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Streitlösungsmodell für die Bauprojektabwicklung

Konfliktmanagement mithilfe bedarfsoptimierter Adjudikation

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Jenny Patzig

Defizite bei der Beilegung von Baustreitigkeiten fordern Auftragnehmer und Auftraggeber auf, über alternative Verfahren der Konfliktbewältigung nachzudenken. Mit Adjudikationsverfahren lösen die Parteien Streitigkeiten außergerichtlich und zeitnah. Durch sachbezogenes Verhandeln und ein partnerschaftliches Miteinander wird zudem eine nachhaltige und kooperative Streitkultur etabliert. Die Autorin stellt die genannten Methoden vor und zeigt deren Anwendung auf. Sie gibt praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Erstellung einer bedarfsoptimierten Adjudikationsordnung und die Entwicklung eines Konfliktmanagementsystems. Die an der Vergabe und Abwicklung von Bauprojekten Beteiligten erhalten ein Modell für eine einvernehmliche Lösung von Streitigkeiten mithilfe verschiedener Methoden.

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D. Vergleich existierender Verfahrensordnungen für Adjudikation

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Seitdem die gesetzliche Einführung der Adjudikation im Jahre 2008 auf dem Deutschen Baugerichtstag empfohlen wurde, gibt es zu diesem Thema einen regen Meinungsaustausch innerhalb der Branche. Im Jahre 2010 sind drei Verfahrensordnungen für Adjudikation erschienen. Die aktuellen Entwicklungen auf dem deutschen Baumarkt sprechen dafür, dass die Bedeutung von alternativen, außergerichtlichen Streitlösungen zwar langsam, aber dennoch stetig zunimmt. Unsicherheiten bestehen insbesondere bezüglich der verschiedenen am Markt erhältlichen Verfahrensordnungen. Deshalb werden diese im Folgenden vorgestellt und bezüglich der wesentlichen Regelungen miteinander verglichen. Die untersuchten Punkte sind:

1. Allgemeine Grundsätze

2. Vereinbarung und Einleitung des Verfahrens

3. Adjudikator oder Adjudikationsgremium

4. Ablauf des Verfahrens

5. Beendigung des Verfahrens und Rechtsfolgen

Die wesentlichen Elemente eines Adjudikationsverfahrens wurden bereits in Kapitel B149 vorgestellt. So ist diesen Verfahren beispielsweise gemein, dass sie vertraulich und nicht öffentlich sind, das heißt dass keine Informationen über das Verfahren an Dritte gegeben werden dürfen und alle Beteiligten zur Verschwiegenheit verpflichtet sind. Die Adjudikatoren sind unabhängig und unparteiisch und behandeln die Parteien gleichberechtigt. Die Entscheidungen eines Adjudikationsverfahrens sind grundsätzlich vorläufig bindend und können durch ein (Schieds-) Gericht überprüft werden. Diese Punkte liegen in der Natur des Adjudikationsverfahrens und werden daher als adjudikationstypische Regelungen nicht mehr bei jeder Verfahrensordnung genannt.

Die Auseinandersetzung mit einem Adjudikationsverfahren sollte bestenfalls bereits bei der Vertragsgestaltung beginnen. Wie bei allen ASB-Verfahren ist es die freie...

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