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Wirklichkeit und Fremdheit in Erzähltexten des deutschen Realismus

Aihong Jiang and Uwe Japp

Die Beiträge dieses Buches untersuchen die Darstellung von «Wirklichkeit und Fremdheit» in Erzähltexten des deutschen Realismus. Im Hinblick auf diese Relation analysieren die Beiträger unter anderem Werke von Friedrich Hebbel, Gottfried Keller und Theodor Storm. Methodisch bilden die Beiträge ein weites Spektrum von hermeneutischen, sozialgeschichtlichen und narratologischen Ansätzen ab. Der Tagungsband berücksichtigt auch Ergebnisse der Alteritäts- und Genderforschung. Dieses Buch dokumentiert die Resultate einer in Beijing durchgeführten Tagung, an der chinesische und deutsche GermanistInnen beteiligt waren.

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Das idealisierte Fremde in Paul Heyses Novellen (Li Jiang)

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Li Jiang

Das idealisierte Fremde in Paul Heyses Novellen

Als Nobelpreisträger wurde Paul Heyse in erster Linie als Novellist literarisch anerkannt. „Er galt als Meister der Novelle, besonders der psychologischen Gesellschafts- und italienischen Dorfnovelle, als empfindungsreicher und feinsinniger Novellist von bewundernswürdiger Technik, der die Entwicklung der deutschen Prosanovelle entscheidend beeinflußt habe.“1 Es ist nicht zu bestreiten, dass Paul Heyses Novellen zum Schatz der deutschen Literatur gehören. Fontane schreibt am 60. Geburtstag des Dichters, Heyse sei dreißig Jahre lang in der Literatur seiner Zeit an der Tête gestanden – und zwar so ausgesprochen, dass er sehr wahrscheinlich seiner literarischen Epoche den Namen geben werde.2 1910 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Zur Begründung der Preisverleihung hieß es im Text des Vorschlags: „Unter den lebenden älteren Dichtern Deutschlands wird Paul Heyse allgemein fast unbestritten als der größte anerkannt […].“3

Wenn man Paul Heyses Werke liest, bekommt man leicht den Eindruck, dass Heyse oft von der Liebe, von der Schönheit, vom Schicksal, dem Tragischen, von der Persönlichkeit, vom Individuum und den gesellschaftlichen Normen schreibt, wie die Kritiker festgestellt haben. Es ist jedoch nicht zu übersehen, dass auch das Fremde eine wichtige Rolle spielt. Wenn wir über das Fremde in Heyses Novellen sprechen, denken wir sicher an das Land Italien mit seinen Landschaften und Schönheiten. Dass Italien in seinen Werken eine wichtige Stellung einnimmt, kommt wohl daher, dass Paul Heyse 1852/53 eine Bildungsreise...

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