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Simpliciana

Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft- XXXVI. Jahrgang / 2014

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Peter Heßelmann

Den Schwerpunkt dieses Bandes der Simpliciana bilden vierzehn Vorträge, die während einer Tagung mit dem Rahmenthema «Chiffrieren und Dechiffrieren in Grimmelshausens Werk und in der Literatur der Frühen Neuzeit» Mitte Juni 2014 in Gelnhausen gehalten wurden. Fünf weitere Studien ergänzen unser neues Jahrbuch. Die Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» bietet wie gewohnt einige Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.
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Verschlüsselung und Verrätselung bei den Jesuiten. Die Schola Steganographica von Kaspar Schott S. J. (Nürnberg, Endter 1665) und die Philosophie des images énigmatiques von Claude-François Ménestrier S. J. (Lyon, Guerrier 1694): Ruprecht Wimmer

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RUPRECHT WIMMER (Eichstätt/Ingolstadt)

Verschlüsselung und Verrätselung bei den Jesuiten. Die Schola Steganographica von Kaspar Schott S. J. (Nürnberg, Endter 1665) und die Philosophie des images énigmatiques von Claude-François Ménestrier S. J. (Lyon, Guerrier 1694)

1.Rechtfertigung

Zumindest der Untertitel des Themas scheint zufällig. Er ist es wirklich, wenn man nicht den Haupttitel als wichtigen gemeinsamen Nenner gelten lässt und betont, dass diese Tagung auch von Verschlüsselungen handelt, die nicht in eindeutiger Beziehung zu Grimmelshausen stehen, sondern aus seiner Zeit stammen. Ich habe es riskiert, zwei ganz verschiedene Jesuitentheorien nacheinander vorzustellen, die erste aus der Zeit des Simplicissimus Teutsch und verlegerisch in Grimmelshausens Umfeld platziert, die zweite recht weit von ihm entfernt und erst einige Zeit nach seinem Tod gedruckt, allerdings mit deutlich retrospektiver Schlagseite. Noch dazu: Schott schrieb lateinisch und wurde meines Wissens nicht übersetzt, Ménestrier verfasste seine Philosophie in französischer Sprache. Eine deutsche Version ist mir nicht bekannt.

Beide Autoren haben aber, und das gehört ganz wesentlich zu meiner Rechtfertigung, ein eindrucksvolles Œuvre vorzuweisen, das sich jeweils mehrmals mit einschlägigen „Gattungen“, also mit den Themenbereichen von enigmatischer Verbildlichung, von Verrätselung und Verschlüsselung beschäftigt. Von Schott haben wir neben anderem eine vierbändige Magia universalis (1652–1659) und eine Physica curiosa (1662); er steht, wie nebenbei auch in der Schola Steganographica, in der Nachfolge seines berühmten jesuitischen Lehrers und Mentors Athanasius Kircher. Ménestrier, ein Sch...

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