Show Less
Restricted access

Identitätskonstruktionen in fiktionalen und nicht-fiktionalen Texten

Übersetzung und Rezeption

Series:

Beate Sommerfeld and Karolina Kesicka

Im Mittelpunkt des Bandes steht das Phänomen der Identitätskonstruktionen, betrachtet als poetologische, autobiographische, nationale, kulturspezifische und zeitgebundene Kategorie. Die Perspektivenvielfalt der Überlegungen zum breit gefassten Thema der Kulturübersetzung vermittelt Einblicke in die Arten der translatorischen Verwandlungen der Identitätskonstruktionen am Beispiel von Werken, die in mehrere europäische Sprachen übertragen worden sind, es geht hier u. a. um deutsche (Wedekind, Grass, Reich-Ranicki), österreichische (Kafka, Bachmann) und polnische (Gombrowicz, Kapuściński, Szczypiorski) Autoren. Den thematischen Rahmen vertiefen Beiträge zum Identitätsmodell bei Jorge Luis Borges, zur fiktionalen Identität von TranslatorInnen und ÜbersetzerInnen, zur Identität und Hybridität in nicht-fiktionalen Texten und zur translatorisch-bedingten Rezeption der Identitätskonstruktion bei der intermedialen Übersetzung.
Aus dem Inhalt: Brigitte Schultze: Ein Sonderfall: Identitätskonstruktionen in Gombrowiczs Prosa und Dramenschaffen. Polnisch und Deutsch – Rainer Kohlmayer: Dramenübersetzung als Stimmenimitation. Der Umgang der Übersetzer mit Mündlichkeitssignalen – Klaus Kaindl: Von Fährmännern, Drachen und Killern: Zur fiktionalen Identität von TranslatorInnen und ihrer theoretischen Fundierung – Maria Krysztofiak: Kreatives Übersetzen als poetologische Herausforderung, am Beispiel der Nachdichtung der Gedichte von Ingeborg Bachmann – Maciej Drynda: Durs Grünbeins «die Schädelbasislektion» auf Polnisch, oder: wie sich das allmähliche Schriftwerden einer Postwendeidentität hat zweifach in eine andere Sprache übertragen lassen – Radegundis Stolze: Rekonstruktion kultureller Identität im Übersetzen – Vera Elisabeth Gerling: Vom Gaucho zum Gauner: ein argentinisches Identitätsmodell bei Jorge Luis Borges und in deutscher Übersetzung – Valerij Susmann/Sergej Sapozkov: Friedrich Fiedler als Propagandist und Übersetzer der russischen Literatur – Katarzyna Lukas: Übersetzung und Gestaltung einer hybriden kulturellen Identität. Der Roman «Castorp» von Paweł Huelle und die Übersetzung von Renate Schmidgall aus postkolonialer Perspektive – Karolina Kęsicka: Polen verstehen. Zur nationalen Identität in den Reportagen von Ryszard Kapuściński. Polnisch und Deutsch – Anna Fimiak-Chwiłkowska: Verlust, Bildung, Suche nach der Identität. Übersetzte Teilidentitäten in «Początek» von Andrzej Szczypiorski – Monika Mysakowska: Narrative Identität: Identitätskonstruktion in der Autobiographie «Mein Leben» von Marcel Reich-Ranicki als translatorisches Problem – Małgorzata Korycińska-Wegner: Küssen die im Westen besser? - Identitätssuche «am kürzeren Ende der Sonnenallee» – Peter Sandrini: Identität, Alterität und Hybridität in nicht-fiktionalen Webtexten: Die Sisyphosarbeit des Übersetzers – Beate Sommerfeld: Geborgte Identitäten - Lesen als Identitätsstütze und -revision in den Tagebüchern Franz Kafkas und ihrer polnischen Übersetzung.