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Migration in Theologie und Kunst

Transdisziplinäre Annäherungen

Series:

Hanjo Sauer and Julia Allerstorfer

Die Beiträge untersuchen disziplinübergreifend das Phänomen Migration. Die AutorInnen betrachten Migration als ein konstitutives Element der Menschheitsgeschichte und als globales Zukunftsthema. Spätestens seit Beginn der Flüchtlingswelle aus Syrien nach Europa und auch Österreich in den Sommermonaten 2015 ist diese Thematik integraler Bestandteil medialer, politischer und öffentlicher Kontroversen. Migration ist kein modernes Phänomen. Wanderungsprozesse aufgrund existenzieller Bedrohungen oder Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen anderswo hat es immer gegeben. Die BeiträgerInnen diskutieren Migration aus den Perspektiven der Theologie, Philosophie und der Kunstwissenschaft. Die Bandbreite der Sujets reicht hierbei von alttestamentarischen Bibelstellen bis hin zum Europa der Neuzeit, über Kolonialismus, Imperialismus und Globalisierung. Aus kunstwissenschaftlicher Perspektive wird der Migrationsbegriff hinsichtlich unterschiedlicher Epochen und Kunstgattungen aufbereitet.

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Migration aus theologischer Sicht. Was sagt uns die Bibel? „Mein Vater war ein heimatloser Aramäer…“ (Dtn 26,5) (Franz Schmalzer)

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Franz Schmalzer

Migration aus theologischer Sicht. Was sagt uns die Bibel?

„Mein Vater war ein heimatloser Aramäer…“(Dtn 26,5)

Migration ist kein modernes Phänomen, sondern ein uraltes Menschheitsphänomen. Die Bibel erzählt von den Wanderungen des Volkes Gottes. Bei einer näheren Betrachtung dieser Wanderbewegungen fällt auf, dass bedeutsame Ereignisse, die Veränderungen nach sich ziehen, mit Migration zu tun haben. Gott kam in erster Linie durch Menschen in die Welt, die unterwegs waren und noch nicht an ihrem Ziel. Zeiten von Migration und Wanderschaft sind oft entscheidende Zeiten des Heils. In Dtn 26,5 wird dies deutlich: Migration ist der zentrale Erfahrungshintergrund. Als Beispiele dafür dienen der Auszug der Israeliten aus Ägypten (vgl. Ex 12) oder die Erfahrung des Exils, die für die jüdische Tradition entscheidend waren. In der Deportation nach Babylon wurden die Juden mit einer überlegenen Kultur konfrontiert. Gerade in der Zeit des Exils entwickelt Israel den Kanon der Heiligen Schrift. Ohne die Erkenntnis, in der Welt heimatlos zu sein, ohne die Erfahrung der Migration im physischen und spirituellen Sinn, ist der jüdisch-christliche Glaube nicht vorstellbar.

1. Migration in der Bibel

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