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Konflikt und Kooperation

Die Ostsee als Handlungs- und Kulturraum

Edited By Martin Göllnitz, Nils Abraham, Thomas Wegener Friis and Helmut Müller-Enbergs

Seit dem Ende des Kalten Krieges und der Erweiterung der Europäischen Union gerät der Ostseeraum als historische Einheit immer stärker in das Blickfeld von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Eine intensive Beschäftigung mit dieser Region macht jedoch recht rasch deutlich, dass nicht nur die „eine Ostsee" existiert, sondern viele Ostseeräume, die in erster Linie durch Kooperationen und Konflikte, Handel und kulturelle Beziehungen sowie den daran beteiligten Protagonisten initialisiert und konstruiert werden.

In dem vorliegenden Band analysieren 23 ExpertInnen aus fünf Ostseeländern und Israel die durchaus unterschiedlichen Raumkonstruktionen und Verflechtungen innerhalb der Ostseeregion, die als ein spannungs- und konfliktreicher Handlungs- und Kulturraum verstanden wird.

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Ringen um Anerkennung. Politik in den frühen sportlichen Beziehungen zwischen Dänemark und der DDR (Karl Christian Lammers)

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Karl Christian Lammers

Ringen um Anerkennung. Politik in den frühen sportlichen Beziehungen zwischen Dänemark und der DDR

In seiner kältesten Phase in den 1950er Jahren war der Kalte Krieg eine finstere und risikoreiche Zeit, obgleich er sich nie zu einem richtig „heißen“ Krieg entwickelte. Es handelte sich vor allem um einen ideologisch-psychologischen Konflikt und um eine politisch-praktische Abgrenzung, mit denen sich Isolierung und gegenseitiges Misstrauen verknüpften. Freilich wurden nicht alle Beziehungen zwischen der westlichen Welt und dem Ostblock in dieser Epoche abgebrochen, wie etwa das Beispiel des kulturellen, besonders des sportlichen Austausches zeigt – hier schien der Kalte Krieg weniger kalt und rigide zu sein, als dies in anderen gesellschaftlichen Bereichen der Fall war. Doch darin lag auch eine gewisse Gefahr, denn die unpolitische Charakteristik des Sports eröffnete umgekehrt die Möglichkeit, sportliche Veranstaltungen im politischen Sinne zu missbrauchen. Verdeutlichen lässt sich dies an der international nicht anerkannten Deutschen Demokratischen Republik (DDR), deren sozialistische Führung in den sportlichen Leistungen und Erfolgen ihrer Athleten eine geeignete Chance erblickte, auf der Weltbühne des Sports internationale Anerkennung zu gewinnen. Hier wird auch die Problematik der DDR sichtbar, die zugleich als Gewinner und Verlierer des Kalten Krieges gelten muss – zwar war der zweite deutsche Staat selbst ein Ergebnis der verhärteten Fronten zwischen Ost und West, allerdings blieb ihm im feindlichen Lager die internationale Anerkennung als selbstständiger Staat verwehrt. Beharrlich bemühte sich die DDR in der...

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