Show Less
Restricted access

Kulturbegegnung und Kulturkonflikt im (post-)kolonialen Kriminalroman

Series:

Edited By Michaela Holdenried, Barbara Korte and Carlotta von Maltzan

Kriminalliteratur bietet seit längerem ein Forum für die Behandlung schon ‚klassischer‘ postkolonialer Themen. So lassen sich die ProtagonistInnen vielfach als hybride Subjekte beschreiben, und die Suche nach ‚historischer Wahrheit‘ bedarf einer anderen Substruktion als der einfachen Antithetik von Gut und Böse. Darüber hinaus sind die im Verschwinden begriffenen ehemals klar getrennten kolonialen Räume in postkolonialer Kriminalliteratur zwar solche des Kulturkonflikts; die ‚liminalen‘ Räume, die Kontaktzonen, mutieren aber keineswegs ersatzweise zu idyllischen Orten: Vielmehr sind sie gegen Konflikte ebenso wenig gefeit. Kriminalliteratur ist daher ein ideales Labor für postkoloniale Narrative, die Elemente postmoderner Ästhetik mit einem starken Interesse an sozialen Ungleichgewichten verbinden.
Der Band versammelt zwölf auf Deutsch und Englisch verfasste wissenschaftliche Beiträge zum postkolonialen Kriminalroman sowie ein Interview mit dem südafrikanischen Krimiautor Deon Meyer.

Show Summary Details
Restricted access

„Lieblingsfach Foltern“. Postkoloniale Gewalt in Wolfgang Herrndorfs Sand (2011) (Hanna Rinderle)

Extract

← 48 | 49 →

HANNA RINDERLE

„Lieblingsfach Foltern“. Postkoloniale Gewalt in Wolfgang Herrndorfs Sand (2011)

Abstract

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Wolfgang Herrndorf in seinem Roman „Sand“ zu Genremerkmalen des Kriminalromans verhält und wie er auf der inhaltlichen Ebene interkulturelle Begegnungen, insbesondere zwischen Orient und Okzident, inszeniert und diskutiert und welche Rolle die zahlreichen Gewaltanwendungen innerhalb des Romans in diesem Zusammenhang spielen. Meine These dabei lautet, dass der Orient zwar hauptsächlich und auf auffällig überzogene Art und Weise durch das Stereotyp der Brutalität beschrieben, dies aber durch einen ebenso gewalttätigen Westen wieder relativiert wird. Die Gewalt richtet sich immer gegen das kulturell Fremde, was schlussendlich in der Auslöschung des Protagonisten gipfelt.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.