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Historische und systematische Fallstudien in Religion und Politik vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert

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Edited By Arno Strohmeyer and Lena Oetzel

Das Buch untersucht in unterschiedlichen räumlichen Kontexten den Zusammenhang von Religion und Politik vom 7. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit. Aus historischer, theologisch-systematischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive werden die Verflechtung der Religion mit Macht und Gewalt sowie der Umgang mit religiöser Pluralität in der Vergangenheit vor Augen geführt. Besondere Aufmerksamkeit finden die Weltreligionen Christentum und Islam. Die AutorInnen analysieren die Wurzeln aktueller Problemlagen und die vielfältige politische Instrumentalisierung des Religiösen sowie die Grundkonstellationen im historischen Wandel.

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Religion und Politik am nordöstlichen Rande Europas. Der Deutsche Orden und die Prußen bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts (Michael Brauer)

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Michael Brauer

Religion und Politik am nordöstlichen Rande Europas. Der Deutsche Orden und die Prußen bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts

Abstract: The Teutonic Order, in its war against the Pagan Prussians, seems to satisfy the cliché about the Middle Ages: politics was allegedly dominated by religious fanaticism. There is more complexity, however, with secular negotiations between the Teutonic Order and the universal powers (emperor and pope) and the papacy intervening in social and legal matters.

Wer das Verhältnis von Religion und Politik im Mittelalter bestimmen möchte, kommt nicht an den Vorstellungen vorbei, die sich die moderne Welt von ihrer Vorgängerepoche macht. Reflexartig fällt das Schlagwort vom „finsteren Mittelalter“, in dem Staat und Kirche, Politik und Religion eine unheilsame Verbindung eingegangen seien, wo religiöser Fanatismus zu brutalen Kriegen gegen Andersgläubige geführt habe. Dieser Komplex wird von PolitikerInnen und JournalistInnen gerne auf extreme Ausprägungen des heutigen Islams übertragen. So sprach die Zeitung Freie Welt hinsichtlich der aktuellen Lage von Christen und religiösen Minderheiten im „Islamischen Staat“ von einer „Religionsverfolgung wie im Mittelalter“: „Die schwarz verhüllten Terrormilizen des Islamischen Staates (IS) in Syrien und im Irak haben das finstere Mittelalter in die Gegenwart zurückgeholt.“1 Ob man damit diesem komplexen, international agierenden Gebilde, dessen Ideologie ohne die (Ablehnung der) Moderne nicht vorstellbar wäre, gerecht wird, sei dahingestellt. Der Gebrauch des „Mittelalters“ in der öffentlichen Debatte will nicht erkl...

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