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Russische Satire

Strategien kritischer Auseinandersetzung in Vergangenheit und Gegenwart

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Michael Düring, Kristina Naumann and Rebekka Wilpert

Die russischsprachige Satire wird häufig in den Rang einer Schattenliteraturform gedrängt. Dennoch kann sie die Funktion ausüben, die der Satire gemeinhin zugeschrieben wird: auf aggressive Art Missstände in einer Gesellschaft zu kritisieren.

Dieser Band enthält die Vorträge der vom Institut für Slavistik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Staatlichen Universität Irkutsk durchgeführten Konferenz «Russische Satire seit der Perestrojka bis in die unmittelbare Gegenwart: Formen und Themen künstlerischer Auseinandersetzung». Ziel des Austausches war, herauszufinden, welche Mittel, Themen, Strategien und Angriffsobjekte es in der russischen Satire gibt, wie die Rezeption von Satire je nach Herkunft der Referent*innen differiert und welche Möglichkeiten sich der Satire im «System Putin» bieten. Die Beiträge befassen sich mit der Sprache der Satire, mit neuen satirischen Ausdrucksformen und -medien wie Liedern und Filmen, aber auch mit der klassischen literarischen Satire.

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Литературная критика как сатира: антиинтеллектуальный примитив Льва Пирогова

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Im folgenden Artikel werden Kriterien behandelt, aufgrund derer aggressive Literaturkritik als Satire statt als Publizistik verstanden wird. Im Einzelnen geht es um folgende Bereiche: 1. Die soziale Deutung der Literaturproblematik; 2. Die Hinwendung zum Pamphlet; 3. Das Schaffen eines eigenen literarischen Bildes durch den Kritiker. Ein Beispiel dafür ist die Maske des Naivlings, die von Lev Pirogov verwendet wird, um den Egozentrismus der intellektuellen Prosa M. Šiškins, V. Pelevins oder D. Bykovs zu verspotten. Der Inhalt des Bildes ist oxymoral – es ist das intellektuell Primitive: Das Ideal der hedonistischen Einsamkeit folgt dem Mythos und aktualisiert die Einfachheit, es zeigt das Seiende als Menschliches. Das Verfahren der reductio ad absurdum und die Vereinfachung bis hin zum Paradoxon – dies ist die Tradition V. Rozanovs, V. Šukšins und Ven. Erofeevs, an der sich der Kritiker orientiert.

The following article discusses criteria by means of which it is possible to understand aggressive literary criticism as satire. In this particular case, the following aspects will be treated: 1. The social reading of the problems of literature; 2. The shift to lampoon; 3. The creation of a separate literary image by the critic. An example of the last point is the persona of the ingénue used by Lev Pirogov to ridicule the egocentricity of M. Shishkin’s, V. Pelevin’s, and D. Bykov’s prose. The content of the image, however, is oxymoronic – it shows the intellectual primitive: The ideal of hedonistic solitude follows the myth and updates simplicity, it shows...

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