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Deutschsprachige Zionismen

Verfechter, Kritiker und Gegner, Organisationen und Medien (1890–1938)

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Edited By Lisa Sophie Gebhard and David Hamann

Der moderne Zionismus bildete nie eine politische Einheit, sondern vielmehr eine heterogene Bewegung. Wie ihre ZeitgenossInnen waren auch die ZionistInnen in ihrer ideologisch-politischen Entwicklung von gängigen Wissens- und Ideenbeständen beeinflusst und verhandelten in dieser Zeitgebundenheit ihre Vision(en) von einer künftigen jüdischen Heimstätte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren AkteurInnen, Agitationsmittel und Diskurse innerhalb der vielseitigen zionistischen Bewegung, die als ‚Zionismen‘ apostrophiert werden. Die AutorInnen hinterfragen herkömmliche Narrative im Hinblick auf individuelle und kollektive Strategien der Identitätsbildung. Sie beleuchten zudem das spannungsreiche Verhältnis der ZionistInnen untereinander sowie ihre ambivalenten Beziehungen zu nichtzionistischen Gruppen.

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Ines Sonder: „Solange man in Deutschland ist, ist Palästina ein Traumland…“ Die Zionistinnen Lotte Cohn und ihre Schwestern

„Solange man in Deutschland ist, ist Palästina

ein Traumland…“

Die Zionistinnen Lotte Cohn und ihre

Schwestern

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Ines Sonder

Woman Architect Lotte Cohn (1893–1983) and her sisters Helene (1882–1966) and Rosa (1890–1951) were among the first Zionists in Berlin. After World War One, they went to Palestine as one of the first German pioneers of the Third Aliya. The article illuminates the lives and political convictions of the three sisters between Germany and Palestine.

Ende der 1870er Jahre war Steglitz ein aufstrebender Vorort nahe der Hauptstadt Berlin. Hier hatte sich der jüdische Arzt Dr. med. Bernhard Cohn (1841–1901) nach dem Tod seiner ersten Frau mit seinem kleinen Sohn Hans niedergelassen. 1878 heiratete er hier Cäcilie Sabersky (1854–1935), eine Arzttochter und Cousine seiner verstorbenen Frau. Das Paar gehörte zu den ersten jüdischen Bewohnern des Vorortes, der durch den Bau der ersten Eisenbahnlinie 1838 zwischen Berlin und Potsdam einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte und bald auch jüdische Glaubensgenossen angezogen hatte. Am 14. April 1878 gründeten 14 Mitglieder den ‚Religiösen Verein jüdischer Glaubensgenossen zu Steglitz‘, zu ihnen zählte Bernhard Cohn, der zwei Jahre später zum Ersten Vorsteher der Gemeinde gewählt wurde und auch die Predigten las, da man in den ersten Jahren keinen Prediger besolden konnte.1

In die Steglitzer Arztfamilie wurden in den nächsten Jahren fünf Kinder geboren: 1879 Max, 1881 Emil, 1882 Helene, 1884 Elias und 1890 Rosa. Über ihr Elternhaus und ihre Kinderjahre berichtete Helene Cohn später:

Wenngleich Vater mit den Steglitzer...

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