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Kritikfiguren / Figures de la critique

Festschrift für Gérard Raulet zum 65. Geburtstag / En Hommage à Gérard Raulet

Series:

Olivier Agard, Manfred Gangl, Françoise Lartillot and Gilbert Merlio

Diese Festschrift, die Gérard Raulet zu seinem 65. Geburtstag gewidmet ist, will den Dank des engeren Kreises seiner Kollegen und Schüler zum Ausdruck bringen, die von seiner Lehre und vom wissenschaftlichen Austausch mit ihm, insbesondere im Rahmen der von ihm 1982 gegründeten Groupe de recherche sur la culture de Weimar an der Maison des Sciences de l’Homme in Paris, entscheidende Anregungen erfahren haben. Die hier versammelten 27 Beiträge können nur einen bescheidenen Ausschnitt aus dem umfassenden Forschungsfeld widerspiegeln, das ihm zu seiner internationalen Anerkennung als Germanist, Ideengeschichtler und Philosoph verholfen hat.


Ce volume d’hommage dédié à Gérard Raulet à l’occasion de son soixante-cinquième anniversaire exprime la reconnaissance du cercle proche des collègues et élèves qui ont pu bénéficier de son enseignement et des échanges scientifiques entretenus avec lui, notamment au sein du Groupe de recherche sur la culture de Weimar qu’il a créé dès 1982 auprès de la Maison des Sciences de l’Homme de Paris. Les 27 contributions qui y sont réunies s’efforcent de donner un modeste reflet de l’immense champ des recherches qui lui a valu sa réputation internationale de germaniste, d’historien des idées et de philosophe.

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Michael Tomasello – Protagonist der Philosophischen Anthropologie des 21. Jahrhunderts?: Joachim Fischer

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Mit seinen Werken über Primate Cognition (1997)1, The Cultural Origins of human cognition (1999)2, Origins of human communication (2008)3, How we cooperate (2009)4 forscht und theoretisiert seit den 90er Jahren der amerikanische Entwicklungspsychologe und Kognitionsforscher Michael Tomasello faktisch im Feld philosophisch-anthropologischer Fragestellungen, seit 2000 mit wachsender Resonanz auch im deutschsprachigen Raum – ohne allerdings, dass der Autor bzw. das Publikum in diesen theoriegeschichtlichen Zusammenhang eingeweiht wären. Es liegt gleichsam eine doppelte Blockade vor: Tomasello, obwohl seit 1998 Kodirektor des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (gleichzeitig Kodirektor des Wolfgang-Köhler-Primaten-Zentrums) in Leipzig, liest als englischsprachiger Forscher keine deutschen Texte und kann deshalb die moderne theoriegeschichtliche Denktradition von Scheler, Plessner, Gehlen nicht identifizieren, mit der er im deutschsprachigen Raum die Theorietechnik teilt – von ihm selbst kann also der Anschluss nicht hergestellt werden. Umgekehrt gilt: Auch von den gegenwärtigen bundesrepublikanischen Philosophen und Soziologen kann Tomasello – mit Ausnahmen5 – bisher nicht angemessen in eine bereits aufgebaute Theoriekultur eingeordnet und in ihr gewichtet werden, weil sie die moderne Philosophische Anthropologie nicht gut genug kennen, um die Tomasello-Arbeiten in diesem Kontext zu erkennen.6 Um einen kleinen ← 321 | 322 → Scherz zu versuchen: Nach Tomasello verfügen Menschengruppen zwar über institutionalisierte Lehrpraktiken, in denen einer einem anderen einen Kniff zeigt, so dass es über Generationen zu einem Kumulationseffekt der Wissenskultur kommt – aber für Philosophen und Soziologen, speziell bundesrepublikanische Philosophen und Soziologen gilt das nicht unbedingt: Im Strudel ihrer linguistic turns sind sie in den Strom der Lethe gerissen worden, hatten ein wichtiges...

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