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Die Sprache der Börsenmagazine

Eine pragmalinguistische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Textsorte der Investmentempfehlung

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Daniela Puato

Börsenmagazine richten sich an ein heterogenes Publikum aus professionellen Akteuren und Privatanlegern und befinden sich an der Schnittstelle von Fach- und Pressesprache. Sie verfolgen verschiedene pragmatische Zielsetzungen, sowohl adressaten- als auch sprecherzentriert: Inhalte vermitteln und präsentieren, eine Beziehung zum Leser aufbauen, redaktionelle Eigeninteressen wahren. In pragmalinguistischer Perspektive befasst sich die Studie mit Lexik, Morphosyntax und Textstruktur der deutschen Börsenmagazine. Besonderes Augenmerk richtet sich auf die zentrale Textsorte der Investmentempfehlung. Auf der Grundlage eines 3.500 Texte umfassenden Korpus wird untersucht, wie die Handlungsanweisung («Kaufen», «Verkaufen», «Halten») sprachlich formuliert, begründet und eingeschränkt wird.

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2. Die Lexik der Börsenmagazine

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Die Lexik der Börsenmagazine umfasst fachlichen wie nicht-fachlichen Wortschatz. Der fachliche Wortschatz besteht zum einen aus Termini, die allgemein der Wirtschaft zuzuordnen sind, und zum anderen aus Fachausdrücken, die auf die Börsenwelt beschränkt sind. Der nicht-fachliche Wortschatz setzt sich aus gemeinsprachlichem Wortmaterial verschiedenster Stilebenen zusammen.

Im vorliegenden Kapitel werden zunächst die wichtigsten Typologien der börsensprachlichen Termini im Überblick dargestellt (2.1), anschließend der Gebrauch der Fachtermini in den Börsenmagazinen eingehend untersucht (2.2). Sodann wird die nicht-fachlich konnotierte Lexik unter die Lupe genommen (2.3) und schließlich die Gesamtlexik der Börsenmagazine in einer textuellen Perspektive näher beleuchtet (2.4).

2.1. Fachtermini: Typologien im Überblick

Die Verwendung von Fachtermini prägt den Wortschatz der Börsenmagazine. Die Fachtermini erfüllen hauptsächlich eine informative pragmatische Zielsetzung, d.h. sie erscheinen unabdingbar für eine präzise und sachgerechte Darstellung der fachlichen Inhalte. Darüber hinaus kann die Verwendung des Fachwortschatzes dazu dienen, die fachliche Kompetenz und den Wissensvorsprung des Sprechers hervorzuheben.

Es lassen sich sechs Haupttypologien von börsensprachlichen Fachtermini erkennen: gemeinsprachliche Wörter, die eine spezifische fachliche Bedeutung annehmen; Internationalismen; Anglizismen; Abkürzungen; Hybridbildungen und eponymische Bildungen (2.1.1–2.1.6). Mitunter finden sich im Fachwortschatz Bildungen unterschiedlicher Typologien, die als Synonyme gelten können (2.1.7).

2.1.1. Gemeinsprachliche Wörter

Wörter der Gemeinsprache können in börsenspezifischen Kontexten eine fachliche Resemantisierung erhalten. Sehen wir uns als Beispiel Markt an. In...

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