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Das Bild als Erzieher

Daniel Nikolaus Chodowieckis Kinder- und Jugendbuchillustrationen in Johann Bernhard Basedows Elementarwerk und Christian Gotthilf Salzmanns Moralischem Elementarbuch

Jasmin Schäfer

Daniel Chodowieckis Kinder- und Jugendbuchillustrationen in Basedows Elementarwerk und Salzmanns Moralischem Elementarbuch – die zwei von ihm am umfangreichsten illustrierten philanthropen Erziehungsbücher – sind Gegenstand dieser kunsthistorisch-pädagogischen Untersuchung. Aufbauend auf den divergierenden Zielsetzungen und Methodiken Basedows und Salzmanns stehen die künstlerischen Charakteristika und Unterschiede in Bildkonzept, -aufbau und -sprache am Beispiel der Kinderspiele, der Berufe und des Toleranzgedankens in beiden Büchern vergleichend im Fokus. Diese Arbeit stellt somit zwei Typen von Chodowieckis philanthropen Edukationsgrafiken, die sich an ein kindliches Publikum richten, als bislang unbeachtete, aber bedeutsame Facette von Chodowieckis künstlerischem Schaffen erstmalig vor.

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3. Das Kinderspielmotiv bei Basedow und Salzmann

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Schlägt man in Johann Heinrich Zedlers (1706-1751) Universallexikon562, das zwischen 1732 und 1754 in mehreren Bänden erscheint, den Begriff ‚Kinder- spiel‘ nach, so findet sich dort kein Eintrag. Statt dessen ist unter ‚Ludi‘563 eine kurze Darstellung der antiken Spiele abgedruckt, wohl aber keine Erwähnung des kindlichen Spiels. Dies ist nicht ungewöhnlich, da es das Kinderspiel an sich natürlich gibt, es jedoch nicht als kindspezifische Beschäftigung definiert ist, stattdessen stellt das Spiel eine Beschäftigung aller Altersstufen dar. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts findet eine explizite Trennung der kindli- chen Spielsphäre von derjenigen des Erwachsenen statt und es wird zur Angele- genheit der Erziehung. Rousseau564 und Locke äußern sich beide zu der Funktion des Spieles für das Kind. Locke plädiert dafür, „that Learning might be made a Play“.565 Auf diese Weise werde das Kind ein Verlangen entwickeln, unterrichtet zu werden.566 Diese Kernsentenz bildet die Basis für die Definition des Spiels bei Basedow und Salzmann. Innerhalb ihrer Elementarbücher schlägt sich dies be- sonders auf die Bildgestaltung aus, die sich in beiden Büchern in großem Maße unterscheidet. Chodowiecki entwickelt ikonografisch und kunstpädagogisch neue Bildlösun- gen, die sich primär an das Kind wenden. Die Grafiken zeigen sowohl tradierte Spiele als auch neue Spielschöpfungen. Diese sind unterschiedlich präsentiert: Im Elementarwerk Basedows verteilen sie sich auf drei Bildtableaus, die ihrer- seits in vier Einzelszenen unterteilt sind. Diese sind...

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