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Mehrfachbeschäftigung in Deutschland - Ein Phänomen relativer Armut?

Eine empirische Untersuchung der Determinanten zur Aufnahme einer Zweitbeschäftigung

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Marco Weber

Die seit den Hartz-Reformen gestiegene Zahl Nebenbeschäftigter bei gleichzeitiger Zunahme des Armutsgefährdungsrisikos wecken Zweifel an der bislang gültigen Annahme der Wohlstandssicherung durch eine Erwerbstätigkeit. Der Autor untersucht empirisch mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels die Entwicklung der Mehrfachbeschäftigung und deren Zusammenhang mit atypischer Arbeit. Mittels Längsschnittsanalysen werden die zwischen finanzieller Not und nebenberuflicher Selbstentfaltung verorteten Motive für Mehrfachbeschäftigung analysiert. Dabei zeigt sich, dass Zweitbeschäftigung sowohl die Konsequenz von Einkommensarmut ist, als umgekehrt ein Mittel zur Armutsvermeidung darstellt. Auf Basis dieser Ergebnisse werden Politikempfehlungen zur rechtlichen Ausgestaltung der Mehrfachbeschäftigung formuliert.

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9. Zusammenfassung der Ergebnisse, Wirtschaftspolitische Empfehlungen und Forschungsausblick

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In den folgenden Abschnitten werden die zentralen Ergebnisse der Untersuchungen zusammengefasst und auf ihre Übereinstimmung mit den Erkenntnissen der bisherigen Forschungslage geprüft. Darauf aufbauend wird ausgearbeitet, inwieweit die der Arbeit zu Grunde liegenden Forschungsfragen beantwortet werden konnten, und in welchen Punkten sich weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt hat. Wie die Auswertung der bestehenden Forschungsliteratur in Kapitel 3 verdeutlicht hat, lassen sich die Motive zur Aufnahme einer Zweitbeschäftigung in die zwei Hauptkategorien – finanzielle und nicht-monetäre Motive – zusammenfassen. Als Forschungslücken wurden hierbei insbesondere die Fragen eines möglichen Zusammenhangs mit finanzieller Not, atypischer Beschäftigung, der Vermögenssituation und der Rolle von Nebenbeschäftigung als Brücke in die berufliche Selbstständigkeit identifiziert. Zur Überprüfung der Existenz dieser und bereits in der Forschungsliteratur etablierter Motive wurde zunächst die empirische Verbreitung von Mehrfachbeschäftigung in Deutschland anhand des als Datenbasis ausgewählten Sozio-oekonomischen Panels analysiert.

9.1. Messung von Mehrfachbeschäftigung

Die Untersuchung anhand des Sozio-oekonomischen Panels ergab, dass sich das Arbeitsmarktphänomen Mehrfachbeschäftigung mittels dreier Vorgehensweisen identifizieren und quantifizieren lässt. Bei diesen handelt es sich um die Selbstauskunft zur Erwerbssituation der Befragten sowie deren Angaben zu Einkünften aus Haupt- und Nebenerwerbstätigkeit im laufenden Monat oder im vorherigen Jahr. Mittels der von der SOEP-Group bereitgestellten Hochrechnungsfaktoren lässt sich die Stichprobe auf die Gesamtbevölkerung gewichten und somit eine repräsentative Aussage zur Gesamtzahl der Mehrfachbeschäftigten in Deutschland treffen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Zahl der Personen mit...

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