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Texte – Textsorten – Phänomene im Text

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Edited By Zofia Berdychowska, Joanna Janicka and Agnieszka Vogelsang-Doncer

Der Band fokussiert die aktuellen textlinguistischen Forschungsinteressen junger Linguisten aus Polen, Deutschland und Frankreich, die im Oktober 2012 an einer am Institut für Germanistik der Jagiellonen-Universität Krakau veranstalteten Konferenz zum Thema Forschungsparadigmen und Anwendungsbereiche der Textlinguistik teilgenommen haben. Mit der Konferenz wurde die gemeinsame germanistische Initiative der drei Universitäten Uniwersytet Jagielloński Kraków, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Sorbonne Nouvelle Paris III der Durchführung einer Tagungsreihe für Doktoranden und junge Linguisten unter dem Dachthema Einblicke in die deutsche Sprache und Grammatik im landesspezifischen und länderübergreifenden linguistischen Diskurs fortgesetzt.
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Verallgemeinernde Äußerungen als Indizien von Dialogizität: Anne-Laure Daux-Combaudon (Paris)

Extract

Verallgemeinernde Äußerungen als Indizien von Dialogizität

Anne-Laure Daux-Combaudon

Abstract

In diesem Beitrag wird eine Untersuchung verallgemeinernder Äußerungen in literarischen Texten angeboten. Dabei wird die Verallgemeinerung definiert und als Marker einer sowohl interdiskursiven als auch einer interlokutiven Dialogizität analysiert, die drei Hauptfunktionen erfüllt, nämlich die Organisation von Texten, die Sicherung des Textverstehens und die Vermeidung von Themen, die zu Unstimmigkeiten und Face-Verletzungen führen können. Diese drei Funktionen können unter eine einzige übergeordnete Funktion subsumiert werden: die der Verständnissicherung.

1. Einführung

Das vereinte Deutschland ist ein Raum, der nach Wolfgang Emmerich (2005) unter dem Zeichen von Interkulturalität und Hybridität zwischen Ost und West steht. Wie ist in diesem Kontext das „sozio-kulturelle und literarische Phänomen“ der Erinnerungsbücher von jungen Ostdeutschen (Hähnel-Mesnard 2004: 158) einzustufen? So wurden um die Jahrtausendwende zahlreiche Autobiographien von jungen Ostdeutschen veröffentlicht, die sich gut verkaufen ließen. Der Status dieser Texte scheint allerdings problematisch zu sein. Neben literarisch anspruchslosen Darstellungen stehen solide erzählte Lebensberichte sowie schließlich literarisch ambitionierte Texte. Unterstrichen wird aber immer wieder, dass die Autoren in diesen Texten die DDR-Vergangenheit nicht verarbeiten (Corbin 2008: 332), sondern ein persönliches Erleben der DDR darstellen. In dieser Hinsicht stellt sich die Frage nach dem Adressaten dieser Texte: an wen richten sich die Autobiographien junger Ostdeutscher nach 1989? An einen Ostdeutschen? An einen Westdeutschen? Oder an beide?

Die Analyse...

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