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Geschichte, Politik und Poetik im Werk Rudolf Alexander Schröders

Kontinuität und Variation

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Yvonne Zimmermann

Das Werk Rudolf Alexander Schröders steht symptomatisch für die literarisch-kulturellen Bemühungen eines im frühen 20. Jahrhundert weit verbreiteten ästhetischen Konservatismus. Die Autorin befasst sich mit der Frage, wie Geschichtsverständnis, politischer Mitgestaltungswille und Poetik ineinandergreifen. Sie verdeutlicht die Aufwertung von Übersetzungen kanonischer Autoren, von wiederholenden Schreibverfahren und von verehrender Zitation. Die Aufarbeitung von nationalen Konzepten, Kulturkritik, Problemgeschichte, Übersetzungstheorie oder Hexametertheorien kontextualisieren Schröders Poetik, was die Autorin durch Archivalien belegt. Die Studie vertieft die Erforschung der mit Hofmannsthal, George und Zeitgenossen in den Blick genommenen literarischen Stoßrichtung des ästhetischen Konservatismus und verweist dadurch auf seine Breite.

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4. Die Übersetzungen: nachahmende Verfahren im Dienste des Originals

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4.  Die Übersetzungen: nachahmende Verfahren im Dienste des Originals

This chapter analyses Schröder’s approach to translation and his choice of texts. In retranslating Homer’s epics he illustrates an attempt to surpass the predecessor in shaping perfect hexameters, but he also tries to come to terms with recent research and shows the debates around national concepts. Furthermore, he translates contemporary texts which he deems as worthy of distribution (Beardsley, Eliot).

Von Schröders Gesammelten Werken enthalten fünf von acht Bänden Übersetzungen.394 Darüber hinaus gibt es einige Übersetzungen, die nicht in die Werkausgabe übernommen wurden. Die lebenszeitliche Tätigkeit des Übersetzens beginnt mit den Übertragungen der Insel-Jahre und endet mit den Shakespeare-Übersetzungen für den siebten Band der Gesammelten Werke, der posthum 1963 erscheint. Die ersten veröffentlichten Arbeiten werden im zweiten Jahrgang der von Schröder, Alfred Walter Heymel (1878–1914) und Otto Julius Bierbaum (1865–1910) herausgegebenen Zeitschrift Die Insel publiziert. Es handelt sich um die Übersetzung eines französischen Vortrags von Henry van de Velde sowie um Übersetzungen des Engländers Aubrey Beardsley. Im Lauf der Zeit wendet sich Schröder verschiedenen Sprachen zu, darunter neuen Sprachen wie dem Englischen, Französischen und Niederländischen sowie den antiken Sprachen Griechisch und Latein. Dabei konzentriert er sich vor allem auf kanonische Texte der Weltliteratur, obgleich sich in seinem Übersetzungsprogramm auch eine Tendenz zur Kanonisierung von bisher nicht weit verbreiteten Schriftstellern etwa der flämischen Literatur oder zeitgen...

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