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Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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„Zunge zeigen“. Die Aufzeichnungen von Günter Grass zu seinem Indienaufenthalt 1986/87 als Beispiel für einenneuen Trend in der literarischen Beschreibung der DrittenWelt nach 1985: Rüdiger Sareika

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„Zunge zeigen“. Die Aufzeichnungen von Günter Grass zu seinem Indienaufenthalt 1986/87 als Beispiel für einen neuen Trend in der literarischen Beschreibung der Dritten Welt nach 1985 Rüdiger Sareika „Kalkutta sehen und weiterleben. In Kalkutta sein Damaskus erleben.“1 1975 und 1979 war Günter Grass in Indien. Beide Male hat er seine Erlebnisse literarisch verarbeitet. In „Der Butt“ (1977) und in „Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus“ (1980). Beide Male ist er überwältigt, hat das Gefühl, die Welt dort, das Nebeneinander von Reichtum und ungeheurem Elend nicht verstanden zu haben: „Kalkutta sehen und weiterleben. In Kalkutta sein Damas- kus erleben.“ (B 237) Seine Entscheidung, sich als in Deutschland und internati- onal gut etablierter Autor 1986/87, also kurz nach seinem 59. Geburtstag, für längere Zeit ausgerechnet in Kalkutta niederzulassen und dabei auf institutionel- le Unterstützungen wie etwa durch das Goethe-Institut weitestgehend zu ver- zichten, ist bemerkenswert. Natürlich konnte sich Grass auf die Hilfe von Be- kannten verlassen. Ebenso gab es diverse offizielle Termine für den berühmten Autor. Auch die indische Erstaufführung seines Stücks „Die Plebejer proben den Aufstand“ (1966) fällt in diese Zeit. Aber im Gegensatz zu den vorherigen Auf- enthalten von Grass in Kalkutta, war dieser sehr viel eigenständiger und von der Bereitschaft geprägt, sich auf das Leben in einer ganz anders gearteten Kultur einzulassen und sich dabei den politischen, wirtschaftlichen und allgemein ge- sellschaftlichen Herausforderungen zu stellen. Zwei Veröffentlichungen sind aus dieser...

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