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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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11.4 Strukturelle Analogien – narrative Umsetzungen von Konzerterfahrungen 298

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298 sizieren, so dass sie ohne gegenseitige Absprache eine formal ausdifferenzierte Form des Songs Honeysuckle Rose improvisieren (vgl. BS, 437).1346 Neben den musikalisch-fachlichen Evokationen von Musik, die durch die häufige Beschreibung des Unterrichts von Claude Rawlings vorgenommen wird, ist ein weiterer relevanter Bereich des musikalischen Nachempfindens die ima- ginary content analogy nach Werner Wolf, die im Folgenden als Beispiel einer Imitation von Musik im Roman näher erläutert werden soll. 11.4 Strukturelle Analogien - narrative Umsetzungen von Konzerterfahrungen Die Imitation von Musik in Body and Soul erfolgt durch eine Vielzahl von Sze- nen, in denen imaginary content analogies1347 eingesetzt werden, um die Auffüh- rung eines Werkes narrativ nachzuempfinden. Ich folge damit der Terminologie Werner Wolfs, der diesen Begriff für die literarische Nachahmung musikalisch- imaginärer Vorstellungswelten vorgeschlagen hat. Besonders aussagekräftig sind hierbei die emotionalen Konnotation, da diese die Emphatie und Sensibili- tät des Protagonisten verdeutlichen. Es wird hierbei nicht die Sicht der Rezipien- ten eingenommen, sondern die Perspektive des aktiv Musizierenden gewählt. Der Roman versucht sehr überzeugend, diese flüchtigen Erfahrungen in Sprache zu übersetzen. Erst ab dem sechsten Kapitel wird die Klaviermusik ausführlich beschrie- ben, da der Romanheld vermutlich mit 13 Jahren große Klaviersonaten und Konzertpartien einstudiert, die eine solche Nachempfindung erlauben. Als Clau- de Mr. Fredericks das erste Mal Mozart spielen hört, macht er eine transzenden- te Erfahrung. „He wanted to leave his body and go chase the music into whate- ver hyperspace had swallowed it“ (BS,...

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