Show Less
Restricted access

Deutschsprachige Zionismen

Verfechter, Kritiker und Gegner, Organisationen und Medien (1890–1938)

Series:

Edited By Lisa Sophie Gebhard and David Hamann

Der moderne Zionismus bildete nie eine politische Einheit, sondern vielmehr eine heterogene Bewegung. Wie ihre ZeitgenossInnen waren auch die ZionistInnen in ihrer ideologisch-politischen Entwicklung von gängigen Wissens- und Ideenbeständen beeinflusst und verhandelten in dieser Zeitgebundenheit ihre Vision(en) von einer künftigen jüdischen Heimstätte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren AkteurInnen, Agitationsmittel und Diskurse innerhalb der vielseitigen zionistischen Bewegung, die als ‚Zionismen‘ apostrophiert werden. Die AutorInnen hinterfragen herkömmliche Narrative im Hinblick auf individuelle und kollektive Strategien der Identitätsbildung. Sie beleuchten zudem das spannungsreiche Verhältnis der ZionistInnen untereinander sowie ihre ambivalenten Beziehungen zu nichtzionistischen Gruppen.

Show Summary Details
Restricted access

Anna Ullrich: Alte Konflikte und neue Allianzen im Kampf gegen den Antisemitismus – Zur Rolle der Aufklärungsarbeit in Centralverein, Zionistischer Vereinigung und Jüdischen Frauenbund 1928–1933

Alte Konflikte und neue Allianzen im Kampf

gegen den Antisemitismus – Zur Rolle

der Aufklärungsarbeit in Centralverein,

Zionistischer Vereinigung und Jüdischen

Frauenbund 1928–1933

Extract

Anna Ullrich

By the end of the Weimar Republic, the Centralverein and the ‘Zionist Association for Germany’ had converged in their assessment of anti-Semitism. Why it was nevertheless so difficult to arrive at a common strategy is subsequently analysed using the example of joint work in the ‘Jewish Women’s Federation’ and the experience gained in educational campaigns before a non-Jewish audience.

Nicht nur die Forschung zum Zionismus in Deutschland erfährt in den vergangenen Jahren neue Aufmerksamkeit und Ausdifferenzierung, auch der ‚Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens‘ (C.V.) rückt in jüngeren Arbeiten vermehrt in den Fokus.1 In diesem Zusammenhang wurden unterschiedliche Akteursgruppen untersucht und ideologische Grundpfeiler der Vereine hinterfragt. Bezeichnenderweise hat sich diese differenzierte Betrachtungsweise bisher noch nicht, oder nur in Ansätzen, auf die Forschung zum Verhältnis beider Organisationen zueinander ausgewirkt.

Nach wie vor ist die Annahme vorherrschend, dass sich die deutschen Zionisten in den späten 1920er Jahren auf zionistische Themen und Positionen und einen aufmerksamen Blick auf die Entwicklungen in Palästina beschränkten, während der Centralverein ausführlich, aber ultimativ erfolglos vor den ←75 | 76→Gefahren des erstarkenden Nationalsozialismus gewarnt hätte.2 Bei gemeinsamen Kooperationen, wie dem Wahlkampfausschuss für die Reichstagswahl 1930, habe es sich, nicht zuletzt aufgrund ihrer Erfolglosigkeit, um Ausnahmen gehandelt.3 Es gibt jedoch auch andere Einschätzungen wie die Peter Baldwins:

Distinctions between the practical responses of the CV and ZVfD to National Socialism were slight and, despite all...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.