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Variation durch Sprachkontakt

Lautliche Dubletten im Luxemburgischen

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François Conrad

Das Luxemburgische ist stark durch Sprachkontakt mit dem Deutschen und Französischen geprägt. Der Band untersucht den Niederschlag dieses Kontakts auf der lautlichen Ebene. Im Fokus stehen «lautliche Dubletten» – luxemburgische Wörter mit einer germanischen und einer romanischen Aussprachevariante. Die quantitativ-soziolinguistische Untersuchung analysiert erstmalig, welche Gruppen von SprecherInnen diese Dubletten germanisch oder romanisch artikulieren. Die Ergebnisse zeigen einen Sprachwandel auf, bei dem sich die Präferenz für romanische Aussprachen zugunsten der germanischen verändert. Die Arbeit verdeutlicht anschaulich die Dynamik einer Sprache im Spannungsfeld zweier großer Kulturnationen und innerhalb einer komplexen mehrsprachigen Gesellschaft.

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2 Theoretische Kontextualisierung

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2.1 Das Lautsystem des Luxemburgischen

Folgende Ausführungen basieren auf der Beschreibung von GILLES/TROUVAIN (2013). Abweichungen davon werden im Fließtext kommentiert.1 Die Phoneme werden in den Tabellen dargestellt, während allophonische Varianten im Fließtext besprochen werden.

Tabelle 1 führt zunächst die Konsonanten des Luxemburgischen auf.

Tabelle 1: Die Konsonanten des Luxemburgischen. Stimmlose Laute stehen auf der linken Seite, die stimmhaften Entsprechungen auf der rechten Seite

Das Luxemburgische und das Deutsche teilen den größten Teil des Konsonantismus. Eine Ausnahme stellen etwa die prä-palatalen Laute /ɕ/ und /ʑ/ (héich [həiɕ] ‚hoch‘, héijen [ˈhəiʑən] ‚hoher‘) dar. Diese sind das Ergebnis des Zusammenfalls zwischen den palatalen Frikativen [ç] und [ʝ] (als Allophone zu /χ/ und /ʁ/) und den post-alveolaren Frikativen /ʃ/ und /ʒ/. Da der Zusammenfall bereits fast abgeschlossen ist (GILLES 1999: 236–242, CONRAD 2012, GILLES/TROUVAIN 2013: 68–69) und sich sowohl die palatalen wie die post-alveolaren Laute nur noch bei einem geringen Teil der in vorliegender Arbeit untersuchten (vor allem älteren) Testpersonen finden ließen, werden die prä-palatalen Laute entgegen GILLES/TROUVAIN (2013) als Phoneme geführt, während die post-alveolaren Frikative als Allophone gelten. ← 11 | 12 →

Wie im Standarddeutschen besteht im Luxemburgischen eine ich/ach-Allophonie: Nach hinteren Vokalen tritt der uvulare Frikativ [χ/ʁ], in den anderen Kontexten der prä-palatale Frikativ [ɕ/ʑ] auf.

Der uvulare Vibrant /R/, der vor allem von älteren Personen...

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