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Ehre auf Reisen

Die Hansetage an der Wende zum 16. Jahrhundert als Schauplatz für Rang und Ansehen der Hanse(städte)

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Maria Seier

Die Studie zeigt, wie hansische Tagfahrten durch Repräsentation und Zeremoniell zum Schauplatz von Rang und Ansehen wurden und sich die Kommunikation der Beteiligten um den Erhalt von Ehre drehte. Für Hansetage um 1500 liegen Reiserechnungen von Teilnehmern sowie Gesandtschaftsberichte vor, die das informelle Prozedere hansischer Verhandlungen beleuchten. Im Abgleich mit der Reichstagsforschung werden die begrifflichen Grundlagen gelegt, um dann auf Basis eines kommunikationsgeschichtlichen Zugangs die gegenseitigen Ehrenbezeugungen theoretisch zu fassen. Betrachtet werden Kleidung, Beherbergung, Spielleute, Ehrenweingaben, Gastmähler, Prozessionen und Sitzordnungen. Die Ehrsemantik bildete einen Orientierungsrahmen und sicherte in Zeiten schwach ausgebildeter Verfasstheit die Kohärenz nach innen sowie Wandelbarkeit in der politischen Kommunikation.

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5. Ehre auf Reisen

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5.   Ehre auf Reisen

Abstract – Honor while journeying: The honor of the delegates is expressed through minstrels, gifts, feasts etc. By means of these behavioral signals the delegates could compete with each other regarding their mutually recognized degree of honor, and at a time when there were few formal arrangements concerning their approach to one another they could demonstrate mutual cohesion.

In der Zeit von 1487 bis 1530 wurden elf allgemeine Hansetage74 einberufen, die bis auf eine Ausnahme in Lübeck stattfanden. Auf die grundlegenden, institutionell verankerten Regularien, nach denen ein Hansetag abgehalten wurde, also zu Ladung, Teilnehmerkreis und Teilnahme, zu Vorsitz, Verhandlungsführung und Formen der Schriftlichkeit etc., wie sie z. B. auf dem Hansetag von 1418 diskutiert wurden, soll an dieser Stelle nicht vertiefend eingegangen werden.75 Jedoch bleibt festzuhalten, dass den Hansestädten von der erfolgten Ladung zum Hansetag bis zum festgesetzten Termin im Regelfall einige Wochen Zeit blieben, die einerseits von den städtischen Räten für politische Ab- und Rücksprachen genutzt wurde, um sich in der Region über die auf dem kommenden Hansetag angesetzten Themen zu verständigen. Andererseits waren für eine geplante Besendung Vorbereitungen organisatorischer Art zu treffen, da eine Tagfahrt üblicherweise zwischen drei bis sechs Wochen dauerte und die Delegierten damit je nach Entfernung und Dauer der Reise zwei bis vier Monate unterwegs sein konnten.

5.1   Größe der hansestädtischen Delegationen

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