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Künstler mit Assistenzbedarf

Eine Interaktionsstudie

Frederik Poppe

Künstler mit Assistenzbedarf erreichen mittlerweile durch Ausstellungen und Publikationen einen gewissen Bekanntheitsgrad und sind auch auf dem Kunstmarkt präsent. Assistenten schaffen dabei die notwendigen Rahmenbedingungen für kreative Prozesse und leisten einen erheblichen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit. In dieser Studie wurden Interaktionen zwischen bildenden Künstlern mit Assistenzbedarf und ihren unterstützenden Bezugspersonen untersucht. Mit Hilfe von videografischen Erhebungsinstrumenten und narrativen Interviews konnte im Stil der Grounded Theory ein umfassendes Bild der Aufgabenbandbreite und des komplexen Rollenverständnisses von Assistenten erstellt werden. Es werden konzeptuelle Ideen für eine Professionalisierung der Ausbildung von Assistenten und Künstlern entwickelt, um den in der Zusammenarbeit auftretenden Interessenskonflikten begegnen zu können.

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Zusammenfassung

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Der fachliche Diskurs über Kunst und Kreativität von Menschen mit kog- nitiven Behinderungen wird erst seit den 1970er Jahren geführt. In diesem Zusammenhang wurde am Rande immer wieder auf die Notwendigkeit von Unterstützung durch professionelle Assistenten verwiesen. Wissenschaftli- che Studien hinsichtlich der Zusammenarbeit von Künstlern mit kognitiven Behinderungen und Assistenten stehen jedoch noch immer aus. Ähnlich verhält es sich mit der Entwicklung von Leitlinien oder Grundhaltungen der Assistenz im Bereich kreativer Schaffensprozesse. In der vorliegenden Arbeit wurden Interaktionen zwischen bildenden Künst- lern mit Assistenzbedarf und ihren unterstützenden Bezugspersonen unter- sucht. Im Zentrum standen dabei die Erforschung der Grundhaltung von Assistenten sowie die Untersuchung ihres damit verbundenen Rollenver- ständnisses. Der Einfluss dieser unterstützenden Bezugspersonen auf künst- lerische Produktionsprozesse und auf die kunstwissenschaftliche Diskussion durch Veröffentlichung der Werke sowie auf den Kunstmarkt wurden dabei ebenso berücksichtigt. Die Untersuchung wurde im Stil der Grounded Theory durchgeführt. Dazu wurden Assistenten in kreativen Werkstätten mit Hilfe narrativer Interviews befragt sowie Interaktionen zwischen Künstlern mit Assistenzbedarf und Assistenten im Arbeitsalltag videografisch untersucht. Assistenten sehen ihre Aufgabe vorrangig in der Schaffung von günsti- gen Rahmenbedingungen und einer inspirierenden Arbeitsatmosphäre, um Künstlern mit Assistenzbedarf kreatives Arbeiten zu ermöglichen. Dabei widersprechen Eingriffe in die inhaltliche Ebene des künstlerischen Pro- duktionsprozesses der selbstformulierten Grundhaltung von Assistenten. Manipulative Interaktionen konnten in den videografischen Untersuchun- gen beobachtet werden. Dies ist zum Teil auf die große Aufgabenbandbreite von Assistenten bei der Arbeit...

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