Show Less
Restricted access

L’autore esposto

Scrittura e scritture in Karl Kraus

Series:

Irene Fantappiè

La scrittura di Karl Kraus è un caleidoscopio di scritture diverse e contraddittorie. Morale, giustizia, storia, traduzione, plagio non sono solo temi ricorrenti nei suoi testi, ma anche ‚modi‘ della sua scrittura. Esaminare tali ‚modi‘ nel contesto storico-letterario della Vienna d’inizio Novecento, alle soglie e dentro il primo conflitto mondiale, significa situarli nel dibattito su morale e diritto, su letteratura e giornalismo, sul teatro di Wedekind e sulla poesia di George; significa, inoltre, osservare come la scrittura di Kraus vada costruendo un autore ‚esposto‘, come lui stesso lo definisce. È un autore messo in mostra, anche nelle sue contraddizioni, e messo a rischio, sottoposto al giudizio altrui – aspetti, questi, che ampliano e rivedono il topos novecentesco del Kraus ‚grande accusatore‘.

Show Summary Details
Restricted access

Abstract auf Deutsch

Extract



Kraus gilt als einer der bekanntesten Vertreter eines intellektuellen Anti-Intellektualismus im 20. Jahrhundert. Vor diesem Hintergrund spielte sich, im Positiven wie im Negativen, die ganze Rezeption seines Werkes ab. Das 20. Jahrhundert hinterließ uns den Mythos von Kraus als Polemiker, Journalist, Anti-Literat, aber anscheinend nie als vollwertiger Schriftsteller. Seine Schriften gelten als vielseitiges Corpus von schonungslosen satirischen Angriffen, in seiner Sprache wird in primis der ethische Wert gesehen und seine Figur gilt gemeinhin als Archetyp des ‚großen Anklägers‘. Sein Werk wurde dabei aber öfter zitiert als gelesen, und öfter gelesen als studiert. Die Forschung beschränkte sich größtenteils auf spezifische Aspekte wie die Polemik gegen die Presse seiner Zeit oder die aphoristische Form der Texte; es fehlen geradezu komplett umfassende Betrachtungen von Karl Kraus‘ Werk in seiner Vielfältigkeit.

Das vorliegende Buch geht in zwei Richtungen: Der erste Teil zielt auf eine Analyse des kraus’schen Schreibens ab, das in Relation zu einem weiten Themenspektrum untersucht wird. Moral, Recht/Justiz, Geschichte als Realität/Fiktion, Übersetzung sowie Plagiat entsprechen dabei nicht nur fünf großen Themen, mit denen sich der Autor wiederholt befasst, sondern gleichsam fünf Schreibweisen. Indem sich Kraus mit Moral und Sexualität beschäftigt, entwickelt er einen Schreibmodus als ikonoklastischen Gestus (Kap. 1); im Nachdenken über das Verhältnis von Recht und Sprache, wobei er das Recht als Paradigma der Literatur und Literatur als Quelle des Rechts benutzt, entfaltet sich Kraus‘ Schreiben zu einer Praxis des Richtens (Kap. 2). In den...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.