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Simpliciana XXXVIII (2016)

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Edited By Peter Heßelmann

Dieser Jahrgangsband der Simpliciana enthält 19 Vorträge, die während der interdisziplinären Tagung zum Thema «Schuld und Sühne im Werk Grimmelshausens und in der Literatur der Frühen Neuzeit» vom 23. bis zum 25. Juni 2016 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Darüber hinaus fanden zehn weitere Beiträge Eingang in das neue Jahrbuch. In der Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» werden wie gewohnt Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler, zu weiteren Autoren und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit veröffentlicht.

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reatus culpae und macula peccati. Grenzen der sittlichen Befähigung des Menschen und Möglichkeiten der gratia Christi im Umfeld des Augustinus von Cornelius Jansenius (Tanja Thanner)

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TANJA THANNER (Würzburg)

reatus culpae und macula peccati. Grenzen der sittlichen Befähigung des Menschen und Möglichkeiten der gratia Christi im Umfeld des Augustinus von Cornelius Jansenius

Dieser Aufsatz widmet sich der Frage, welche Anregungen Grimmelshausen für sein Werk aus dem Augustinismus1 und näherhin dem Jansenismus2 gewonnen hat.

Im engeren Sinn meint Augustinismus hier die Rezeption und Weiterentwicklung der Gnadenlehre des Kirchenvaters Aurelius Augustinus (354–430), die dieser nicht systematisch dargestellt hat, sondern in Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Gegnern wie Manichäern und Pelagianern bzw. Semipelagianern in Teilaspekten weiterentwickelt hat.3 Eine Neuinterpretation der ad extremum geführten augustinischen Gnadenlehre bot der Augustinus-Kommentar des Cornelius Jansenius4 (1585–1638). Zusammen mit Antoine Arnauld5 (1612– ← 165 | 166 → 1694), Blaise Pascal6 (1623–1662) und dem Zisterzienserinnenkloster von Port Royal bei Paris (Versailles)7 wird von der jansenistischen Richtung des Augustinismus eine „frömmigkeitsgeschichtlich sehr wichtige Entwicklung eingeleitet“,8 die weit in ganz Europa ausgestrahlt hat und Parallelen zu Grimmelshausens Verständnis von Schuld und Sühne aufweist.9

Diese These lässt sich gerade in der Inselepisode der Continuatio durch den Namen des holländischen Kapitäns stützen,10 der die Insel des Simplicius besucht: „Jean Cornelissen, von Harlem“11. Wenn man ← 166 | 167 → den Namen des Kapitäns als Anagramm auflöst, erhält man als historisch greifbare Person den zuvor genannten Bischof von Ypern Cornelis Jansen, latinisiert Cornelius Jansenius,12 im holländischen Leerdam geboren und aufgewachsen.

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