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Nachhaltiger Konsum und Lebensstile in der Schweiz

Eine soziologische Betrachtung individueller Selbstwahrnehmung des «Lifestyle of Health and Sustainability»

Series:

Evelyn Markoni

Saisonales Gemüse aus dem Bioladen, Carsharing und Ökostrom: Konsumierende, die bewusst dem Leitbild der Nachhaltigkeit Genüge leisten wollen, verfolgen mit ihren Kauf- und Lebensstilentscheidungen ökologische und soziale Prinzipien.

Die Autorin setzt sich in ihrer Dissertation intensiv mit zentralen Fragen zum nachhaltigen Konsum und zu nachhaltigen Lebensstilen in der Schweiz auseinander. Dies in den Bereichen Ernährung, Wohnen und Mobilität, da hier Konsumierende auf individueller Ebene grossen Einfluss nehmen können. Als Beispiel dienen die LOHAS, die als Einzelpersonen und als Gruppe für den Lifestyle of Health and Sustainability stehen. Deren Anspruch an einen nachhaltigen Konsum erforscht die Autorin anhand zahlreicher Interviews. Dabei geht es ihr um Vorstellungen, Verhaltensweisen und Widersprüchlichkeiten im Konsumverhalten. Diese sind oftmals auf individuelle Faktoren, strukturelle Gegebenheiten, aber auch auf geltende Konventionen zurückzuführen. Die LOHAS tragen so zu einem besseren Verständnis von einem breitenwirksamen Anspruch an einen nachhaltigen Konsum und nachhaltiger Lebensstile bei.

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Einleitung

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Saisonales und regionales Gemüse aus dem Bioladen, Carsharing statt eines eigenen Autos sowie das Bewohnen einer kleinen Wohnfläche: Konsumierende, die bewusst dem Leitbild der Nachhaltigkeit Genüge leisten wollen, verfolgen mit ihren Kauf- und Lebensstilentscheidungen ökologische und soziale Prinzipien. Sie haben eine genaue Vorstellung davon, was unter nachhaltigem Konsum zu verstehen ist und dabei das Gefühl, nachhaltiger zu konsumieren als der Durchschnitt.

Konsumgewohnheiten können grosse Umweltauswirkungen haben. Schätzungsweise sind 30 bis 50 Prozent auf die Konsumhandlungen von privaten Haushalten zurückzuführen (Brunner, 2007, S. 6; Joerges, 1982; Knaus & Renn, 1998). Innerhalb der Bereiche Ernährung, Wohnen und Mobilität hat der Konsumierende am meisten Einfluss auf die Umwelt (BAFU, 2011a.). Themen dabei sind eine steigende Inanspruchnahme von (Wohn-)Fläche oder ein steigender CO2-Ausstoss aufgrund wachsender Mobilität. Zusätzlich haben Konsumgewohnheiten und Lebensstilentscheidungen Einfluss auf soziale Aspekte in einer globalisierten Welt, wie die Ausbeutung von Arbeitskräften in den Ländern des Südens oder gesundheitliche Folgen, wie zum Beispiel Fettleibigkeit (Hentschel, 2006). Andererseits leiden rund 805 Millionen Menschen weltweit an Hunger (WFP, 2015). Um dem entgegenzusteuern, sind eine nachhaltige Entwicklung und ein damit verbundener nachhaltiger Konsum unerlässlich. Gemäss Daub ist die Nachhaltige Entwicklung „heute einer der dominierenden globalen Diskurse, in dem es im Wesentlichen um die Beantwortung der Frage geht, nach welchen Regeln die Menschen in einer globalisierten Gesellschaft zusammenleben und welche Verantwortung sie für zukünftige Generationen übernehmen sollen (und wollen)“ (Daub, 2004,...

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