schwer krank ist, erfährt seine Tochter durch Zufall, was die beiden verbindet. Erst seine Auszeichnung als „Gerechter unter den Völkern“ macht seine damalige Tat öffentlich bekannt; 2013 wird eine Gedenktafel ←24 | 25→am Haus in der Mollardgasse angebracht.6 Trotz der späten Ehrung bleibt nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in Am Seil, gerade der Protagonist der „Heldengeschichte“ schemenhaft, sogar widerspruchsvoll. Bei seinen Recherchen erfährt Hackl viel mehr über die beiden Opfer als über ihren Retter. Auch Lucia, die eher über Duschka erzählen will als über sich selbst, ist erstaunt, wie viele Leerstellen Duschkas Geschichte aufweist: „Über Duschka war weniger zu erfahren als über Frau Heilman und ihre Mutter, überhaupt die Familie. Das Manuskript ist ja im Arbeitsprozess öfters hin- und hergegangen; die ersten zwei Male war Frau Heilman ziemlich verzweifelt, weil die Erzählung doch von ihrem Retter handeln sollte und er kaum vorgekommen ist – notgedrungen, weil so vieles, was ihn angeht, im Dunkel verbleibt. Auch seine Tochter weiß ja kaum etwas über sein Vorleben, Kindheit, Jugend, Engagement usw.“ (Pollak 2018)

Vor allem durch die Aussagen des Enkels, der seinen Großvater als „politisch wachen Menschen“ (Hackl 2018: 108) erlebte, der nicht bereit war weder andere noch sich selbst „einzuengen zu lassen“ (Hackl: 2018: 108), entsteht der Eindruck von einem auch in der Nachkriegszeit prinzip- und charakterfesten Menschen, Eigenschaften, die durch die vielen Hinweise auf seine Tätigkeit als Bergsteiger noch unterstrichen werden. Die Verantwortung, die er als Bergsteiger für die anderen seiner Seilschaft trug, hat er auch im Alltag während der NS-Zeit für Regina und Lucia bewiesen.

Gerade die vielen Leerstellen in Duschkas Leben bilden für den Autor, wie auch in früheren Fallgeschichten, einen kreativen Ansporn. Ob er weitere Recherchen angestellt hat, um mehr über Duschka herauszufinden, erfährt der Leser nicht. Denn „Zur Arbeit des Chronisten gehört auch der Mut zur Lücke, zum Aussparen, zum Weglassen“ (Hackl 1995: 31).

Ein literarischer Stolperstein und ein mnemografischer Stadtplan

Der Begriff „literarischer Stolperstein“ ist dem seit 1992 bestehenden Projekt des deutschen Künstlers Gunter Demnig7 nachempfunden. Seit den 90er Jahren verlegt Demnig die inzwischen international bekannten Stolpersteine, im Boden angebrachte kleine Gedenktafeln, die an das Schicksal der während des Nationalsozialismus deportierten und ermordeten Menschen erinnern. Die Steine markieren den letzten Wohnort oder Lebensmittelpunkt eines Menschen, ←25 | 26→benennen – soweit man das rekonstruieren kann – sein endgültiges Schicksal, und sie fordern indirekt den heutigen Betrachter dazu auf, kurz stehen zu bleiben, innezuhalten, sich vor ihm zu verbeugen, indem man sich bücken muss, um die Inschrift zu lesen. Heute gibt es Stolpersteine in vielen Ländern, in Österreich seit 1997. Die in Wien verlegten Steine stammen zwar nicht von Gunter Demnig, sondern werden von unterschiedlichen Bürgerinitiativen, vor allem Steine der Erinnerung8 (seit 2005), Erinnern für die Zukunft (seit 2007)9 und Steine des Gedenkens (seit 2008),10 verlegt; die Symbolwirkung und ihre Funktion im Stadtbild sind aber gleich. Die kleinen Tafeln, manchmal verschmutzt, manchmal unter Laub, Eis und Schnee kaum zu erkennen, bilden einen fragmentarischen mnemografischen Stadtplan und zeigen dem aufmerksamen Beobachter die Folgen des Nationalsozialismus und sind zugleich als Mahnung zu verstehen.

Details

Seiten
358
ISBN (PDF)
9783631810828
ISBN (ePUB)
9783631810835
ISBN (MOBI)
9783631810842
ISBN (Buch)
9783631796627
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2019 (Dezember)
Schlagworte
Literaturwissenschaft Literaturdidaktik Literaturunterricht Interkulturalität Kulturvermittler
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2019. 358 S., 21 s/w Abb.

Biographische Angaben

Marijana Jeleč (Band-Herausgeber:in)

Marijana Jeleč ist Universitätsdozentin am Institut für Germanistik der Universität Zadar. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die deutschsprachige Gegenwartsliteratur, Literaturdidaktik, literarische Inszenierung von Geschichte sowie interkulturelle Literatur.

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Titel: Tendenzen der Gegenwartsliteratur