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Übersetzen und Dolmetschen: Berufsbilder, Arbeitsfelder, Ausbildung. Ein- und Ausblicke in ein sich wandelndes Berufsfeld der Zukunft

70 Jahre Innsbrucker Institut für Translationswissenschaft

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Edited By Lew N. Zybatow, Alena Petrova, Andy Stauder and Michael Ustaszewski

Die Beiträge dieses Bandes geben Auskunft, wie Forschung und Lehre am Institut für Translationswissenschaft (INTRAWI) aufgestellt sind, um mit der Entwicklung der Translationsbranche Schritt zu halten. Die fortschreitende Globalisierung und Digitalisierung stellt die Translation vor immer neue Herausforderungen. Die Arten der Translation und die Anforderungen an professionelle Übersetzer und Dolmetscher ändern sich rasant. Die Autoren betrachten unter anderem die Entwicklung der Translationswissenschaft und ihrer Theorien, analysieren Fragen der Terminologie in der Translation und Probleme an der Schnittstelle Digitalisierung-Translationsmarkt-Translationspraxis. Sie fokussieren auch Themen wie moderne Fachkommunikation, Audiovisuelle Translation sowie neue Fragen und Formen der Übersetzungs- und Dolmetschdidaktik.

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Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pöckl, Innsbruck

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Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pöckl (Universität Innsbruck)

Verehrte Festgäste, lieber Lew,

es ist heute schon viel Biographisches gesagt worden, da hat man es als elfter in der Reihe schon schwer, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen und nicht zu viel zu wiederholen. Für Dich selbst, lieber Lew, hat das, was ich sagen werde, sowieso den geringsten Neuigkeitswert.

Ich werde versuchen, immerhin ein paar Elemente ins Spiel zu bringen, von denen heute noch nicht so explizit die Rede war. Wer, so wie Du, Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre an der Moskauer Fremdsprachenhochschule, damals benannt nach Maurice Thorez, dem langjährigen französischen Kopf der Kommunistischen Partei Frankreichs, also an der heutigen Staatlichen Linguistischen Universität Moskau, Übersetzen und Dolmetschen studierte, durfte sich glücklich schätzen, an einer Einrichtung ausgebildet zu werden, in der es bereits das gab, was wir heute, schon wiederum ein wenig automatisiert, forschungsgeleitete Lehre nennen, und zwar auf hohem Niveau, wahrscheinlich sogar dem weltweit höchsten, denn anderswo wurde ja kaum übersetzungs- und dolmetschwissenschaftliche Forschung betrieben. Im Gegenteil: nachdem in London eine aus Österreich stammende Dissertantin namens Eva Paneth 1955 eine einschlägige Dissertation auf Introspektionsbasis verteidigt hatte, wurde sie von den Oberhäuptern der kurz zuvor gegründeten AIIC kritisiert, zu Korrekturen gezwungen und mit dem Ausschluss aus dem Dolmetscherverband bedroht. Kein guter Auftakt, und verständlicherweise war danach im Westen wieder längere Zeit Ruhe, was richtige Forschung...

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