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Business Improvement Districts

Erfolgreicher Politikimport aus den USA?

Annette Vollmer

Business Improvement Districts bieten einen neuartigen Ansatz zur Stärkung gewachsener Geschäftsbereiche, der die spezifschen Schwächen der in Deutschland bislang genutzten Instrumente überwindet. Mittlerweile haben sechs Bundesländer entsprechende BID-Gesetze verabschiedet und es gibt mehr als 25 BIDs in Deutschland.
Die BID-Idee stammt ursprünglich aus Nordamerika und ist ein geradezu idealtypisches Beispiel für die US-amerikanische Grundhaltung, sich selbst zu helfen, statt nach dem Staat zu rufen. Angesichts dieses Gegensatzes im Staatsverständnis sowie weiterer gesellschaftlicher und ökonomischer Unterschiede zwischen den beiden Ländern stellt sich die Frage: Warum konnten BIDs erfolgreich nach Deutschland importiert werden?
Dazu werden im ersten Schritt zunächst die sozioökonomischen Rahmenbedingungen in den USA und Deutschland und die Einbettung von BIDs in ihrem jeweiligen Kontext analysiert. Aus dem «Varieties of Capitalism»-Ansatz wird dazu ein Vergleichsrahmen entwickelt. Im zweiten Schritt wird dieser mit Ansätzen des Politiktransfers verschränkt, um daraus Thesen ableiten zu können, die sich auch zur Erklärung des Transfers anderer Instrumente eignen. Die Arbeit liefert außerdem erstmals einen Überblick über US-amerikanische BIDs und eine ausführliche Darstellung des ersten deutschen BIDs in Hamburg.

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I Einleitung 1

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Problemstellung, Forschungsfragen, methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit 1.1 Problemstellung Vor über zehn Jahren wurde das Thema Business Improvement Districts im Rahmen einer Tagung zu Beispielen US-amerikanischer Stadtplanung in Deutschland zum ersten Mal auf die Tagesordnung gesetzt und hat danach eine beispiellose Karriere genommen. Praktiker haben die Idee begeistert aufgegriffen, weil sie darin eine Möglichkeit erkannten, den Akteuren in gewachsenen Geschäftszentren ein schlagkräftiges Instrument in die Hand zu geben. Der Problemdruck auf den inhabergeführten Einzelhandel in traditionellen Geschäftslagen ist nach wie vor groß. Die Herausforderungen insbesondere durch Shopping-Center haben sich dabei in den letzten Jah- ren gewandelt: War es bis Mitte der 1990er Jahre vor allem der Zuwachs an Verkaufsfläche auf der Grünen Wiese, haben in jüngerer Zeit die zahlrei- chen neu eröffneten innerstädtischen Einkaufszentren die Konkurrenz mit den alteingesessenen Kaufleuten vor Ort eröffnet. Die steigenden Umsätze des Internethandels verschärfen die Konkurrenzsituation weiter. Das wachsende Interesse der professionellen Shoppingcenter-Entwick- ler am Standort Innenstadt deutet aber auch darauf hin, dass die Attraktivi- tät der Stadtmitte als Ort des Handels allen Unkenrufen zum Trotz unge- brochen ist. Dennoch unterliegen viele gewachsene Geschäftslagen einer Abwärtsspirale aus sinkender Kundenfrequenz, hohen Leerstandsraten und dem Vordringen von Billiganbietern. Für Immobilieneigentümer schlagen sich die Folgen dieser Entwicklung in stagnierenden oder sinkenden Ge- werbemieten und Grundstückspreisen nieder. Die vorhandenen Instrumente zur Stärkung des innerstädtischen Ein- zelhandels haben Schwächen: Die Programme der Städtebauförderung wie die...

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