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Heinrich Böll als Moralist

Die Funktion von Verbrechen und Gewalt in seinen Prosawerken

Lawrence F. Glatz

Heinrich Böll wird mit Recht als Moralist bezeichnet. Das Thema von Verbrechen und Gewalt, das eine zentrale Funktion in seinen Prosawerken einnimmt, wurde aber bis jetzt nicht gebührend analysiert. Diese Untersuchung zeigt wichtige Zusammenhänge zwischen den essayistischen und den fiktiven Schriften in bezug auf Verbrechen und Gewalt. Böll stellt Verbrechen und Gewalt hauptsächlich in der Form eindrucksvoller Erinnerungen dar, in denen die wahre, moralisch überlegene Natur seiner Menschen ans Licht kommt. Diese primäre Funktion widerspricht nicht seiner positiven Darstellung gewisser krimineller Taten, die vom Staat als kriminell bezeichnet werden, aber für Böll legitime Formen des Widerstands und des Protests sind. Dieses Buch dient dem Verständnis der Charakterisierung Bölls als Moralisten und trägt zu einer Klärung seines ambivalenten literarischen Vermächtnisses bei.