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Unternehmensrisiko Arbeitssucht

Managementherausforderungen und Aktionsleitfaden für die Praxis

Ulrike Emma Meißner

Das Unternehmensrisiko Arbeitssucht ist in der Betriebs- und Personalwirtschaft ein unterschätztes Risiko, welches sich zu einer existenziellen Gefährdung eines Betriebes entwickeln kann. Diese empirische Studie befragt erstmalig im deutschsprachigen Raum Arbeitssüchtige über Arbeitssuchtindizien und deren Auswirkungen auf Unternehmen. Die Autorin erhebt ebenso die betrieblichen Rahmenbedingungen, die Einfluss auf die Krankheit haben. Eine abgeleitete Risikoanalyse verdeutlicht das Risikopotential von Workaholism und dessen Managementherausforderungen. Der praxisorientierte Aktionsleitfaden zeigt Identifizierungsmöglichkeiten von Arbeitssüchtigen auf und gibt Führungskräften pragmatische Handlungsempfehlungen. Das Phänomen Arbeitssucht wird somit im betrieblichen Alltag fassbar.

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5. Risikoanalyse auf Basis der Untersuchungsergebnisse

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Warum es betrieblich sinnvoll ist, sich mit Arbeitssucht auseinanderzusetzen und sie in die Analyse der Personalrisiken zu integrieren soll das folgende Praxisbeispiel verdeutlichen. Dabei ist dieses Beispiel lediglich auf einen kleinen Teilaspekt bezogen, nämlich der Erhebung kurzfristig messbarer Kosten. Deutlich signifikantere Effekte, wie Nutzenausfall, Prozesssteuerungen, Know-How-Verlust etc. können ebenso gegeben sein. Die Tabelle 16 zeigt demzufolge, welche direkten und indirekten Kosten auf einen arbeitssüchtigen Vorgesetzten des Typus „zwanghafter/rastloser Arbeiter“ zurückzuführen waren:25 Drei externe Einstellungen, eine interne Versetzung, eine interne Versetzung während der Probezeit, Personalgespräche mit Mitarbeitern, die den Anforderungen des Vorgesetzten nicht gerecht werden konnten sowie Fehlzeiten des Vorgesetzten. Es ergab sich ein personalwirtschaftlicher Wertschöpfungsverlust in Höhe von ca. 217.000 € und ca. 306 Tagen (ca. 1,4 Mannjahre!). Diese Summe, aber insbesondere die hohe Anzahl an unproduktiver Zeit kann bei kleineren Unternehmen als absolut existenzgefährdend bezeichnet werden, besonders wenn es sich um eine Schlüsselperson handelt.

Tabelle 16: Beispiel eines Gesamtkostenszenarios verursacht durch einen arbeitssüchtigen Vorgesetzten

(Quelle: Meißner 2005, S. 129: Eigene Darstellung, Kosten gemäß Inflationsrate vom Statistischen Bundesamt von 2005–2017 um 18% inflationiert26) ← 107 | 108 →

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