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Alterspflege in der Schweiz

Ein föderal geprägtes Politikfeld im europäischen Vergleich

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Rahel Strohmeier Navarro Smith

Wer ist für die Sorge im Alter verantwortlich, wenn sie nicht mehr selber wahrgenommen werden kann und niemand da ist im unmittelbaren Umfeld, die oder der helfen könnte? Welches sind die institutionellen Voraussetzungen, damit Altershilfe und Alterspflege bedürfnisgerecht, kontinuierlich und umfassend erbracht werden können?
Diesen Fragen geht die Autorin auf der Basis von drei Fallvignetten nach. Sie untersucht in vergleichender Perspektive, wie sich Angebote und Organisation der Altershilfe und Alterspflege in acht europäischen Ländern zwischen 1980 und 2006 entwickelt haben. Insbesondere das Wohlfahrtssystem, weniger die Staatsstruktur, spielt eine zentrale Rolle für die konkrete Ausgestaltung der Altershilfe und Alterspflege in einem Land, lautet eines der Hauptergebnisse der europäischen Vergleichsstudie. Anhand eines Mehrebenenmodells analysiert die Autorin regionale Unterschiede sowie Hintergründe und Auswirkungen von Zuständigkeitsverschiebungen zwischen den verschiedenen Staatsebenen und Akteuren bei der Organisation der Angebote. Stärkung der sozialen Rechte, Zugangssicherung und Leistungskoordination stellen zentrale Momente dar für die Weiterentwicklung der Altershilfe und Alterspflege in der Schweiz im Sinne einer integrierten Versorgung.

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5. Forschungsfrage 129

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129 5. Forschungsfrage Eine systematische vergleichende Untersuchung der Rescaling- und Governance-Trends und deren Wirkung auf die sozialstaatlichen Ar- rangements in der Altershilfe und Alterspflege gibt es bisher nur ansatzweise (Burau/Kröger 2004; Burau/Theobald/Blank 2007; Och 2008; Rauch 2008, 2005). Bis anhin fokussierte die vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung zur Altershilfe und Alterspflege vorwie- gend auf die horizontalen Trends und Verschiebungen zwischen den verschiedenen Wohlfahrtsstaatsektoren bei der Leistungserbringung (Bode 2007, 2006; Ranci 2002, Daly/Lewis 1998, Arber 1995: 147). Zudem standen in der vergleichenden institutionen-orientierten For- schung zum Schweizer Wohlfahrtsstaat bisher eher die Sozialversiche- rungen und das Verhältnis zwischen dem Bundesstaat und den Kanto- nen im föderalistischen System der Schweiz im Fokus (siehe Obinger 2007, 2002, 1998; Obinger/Wagschal 2000a). Die wohlfahrtsstaat- liche Entwicklung in den Kantonen und die Verhältnisse der Kantone zu den Städten und Gemeinden wurden bisher aus vergleichend-insti- tutioneller Perspektive selten behandelt (Camenzind 2008; Jaccard Ruedin/Weber/Pellegrini/Jeanrenaud 2006a, 2006b; Lucas/Giraud 2006; Armingeon/Bertozzi/Bonoli 2004). Insbesondere für das Politik- feld der Altershilfe und Alterspflege70 in der Schweiz gibt es noch kei- ne systematische Analyse des sozialstaatlichen Arrangements und der institutionellen Fragmentierung in Bezug auf die Aufgabenteilung zwi- schen den verschiedenen Staatsebenen und den involvierten Akteuren bei der Leistungsproduktion (Haberkern/Szydlik 2008; Lucas/Giraud 2006; Höpflinger 2005; Höpflinger/Hugentobler 2005, 2003). 70 Die Bezeichnung „Altershilfe und Alterspflege“ steht in der vorliegenden Disser- tation für den englischen Begriff „long-term care for older people“. Darunter werden – wie bereits erwähnt – längerfristig ausgerichtete Geld-, Hilfe- und Pflegeleistungen verstanden, welche die Selbstständigkeit von Personen...

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