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Religion und Politik

Historische und aktuelle Konstellationen eines spannungsvollen Geflechts

Series:

Jörg Dierken and Dirk Evers

Religion und Politik bilden seit jeher ein spannungsvolles Geflecht wechselseitiger Begründungs- und Abgrenzungsprozesse. Die in diesem Band versammelten Autoren beleuchten historische und aktuelle Konstellationen dieser Prozesse durch die Verschränkung von systematischen und historischen Perspektiven. So reicht die Spannweite der Beiträge von der Frühzeit des Christentums über die Reformation bis hin zu Schelling, Schleiermacher, Troeltsch und Barth, während gleichzeitig aktuelle Debatten u.a. zur Theologie in der DDR, zur Bedeutung der Menschenrechte, zum Konzept der inneren Führung und zur Flüchtlingsdebatte kritisch nachgezeichnet werden.

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„Carolus Stuardus“ – Religion und Politik in Gryphius‘ Trauerspiel

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Abstract The trial of the Stuart Charles Ist was not only a political drama but had also an immense religious significance. It was the first time that a king was not just murdered but sentenced by a court of justice despite the fact of his being a king by divine right. Very soon after the death of Charles, Gryphius wrote his tragedy “Carolus Stuardus” in which he takes the side of the king against Cromwell and his supporters.

Ein Jahr nach der Hinrichtung Karls I. schloss Andreas Gryphius sein Trauerspiel „Ermordete Majestät oder Carolus Stuardus, König von Groß Britanien“1 im März 1650 ab. Dem Trauerspiel vorangestellt ist ein lateinisches „Epitaph für Cromwell“, auf dem der Lord Protector als Tyrann bezeichnet wird. Auf seinen Befehl hin sei Großbritannien gesunken, und Zepter und Krone habe er, der durch Verbrechen geadelte Engländer und Schlechteste der Verdorbenen, dem Schwert unterworfen.2 Gryphius spielt auf die verschiedenen Gruppen der politischen und religiösen Opposition an, wenn er sagt: Als „von überall unter den Inselbewohnern Scharen hervorbrachen,/ Schloß er sich den Gruppen Übelwollender an/ Und wagte es, den Purpur zu bekämpfen,/ Den zu verteidigen rechtens gewesen wäre“3. Wegen seiner militärischen Erfolge habe Cromwell bei seinen Anhängern als vom Schicksal begünstigt gegolten, während er doch in Wirklichkeit die Grundfesten Englands erschüttert habe. Weil er als Führer der Independenten nicht gleichzeitig gegen alle anderen Häupter vorgehen...

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