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Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus

Cemal Yıldız, Nathalie Topaj, Reyhan Thomas and Insa Gülzow

Etwa die Hälfte der Menschen weltweit ist mehrsprachig und auch in Deutschland verwenden rund zwanzig Prozent der Einwohner neben Deutsch noch eine weitere Familiensprache, meist Russisch und Türkisch.

Die Tagung «Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus» hatte zum Ziel, einen Beitrag zur gegenwärtigen Forschung und Praxis des Türkischen und des Russischen im Bildungskontext zu liefern. Außerdem sollte der Austausch zwischen Experten aus der Mehrsprachigkeitsforschung, aus Bildungseinrichtungen, der Bildungspolitik und Migrantenverbänden gefördert werden. Der Tagungsband enthält Beiträge von internationalen Experten auf dem Gebiet sowie die gemeinsamen Pressemitteilungen der Veranstalter und das im Rahmen der Tagung entstandene «Berlin-Brandenburger Positionspapier zur Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem».

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Möglichkeiten und Grenzen der Diagnostik erstsprachlicher Fähigkeiten: Türkisch-deutsche und türkisch-französische Kinder im Vergleich. Spezifische Sprachentwicklungsstörung und Erwerb einer Minderheitensprache (Solveig Chilla / Nebiye Hilal Şan)

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Solveig Chilla, Nebiye Hilal Şan

Pädagogische Hochschule Heidelberg

Möglichkeiten und Grenzen der Diagnostik erstsprachlicher Fähigkeiten: Türkisch-deutsche und türkisch-französische Kinder im Vergleich. Spezifische Sprachentwicklungsstörung und Erwerb einer Minderheitensprache

Eine spezifische Sprachentwicklungsstörung (SSES) ist eine umschriebene Störung des Sprechens und der Sprache, nach der Kinder Sprachauffälligkeiten zeigen, die nicht auf Hörstörungen, mentalen oder sozialen Beeinträchtigungen oder neurologischen Schädigungen basieren (zus. Leonard 2014). Die vorliegenden Studien zu mehrsprachigen Kindern mit SSES belegen, dass sich diese genuine Erwerbsstörung in allen Sprachen eines Kindes ausprägen muss und nicht häufiger auftritt als bei Monolingualen (Paradis 2010). Eine Diagnostik von SSES sollte möglichst in allen Sprachen des Kindes durchgeführt werden. Allerdings stellt die Erhebung und Bewertung erstsprachlicher Fähigkeiten von Kindern, die ihre Erstsprache(n) (L1) in einem sprachlichen Minderheitenkontext erwerben und bilingual aufwachsen, Praktikerinnen und Praktiker vor große Herausforderungen. Erstens ist die Kenntnis der minderheitenbedingten Veränderungen einer Erstsprache unabdingbare Voraussetzung für die Bewertung des Sprachstandes. Zweitens ist bisher unklar, wie sich „echte“ Sprachstörungen von Kindern, wie eine SSES (Leonard 2014; AWMF 2012), bei bilingualen Kindern erkennen lassen. Am Beispiel Türkisch soll gezeigt werden, dass einige der sprachlichen Veränderungen, die das Türkische in Deutschland erfährt, den linguistischen Auffälligkeiten, die monolinguale Kinder mit SSES in der Türkei zeigen, sehr ähneln (Acarlar & Johnston 2011; Backus & Boeschoten 1998; Rothweiler, Chilla...

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