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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Zur Medialität kommunikativer Praktiken im Theater

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Erika Linz (Bonn, Deutschland)

Zur Medialität kommunikativer Praktiken im Theater

Linguistische Konzepte zur Beschreibung medialer Differenzen folgen häufig einer strukturorientierten Sichtweise. Neben dem Modell von Koch und Oesterreicher (1994) zur Unterscheidung mündlicher und schriftlicher Kommunikation gilt dies auch für das verbreitete Konzept der Kommunikationsform, mit dem mediale Einflüsse zwar deutlich differenzierter, aber weiterhin vorwiegend als „strukturelle Arrangements“ (Holly 2011: 150; cf. Dürscheid 2005) einbezogen werden. Eine breitere Perspektive auf die Medialität kommunikativer Praktiken eröffnet sich hingegen, wenn man von einem operativen, performanzorientierten Begriff der Medialität ausgeht und auch die Aneignungsprozesse von Medien stärker in den Blick nimmt. Mit solch einem Medialitätskonzept, wie es Jäger, Krämer u. a. entwickelt haben1, sind drei wesentliche Annahmen verbunden: 1. Medialität ist konstitutiv an der Hervorbringung dessen, was sie vermittelt, beteiligt. 2. Es gibt keine medienfreie Kommunikation, auch die Face-to-Face-Kommunikation ist immer schon medial vermittelt. 3. Die Analyse medialer Einflüsse erfordert eine prozessuale performative Betrachtungsweise von Kommunikation.

Anhand zweier Aspekte der linguistisch kaum untersuchten Theaterkommunikation möchte ich im Folgenden exemplarisch die Produktivität solch eines Medialitätsbegriffs illustrieren, der das Feld der Medien nicht erst mit den technischen Medien beginnen lässt, sondern auch die Interaktion unter Anwesenden in mediale Analysen einschließt.

1.       Einweg-Kommunikation als Effekt eines doing being an audience

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