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Texte zu digitalen Welten und analogen Formaten von Claus Friede

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Edited By Dagmar Reichardt and Gudrun Thiessen-Schneider

Dieses Buch präsentiert erstmals das Werk des Kurators, Kunstkenners und Kulturvermittlers Claus Friede als proaktiv schreibenden, überraschend vielseitigen und versatilen Autor. Ein Textkorpus von 85 repräsentativen Beiträgen aus den vergangenen 30 Jahren (1990-2020) illustriert Friedes breit angelegtes Themenspektrum aus den Bereichen Kunst, Musik, Film, Literatur und Kultur. Prägnant zeichnen sie seine intellektuelle und mediale Wende von der analogen zur digitalen Welt nach. Der zweite Buchteil lenkt den „fremden" Blick auf Friedes Schaffen aus der Perspektive diverser Kollegen und Freunde. Ein ausführlicher biobibliographischer Anhang sowie reichhaltiges Bildmaterial runden den prismatischen Einblick in die transkulturellen Wirkungskreise von Claus Friede ab.

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1.3. Jahre der digitalen Konsolidierung (2010–2015)

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Plakatdesign: Bettina Huchtemann, Hamburg

Hommage an Django Reinhardt

Am 23. Januar 2010 wäre der französische Musiker Django Reinhardt 100 Jahre alt geworden. Er gilt als einer der Gründungsväter des europäischen Jazz.

Jean Baptiste „Django“ Reinhardt wurde auf der Durchreise seiner Eltern in Belgien geboren, wuchs in einer Wohnwagensiedlung in einem Pariser Vorort auf und lernte bereits als Kind verschiedene Instrumente: Geige, Banjo und Gitarre. Musikalische Ausbildung in jungen Jahren gehört zum Alltag vieler Sinti- und Romafamilien, und Django galt unter ihnen soviel wie ein Wunderkind.

Als ein Brand im Wohnwagen seiner Eltern ihn als 18-jährigen schwer verletzte, stand sein musikalischer Werdegang auf der Kippe. Seine linke Hand war so stark verbrannt, dass er nur noch zwei Finger benutzen konnte. In der Zeit der Genesung begann er langsam und zunächst mühevoll eine virtuose und neue Spieltechnik zu entwickeln, indem er lediglich mit den beiden unverletzten, dem Zeige- sowie Mittelfinger links spielte.

Anfang der 1930er-Jahre musizierte Reinhardt dann in verschiedenen Orchestern und Formationen in Pariser Bars und Cafés, wurde Gründungsmitglied des Quintetts „Hot Club de France“ und entwickelte und feilte weiter an seinem Musikstil, einer Mischung aus „Zigeunermusik“, dem damals in Paris populären New-Orleans-Jazz sowie Elementen des französischen Walzers. Unter dem Namen „Gypsy-Swing“ und „Minor-Swing“ ist diese ausgesprochen rhythmische und legendäre Musik bis heute ein fester Begriff. Schon 43-jährig verstarb der Künstler...

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