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Goethes «Wahlverwandtschaften» im 21. Jahrhundert gelesen

Aagot Vinterbo-Hohr

Goethes Roman «Die Wahlverwandtschaften» geht der Relation von Mensch und Gesellschaft in der Feudalzeit auf den Grund – und stößt nicht nur bei Zeitgenossen auf heftige Kritik. Die Autorin dieses Bandes bricht vom Lager der traditionellen Rezeption auf, indem sie das Leben am Ort der Handlung, einem Adelsgut, anhand reiner Textanalyse durchleuchtet, wobei das im Romangeschehen thematisierte Geflecht der sozialen, militärischen und religiösen Machtstrukturen der Feudalgesellschaft zu Tage tritt. Die durch Symbolik wie durch Form und Eigenart des Erzählstils dargestellten sozialen Verhältnisse und Konflikte werden dadurch freigelegt. Die Erkenntnisse der Untersuchung öffnen Perspektiven auf Struktur- und Alltagsprobleme der globalisierten Gesellschaft der Gegenwart.

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Danksagung

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Das sprichwörtliche Können, „einen Menschen wie ein offenes Buch zu lesen“, ist besonders im Hinblick auf das geöffnete Buch zu bezweifeln. Denn dieses könnte eine der Schriften sein, die „wie das Ei von allen Seiten unzugänglich erscheinen,“ – wie Zelter an Goethe aus Baden bei Wien im August 1819 schreibt – und die man, damit man „einen baren Anteil am Inhalte selber erwerbe“, im Busen ausbrüten muss. Von Goethes Wahlverwandtschaften ist die Rede: Zelter, in eine Damengesellschaft geraten, hatte „unbewappnet“ den Roman und dessen Autor zu verteidigen.

Meinen eigenen baren Anteil des als schwer zugänglich bekannten Textes durfte ich als Dissertation an der Humanistischen Fakultät, Norges teknisknaturvitenskapelige universitet (NTNU) Trondheim, 2013 verteidigen. Besagten Anteil zu erwerben, wurde ich durch Gespräche motiviert, die von unschätzbarem Wert waren und für die ich danke:

Professor Sissel Lie, NTNU Trondheim, hat mich zum Sprung in die Literaturwissenschaft ermutigt. Professor Dorothea von Mücke, Columbia University New York, erlaubte mir, an ihren Seminaren und Vorlesungen im Studienjahr 2006/7 teilzunehmen, und in einem Gespräch mit ihr einige zentrale Momente meines Vorhabens zu diskutieren. Professor Else Wiestad, Universität Oslo, und Dozent Katrin Lunde, Hochschule Volda, haben Teile des Manuskripts sorgfältig gelesen. Dozent Harald Gaski, Universität Tromsö, vermittelte Befunde der internationalen Forschung oraler Erzähltradition. Der Filmemacher Nils Gaup, der Drehbücher auf diese Erzähltradition baute, nahm sich Zeit, Aspekte künstlerischer Vermittlung des mündlichen Erzählers...

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